Altbürgermeister führt Protest gegen Flughafenspange an
Bruckneudorf
Bruckneudorfs ehemaliger Bürgermeister Franz Schmitzhofer lud in den Kaiserpark, um vor Augen zu führen, welche Folgen das Projekt haben wird. Vizebürgermeister Gerold Eder betont, dass die Pläne von den ÖBB mittlerweile abgeändert wurden.
Altbürgermeister Franz Schmitzhofer demonstriert vor Ort die geplante Trassenführung durch den Kaiserpark.
© Brigitta Trsek
„Wenn die Bevölkerung realisiert, um was es da geht, kommt ein Aufschrei“, ist sich Bruckneudorfs Altbürgermeister Franz Schmitzhofer sicher. „Aber dann ist es wahrscheinlich zu spät“, meinten die meisten der Teilnehmer seines Info-Termins im Kaiserpark. Eben dieser soll nämlich zum Teil der neuen Straße zum Opfer fallen, die im Zuge der Errichtung der Flughafenspange errichtet werden soll.
Schmitzhofer lud daher alle 23 Gemeinderäte von Bruckneudorf zu einem Lokalaugenschein ein. „Mein Wunsch ist, dass sich die Gemeindevertreter das Projekt in der Natur ansehen.“ Er wollte Geplantes vor Ort anschaulich machen. Ausgerüstet mit Plänen beschrieb er den Anwesenden, welche Auswirkungen das Vorhaben für den Ort haben wird. Seinem Aufruf folgten nur einige wenige Gemeindevertreter. „Ich verstehe nicht, warum es keinen interessiert, was hier geplant ist“, bringt Schmitzhofer seine Betroffenheit zum Ausdruck.
Denn, so erklärt Schmitzhofer den Anwesenden, vor dem altehrwürdigen Platz würden sich künftig Schallschutzwände von vier Metern Höhe erheben. Vom Kaiserpark bliebe wenig übrig, der Kaiserstatue ein Rondeau von gut zwei Metern. Das Denkmal selbst ist wohl geschützt, für den Park selbst gibt es allerdings keinen Denkmalschutz, erklärt Schmitzhofer und ergänzt, dass die Gemeinde diesen aber beantragen hätte können. Aufgezeigt wurde auch, welche Auswirkungen der Bau der Spange auf den Platz vor dem Gemeindeamt und der Apotheke haben wird. Die bis dato als Einbahn geführte Straße werde zweispurig und jedes Queren, Aus- und Einparken mühsam.
Schmitzhofer kritisierte zudem, dass Rad- und Gehwege laut Planung „einfach aufhören“ würden. Es müssten dann bis zu drei Fahrstreifen überquert werden. Dass dadurch ein Sicherheitsrisiko für die Bevölkerung gegeben sei, liege auf der Hand. Schmitzhofer hofft jedenfalls darauf, dass der Gemeinderat geschlossen die Zustimmung zu dem Projekt verweigert.
Das scheint aus heutiger Sicht unwahrscheinlich, wie Vizebürgermeister Gerold Eder (SPÖ) erklärt. Er teilte den Anwesenden mit, dass es bereits neue Pläne gebe, die allerdings von Seiten der ÖBB noch nicht veröffentlicht wurden. In denen seien Einwände und Wünsche der Gemeinde berücksichtigt worden. Eine Präsentation der Neuerungen im Anschluss an die Begehung sei vorgesehen. Allerdings ohne Vertreter von Seiten der ÖBB. „Wir sind immer noch am Ausverhandeln. Es ist eines der wenigen Projekt, wo eine Gemeinde solange in die Planung eingebunden ist“, betonte Eder.
Umweltgemeinderat Bernhard Schütz (SPÖ) meint jedoch: „ Ich weiss nicht, warum man zu so einem wichtigen Projekt keine Bürgerbefragung gemacht hat.“ Sein Kollege Mario Jaksch (FPÖ) sagt, dass man einem Zukunftprojekt nicht im Wege stehen wollte und dass erst mit Fortschreiten der Pläne klar geworden sei, was das Projekt für den Ort bedeuten würde.
„Man will uns erklären, dass der Ausbau für Pendler ist, aber wir vermuten andere Gründe“, so die Meinung von Gemeinderat Johann Wimmer. Er war einer von wenigen Gemeinderäten, die der Einladung des Altbürgermeisters gefolgt sind. Er ist unmittelbar betroffener Anrainer. Genau wie Elfriede Wunder-Türk, die in einem der Häuser neben der Apotheke wohnt. Beide können nicht verstehen, warum es seitens der Bevölkerung so wenig Interesse für das einschneidene Projekt gibt.
Geplant ist laut Vizebürgermeister Eder, die Bevölkerung im Herbst bei einer Infoveranstaltung über Details zum aktuellen Projektstand zu informieren.