Neudörfler Spielplatz erhält ökologisches WC
„Öklo“
Ohne Wasserspülung, ohne Chemie, ohne Strom, das ist das Konzept des österreichischen Unternehmens „Öklo“, das mit umweltfreundlichen WC-Häuschen aus Holz den Markt für mobile Toiletten aufmischen möchte. Die Gemeinde Neudörfl hat sich entschieden, das Produkt am Neudörfler Spielplatz zu testen.
Im urbanen Bereich sieht man Öklos schon häufiger. Jetzt soll auch eines in Neudörfl am Spielplatz aufgestellt werden.
© https://oeklo.at
Eine WC-Anlage gab es am Neudörfler Spielplatz bisher nicht. Immer wieder einmal hätten Eltern aber kommuniziert, dass eine solche durchaus sinnvoll wäre, sagt Infrastruktur-Ausschusvorsitzender Martin Giefing (SPÖ). Das ist allerdings eine schwierigere Angelegenheit, als man zunächst meinen würde. „Wenn man eine g‘scheite Anlage hinbauen würde, wäre damit eine ordentliche Investition verbunden. Deswegen sind wir froh, dass wir die Variante mit dem Öklo entdeckt haben.“
Öklos können sowohl käuflich erworben, als auch gemietet werden. Die Gemeinde Neudörfl hat sich für eine Miete entschieden. Ein halbes Jahr lang soll das Öklo probeweise getestet werden: „Wir wollen schauen, wie es funktioniert und ob es so angenommen wird, wie wir uns das vorstellen. Nach einem halben Jahr werden wir das Ganze analysieren. Wenn wir merken, dass es ständig verdreckt war oder verschandelt wurde, werden wir daraus unsere Schlüsse ziehen.“ Man habe allerdings großes Vertrauen in die Neudörfler.
„Ich habe ein bisschen herumgefragt und herumtelefoniert. Es haben mir alle bestätigt, dass sie es nicht bereut haben.“ Martin Giefing, Infrastrukturausschussvorsitzender
Aufgestellt soll das Öklo ungefähr im Spätfrühling werden, wenn das wärmere Wetter die Hauptsaison am Spielplatz einläutet. Die Lieferung könne dabei sehr kurzfristig erfolgen. Das Öklo wird in verschiedenen Ausstattungsvarianten angeboten. „Wir haben uns für ein barrierefreies entschieden mit Wickeltisch, weil das für den Spielplatz natürlich Sinn ergibt“, so Martin Giefing. Ein Wasser- oder ein Stromanschluss ist wie erwähnt nicht notwendig. Dass unangenehmer Geruch deswegen entstehen würde, darüber müsse man sich keine Sorgen machen, das sei auch das Versprechen, das mit einem Öklo verbunden ist, weiß Martin Giefing: „Es funktioniert mit einem Streu aus Sägespänen, das vom Unternehmen entwickelt wurde und durch das eine Geruchsbildung vermieden wird. Einmal in der Woche passiert ein Service vom Unternehmen, die Rückstände werden dann abgeholt.“ Aus der Mischung von Streu und Fäkalien entsteht innerhalb weniger Wochen Dünger. Das haben die Gründer von Öklo unter anderem in der Investoren-Fernsehsendung „2 Minuten, 2 Millionen“ so erklärt. 2020 erhielten sie eine Investition vom Bauunternehmer Hans Peter Haselsteiner; das Unternehmen besteht seit 2017.

© https://oeklo.at
Auch Martin Giefing ist von der Idee überzeugt. „Das Öklo ist derzeit komplett im Trend, allerdings noch eher im urbanen Bereich. Ich kenne es zum Beispiel auch von Wanderungen durch Weinberge bei Wien. Aber auch rund um den Neusiedler See gibt es meines Wissens schon einige Gemeinden, in denen es ein solches WC gibt.“ Martin Giefing und andere Gemeindevertreter haben sich zudem am Städte- und Gemeindetag vom Unternehmen selbst über die Vorzüge informieren lassen. „Ich habe dann auch noch ein bisschen herumgefragt und herumtelefoniert. Es haben mir alle bestätigt, dass sie es nicht bereut haben.“
Weitere Einsatzgebiete in Neudörfl sind zunächst nicht geplant
Weitere Einsatzgebiete für ein Öklo sind in Neudörfl nach aktuellem Stand nicht vorgesehen. „Als Gemeindevertreter sind wir für den öffentlichen Raum zuständig. Ich sehe eigentlich keine Bereiche, wo es weiteren Bedarf geben würde“, so Martin Giefing.