Ankick auf den Pannonia Fields: Das Nova Rock startete souverän!
Nova Rock - Tag 1
Seit heute ist Nickelsdorf wieder der Nabel der Rockwelt: Vier Tage lang Festivaltrubel und in Summe 200.000 Fans - das fordert auch die Einsatzkräfte. Der Start ist durchaus entspannt verlaufen, auf den Bühnen rocken an Tag 1 Green Day, Billy Talent, Kerry King oder die Sisters of Mercy. Und drumherum wird ordentlich gefeiert!
Jetzt geht's los! Die Pannonia Fields füllten sich schon am frühen Nachmittag.
© Klaus Zwinger
„Alles und alle sehr entspannt“, so lautete die einhellige Meinung von Einsatzkräften und Veranstalter zum Start des Nova Rock in Nickelsdorf. Über vier Tage verteilt werden 200.000 Fans erwartet. Abgesagt hat kurzfristig Corey Taylor wegen Erkrankung, als Ersatz springen auf der Red Stage die Wiener Punk-Schock-Rocker Bloodsucking Zombies from outer Space ein. Der musikalische Reigen ist mit Hot Milk auf der Blue Stage gestartet, auch Hollywoodstar Keanu Reeves beehrte das Burgenland.
Kick Off auf der Blue Stage: Hot Milk, Kerry King, Keanu Reeves und Co.
Der Schauspieler trat mit seiner Band Dogstar auf, parallel zum Gastspiel von Kerry King, bekannt als Gitarrist und Songschreiber von Slayer. Als Headliner setzen zur Eröffnung des Open-Airs Green Day und Sisters of Mercy die Schlussakkorde. Am dritten Schauplatz, der Red Bull Stage, fungiert die schwedische Formation Smash Into Pieces heute als Hauptact. Die generell gute Nachricht: Das Wetter „hält“, das Gelände ist „in super Zustand“, wie im Veranstalterteam betont wird.
Für die Einsatzkräfte war es ein ruhiger Start. Die Anreise sowohl am Mittwochabend als auch Donnerstag in der Früh sei komplett reibungslos und staufrei verlaufen, sagte die Landespolizeidirektion Burgenland auf APA-Anfrage. Die Wetterlage sei ebenfalls gut, der Boden sei trocken und erlaube daher auch eine komplikationslose Fahrt zu den Parkplätzen.
Spaß am Campingplatz
Auch beim ÖAMTC hieß es, dass die Anreise gut laufe. Die Anfahrt werde auf die Autobahnausfahrten Mönchhof und Nickelsdorf geführt, um die Besucherströme aufzuteilen. Aus medizinischer Sicht gestalteten sich die Anreisetage Dienstag und Mittwoch sowie die Nacht auf Donnerstag laut dem Roten Kreuz ebenfalls ruhig.
Einsatzleiter Hans-Peter Polzer berichtete in einer Aussendung: „Bisher hatten wir es mit Problemen wie zum Beispiel Verstauchungen, Knöchelverletzungen, Bienenstichen, Schnitt- und Schürfwunden zu tun.“ 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Roten Kreuzes sind beim Festival im Einsatz.
Harte Gitarren, Hollywood und Hits
In Sachen Starpower hatte der erste Nova-Rock-Tag jedenfalls einiges zu bieten: Neben Keanu Reeves' Burgenland-Premiere mit Dogstar waren es auch die 90er-Helden von Jane's Addiction, die nach mehr als 30 Jahren wieder einmal in Österreich zu erleben waren. Insgesamt zeigte sich der Festivalauftakt von seiner musikalisch abwechslungsreichen Seite.
Ein Traum ging für manche wohl in Erfüllung, als sich Keenu Reeves als Star zum Anfassen gab: Zwar war der Auftritt seines Trios Dogstar, das es sich musikalisch irgendwo zwischen Pearl Jam und U2 gemütlich gemacht hat, solide, die sichere Bank war der Schauspieler als Bassist. Einige Stunden später tauchte er dann sogar noch am Absperrgitter zum Backstagebereich auf und stand für Fotos sowie Autogramme zur Verfügung, klarerweise zur Freude seiner Anhänger. Auch das ist Festivalfeeling.

© Klaus Zwinger
Das Nova Rock mag mit gespülten, sauberen Toiletten-Boxen samt ausreichenden Waschgelegenheiten (ein Novum heuer) fast schon komfortabel geworden sein. Aber an rauer Härte hat es musikalisch um nichts verloren - zumindest wenn man sich für Kerry King auf der Red Stage entschieden hatte. Der Ex-Slayer-Gitarrist enttäuschte auch mit seiner nach ihm benannten neuen Band nicht. Seine Riffs, die Gitarrenduelle mit Ex-Machine-Head Phil Demmel, die kraftvollen Vocals von Mark Osegueda (Death Angel) und die druckvolle Rhythmussektion mit Kyle Sanders (Hellyeah) und Paul Bostaph (Slayer) kamen aus einem Guss bei bestem Sound.
Bereits am früheren Nachmittag hatten sich Alien Weaponry eindrucksvoll auf der Red Stage vorgestellt. Die Mitglieder des Trios aus Neuseeland stammen von Māori ab und verfassen ihre Texte zum Teil auch in deren Sprache, eingepackt in erstklassigen Groove-Metal. Tolle Stimmung herrschte bei Palaye Royale, der Rockband aus Las Vegas, die Hände vor der Red Stage wogen sich wie Meereswellen.
Für ein bisschen Aufregung abseits des musikalischen Programms sorgte am Nachmittag ein in Brand geratener Mistkübel. Die Feuerwehr Gols hatte die Situation jedoch rasch im Griff. Zahlreiche Schaulustige und mehr oder weniger talentierte Freizeitsportler zieht heuer eine Rollschuhbahn der ÖBB an, unweit davon entfernt lockt eine Disco auf den Dancefloor.