Schladming bis Obertauern: DJ N!K garantiert Après Ski-Partylaune
Niklas Guzmich
Seit drei Jahren sorgt ein Oberpullendorfer dafür, dass in den Bergen auch die Stimmung ihren Gipfel erreicht: DJ N!K kümmert sich in legendären Locations wie der Tenne Schladming direkt im Planai-Stadion – sie gilt als ist die größte Après-Ski Hütte Europas – um den perfekten Ton.
Auch bei 40 Jahre LAHÜ – dem Jubiläum der Laschenhütte auf der Teichalm stand DJ N!K am Mischpult.
© DJ N!K/Dsire
Du bist im Winter als DJ N!K in Österreichs Skigebieten unterwegs. Wie ist es dazu gekommen und wo warst du beruflich schon unterwegs?
Niklas Guzmich: Ich bin öfter in Großarl, Obertauern, Schladming und am Hochkönig. Mittlerweile bin ich die dritte Saison in Skiregionen unterwegs. Begonnen hat das alles in Schladming durch einen großen Zufall. Ich war auf Urlaub und ein DJ-Kollege hat mich in der Tenne kurz spielen lassen. Das hat der Chef gesehen und ein paar Tage später kam der Anruf, dass jemand ausgefallen ist und ob ich gerne einspringen mag. Grundsätzlich geht in dem Bereich alles über DJ-Agenturen. Es spricht sich herum, ob man gut ist und so wird man irgendwann gefragt, ob man auch in anderen Hütten auflegen möchte.
Wie oft bist Du in Skigebieten unterwegs?
Niklas Guzmich:Von Mitte Dezember bis Anfang April bin ich mit ein, zwei Ausnahmen jedes Wochenende in Skigebieten. Sonntagnachmittag fahre ich normalerweise nach Hause und am Mittwoch geht es wieder los. In der Zeit zu Hause kümmere ich mich um meine Veranstaltungstechnik-Firma und um die Uni. Ich studiere Kulturtechnik und Wasserwirtschaft auf der BOKU und bin auch als Tutor auf der Universität angestellt, mache Vorträge und Prüfungskorrekturen. Meine Bachelorarbeit habe ich schon geschrieben, mir fehlen noch die letzten Prüfungen.
Was sind die größten/gefragtesten Après Ski-Hits der heurigen Saison?
Niklas Guzmich:Der „Wackelkontakt“ ist mit Abstand der größte Hit in der heurigen Saison, ansonsten ist das sehr regionsabhängig und davon, woher die Gäste kommen, ob aus Österreich, Deutschland oder zum Beispiel den Niederlanden. Jedes Land hat eigene Lieblingslieder. Bei Locations, wo sehr viele junge Leute sind, spielt man andere Musik als dort, wo viele Familien sind oder es ein älteres Publikum gibt. Kein Tag und keine Loaction ist wie die andere – das gefällt mir. Bei den Musikwünschen kommt quer durch die Bank alles vor – von wirklichen Klassikern aus den 80ern und 90ern über Schlagerwünsche bis zu Electronic Dance Music. Man versucht das alles in ein Konzept zu packen, das stimmig wirkt. Das Ziel ist, dass die Leute gar nicht merken, wenn man auf einmal eine andere Musikrichtung spielt.
© zVg/DJ N!K
Wo hattest du deinen allerersten DJ-Auftrag?
Niklas Guzmich: Begonnen habe ich nach der Schule mit 18 oder 19 Jahren, zunächst privat auf Geburtstagsfeiern. Die ersten öffentlichen Auftritte waren im Subway und in der Alm. Dort habe ich einige Jahre aufgelegt und bin dadurch bekannt geworden. Am Anfang war es Spaß und Hobby. Mittlerweile ist es meine Arbeit geworden. Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht. Das war nicht so geplant. Erst vor ein paar Jahren habe ich die Veranstaltungsfirma gegründet und in die ganze Technik Summen investiert, um die man ein paar Kleinwagen bekommt.
Auf welches Engagement bist du besonders stolz? Was waren bisher deine Highlights als DJ?
Niklas Guzmich: Stolz bin ich darauf, dass ich zum Beispiel in der Tenne Schladming auflegen durfte, auf der Eventstage Klagenfurt und auf der Lürzer Alm in Obertauern. Am meisten Spaß machen wir aber die Dorffeste im Bezirk. Da kennt man viele Leute und macht Party für seine Freunde.
Apropos Party. Was macht einen guten DJ aus? Wie trifft man die Musikauswahl?
Niklas Guzmich: Ein guter DJ muss die Leute lesen können. Er muss ein Lied spielen, bevor es gewünscht wird und generell eine gute Planung haben. Er sollte mit den Leuten kommunizieren, auf sie eingehen und mit ihnen Schmäh führen. Durch die Erfahrung weiß man dann schon, was einen ungefähr erwarten kann und macht sich im Kopf ein grobes Konzept, Dieses wird vor Ort nach jedem Lied angepasst. Man muss das Publikum beobachten: Wie reagieren die Menschen auf welche Art von Musik? In einer Location legt man meistens drei bis vier Stunden auf. Das ist anstrengender als es vielleicht wirken mag, denn man muss die Menschen beobachten, Musik spielen, die Leute motivieren und Schmäh führen und manchmal hat man zwei, drei Locations an einem Tag und man weiß nie, was einen erwartet. Es gibt viele Musikwünsche und ich versuche die meisten zeitnah zu spielen. Aber manchmal sage ich auch: „Das geht heute leider nicht, das ist nicht passend.“
Welche Ausrüstung hast du dabei ?
Niklas Guzmich: Ich brauche die Musik am Computer oder auf einem USB-Stick, auf jeden Fall alles offline, für die Sicherheit, dass das Lied bis zum Ende ohne Unterbrechung gespielt werden kann, dass ich es auf den Geräten richtig abspielen kann und auch, dass ich alle Infos zum Lied habe.
Wie würdest du deinen „Musikstil“ als DJ beschreiben?
Niklas Guzmich: Ich bin ein guter Party- und Allround-DJ. Ich kann sowohl Schlager- und Tanzmusik spielen als auch Elektronik. Ich decke ein breites Spektrum ab, was mir schon oft auf Veranstaltungen geholfen hat
Welche Art von Musik hörst du selber gerne? Welcher Song geht dir auch nach dem hundertsten Anhören nicht auf die Nerven?
Niklas Guzmich: Eigentlich höre ich alles gern quer durch die Bank. Als Après Ski-DJ bin ich viel im Auto, da hört man alles Mögliche. Eigentlich gibt es kein Lied, von dem ich sagen würde, ich kann es nicht mehr hören. Den "Wackelkontakt" höre ich aktuell täglich, aber noch geht's (grinst).

© zVg/DJ N!K
Du bietest unter dem Namen "Casa de Niklas" auch Eventtechnik an. Was genau ist da alles darunter zu verstehen? Welche Art von Events hast du schon begleitet?
Niklas Guzmich: Ich biete Komplettpakete an mit Lichttechnik, Tontechnik und DJ für private Feiern wie Geburtstage und Hochzeiten bis hin zu großen Firmenfeiern und Dorffesten an. Der zweite Punkt ist die Vermietung von Musikanlagen, Bühnenelementen, Effektgeräten, etc. Diese werden geliefert, aufgebaut und auf Wunsch auch vor Ort von mir betreut, Zeitlich verursacht das schon oft Stress, wenn man nach dem Auflegen um 16.30 Uhr in Obertauern wegfährt und um 20 Uhr der nächste DJ-Termin in Oberpullendorf "Bei der Gräfin" ist.
Begonnen hat das mit der Technik bei mir zu Hause in der Garage, im privaten Partyraum. Meine Freunde haben diesen als "Casa de Niklas" bezeichnet, was so viel wie Haus von Niklas heißt. DJ N!K
Hast du für deine Tätigkeit als Eventtechniker/DJ eine spezielle Ausbildung gemacht?
Niklas Guzmich: Der Großteil war Learning by doing. Für gewisse Technikbereiche habe ich Online-Kurse gemacht oder Handbücher gelesen. Ich habe auch viel von anderen Kollegen gelernt. Man lernt immer etwas Neues dazu. Ich bin für jede Art von Technik offen und selbst neugierig, was es gibt.
Als DJ arbeitet man oft abends oder nachts und nicht immer gleich vor der Haustür. Wie sieht dein „Arbeitsalltag“ aus?
Niklas Guzmich:Skifahren ist für einen Burgenländer ein eher exotischer Morgensport, aber nachdem das Après Ski erst nachmittags beginnt, bin ich am Vormittag meistens Skifahren. Zu Mittag geht es auf die Hütte, um alles vorzubereiten und mich um die Technik zu kümmern. Ich bin dann bis 16 oder 17 Uhr oben am Berg. Nach dem Auftritt geht es meist weiter zu einem anderen Lokal, wo es bis Open End weitergeht,
Wo wirst du als nächstes auflegen?
Niklas Guzmich: In Obertauern und Großarl.
- Name:Niklas Guzmich
- Geburtsdatum:1994
- Wohnort:Oberpullendorf
- Hobbys:mit Freunden treffen und unterwegs sein
- Musik ist mir wichtig, weil…sie für mich dazugehört. Musik erzeugt Stimmung.
- So lange höre ich täglich Musik: An Tagen, an denen ich arbeite, sind es schon einige Stunden. An Tagen, an denen ich nicht arbeite, versuche ich weniger Musik zu hören, um den Kopf frei zu kriegen.
- Diesen Musik-Star würde ich gerne mal treffen: Scooter. Viele andere Promis habe ich schon getroffen wie Martin Valention, Ram-D, Micky Krause, Lorenz Büffel oder Micha von der Rampe.