Aus G 1 wurde B01: Mit neuen Bussen von Güssing und Oberwart nach Wien

Öffentlicher Verkehr

Für den öffentlichen Verkehr im Südburgenland ist der 15. Jänner ein wichtiges Datum. Drei brandneue Busse nahmen Fahrt nach Wien auf. Bis zu 400 neue Busse wurden schon im April 20 23 angekündigt.

Verkehrslandesrat Heinrich Dorner und Verkehrsbetriebe Burgenland-Geschäftsführer Wolfgang Werderits vor den neuen Bussen, die ab 15. Jänenr die B01 Linie bilden.

Verkehrslandesrat Heinrich Dorner und Verkehrsbetriebe Burgenland-Geschäftsführer Wolfgang Werderits vor den neuen Bussen, die ab 15. Jänenr die B01 Linie bilden.

© Bertie Unger

Die Aufregung war groß, als der öffentliche Verkehr im Burgenland umstrukturiert wurde und es war vor allem die Einstellung der Linie G1, die für Kritik sorgte. Aus G1 wurde Anfang September 2023 der B01 – und auf dieser Linie fährt am 15. Jänner um 2 Uhr 54 fährt der erste von drei brandneuen Stockbussen von Güssing nach Wien. Der erste Bus von Oberwart nach Wien fährt um 3 Uhr 45, der letzte abends um 22 Uhr 15. „Die Busse fahren von Montag bis Freitag von Güssing, über Oberwart nach Wien über die Hauptachsen, also von Güssing über St. Michael, dann entweder nach Stegersbach oder Großpetersdorf und dann über Oberwart. Riedlingsdorf und Pinkafeld nach Wien“, sagt Wolfgang Werderits, der Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Burgenland. „Von Oberwart nach Wien in knapp 100 Minuten, von Güssing um 45 Minuten länger“, so Werderits.

Die Busse sind laut Werderits die ersten drei von unterschiedlichen Modellen, die in nächster Zeit angeschafft werden. „Die kolportierte Zahl von 400 ist nur ein Rahmen, in dem nach Bedarf abgerufen werden kann“, sagt Werderits.

Technische Innovationen schaffen Attraktivität

Und jeder der 26 Tonnen schweren, 510 PS starken rund 600.000 Euro teuren Busse birgt eine stattliche Zahl an Innovationen. „Schon beim Einsteigen haben wir eine automatische Zählanlage. Da wird ab sofort elektronisch gezählt und nicht mehr vom Buslenker“, sagt Werderits. „Über die Verkaufseinheit verfügen wir über eine Datenbank, die Signale werden in eine Cloud geschickt und jeder Fahrgast kann an Haltestellen übers Handy auf der VOR-App sehen, wann der Bus kommt. Alles in Echtzeit. Die Busse sind natürlich barrierefrei, auch die Toilette ist barrierefrei“, so Werderits.

Qualität braucht einen entsprechenden Fuhrpark

„Diese Linie ist sehr wichtig, weil wir den öffentlichen Verkehr weiter ausbauen wollen, um ihn auch attraktiver zu machen“, sagt Verkehrslandesrat Heinrich Dorner. „Und um attraktiver zu werden, dafür braucht es einen dementsprechenden Fuhrpark und Qualität. Die B01 wird eine der höchst frequentierten Linien sein, daher also auch die neue Stockbusse“, sagt Dorner. Kritik an der Abschaffung der Linie G1 kontert der Landesrat mit dem umfassenden Ausbau des Angebots. „Vor allem die Verbindungen aus dem südlichen Burgenland nach Wien wurden massiv erweitert. Insgesamt gibt es 40 Verbindungen zwischen Oberwart und Wien – und das zum Teil schon ab 3.45 Uhr früh. Das hat es im Burgenland noch nie gegeben, davon profitieren alle Gemeinden im Südburgenland! Zum Beispiel haben seit den Neuerungen im September Bad Tatzmannsdorf und Oberschützen nunmehr werktags bis zu 28 Verbindungen von und nach Wien“, so Dorner. „Ich glaube, die Kritik liegt nicht an der G1- oder B01 Linie, sondern betrifft eher das gesamtheitliche System. Wir haben uns neu ausgerichtet, setzen Knotenpunkte und denken in Achsen. Das braucht noch einige Zeit, bis es bei allen Menschen ankommt, warum wir das eine oder andere aus den Regionen verändern. Da gilt es noch mehr darüber zu informieren, auch über das BAST-System“, sagt der Verkehrslandesrat. „Es gibt natürlich auch Situationen, wo leere Busse fahren, aber das ist ein Umstellungsprozess. Wir werden darauf reagieren, aber das heißt auch, dass wir in dieser Umstellungsphase immer auch positiv denken müssen und Leute animieren müssen, sich all das anzusehen und dann erst zu bewerten“, sagt Heinrich Dorner.

Die Jungfernfahrt, zu der BVZ Süd-Leiter Bertie Unger exklusiv eingeladen wurde, ging am Sonntag vor dem offiziellen Eröffnungstermin der Linie über die Bühne.

Aus G 1 wurde B01: Mit neuen Bussen von Güssing und Oberwart nach Wien

© Bertie Unger