Sieben Jahre nach dem Kauf: Baustart in Neusiedls Seegärten
OSG
Wo bis vor wenigen Jahren noch Tennisspielerinnen und Tennisspieler ihre Matches austrugen, rollen nun die Bagger an. Mit einem Spatenstich hat die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG) am Freitag den Baustart für das Wohnprojekt „Seegärten“ in Neusiedl am See gefeiert. Bis aus den ersten Plänen Realität wurde, vergingen allerdings fast sieben Jahre.
Spatenstich für 24 Wohneinheiten in 12 Doppelhäusern.
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Bereits Mitte 2019 kaufte die OSG die Tennishalle samt Grundstück in den Seegärten. Die Absicht war damals klar: Die Halle sollte einem Wohnbauprojekt mit Reihen- und Doppelhäusern weichen. Doch zwischen Kaufvertrag und Spatenstich lagen zahlreiche Hürden.
Warum es so lange gedauert hat? Die Antwort führt zurück in eine Zeit, als auf dem Gelände noch regelmäßig Tennis gespielt wurde. Ursprünglich hatte sich die OSG bereit erklärt, die Halle noch ein weiteres Jahr offen zu halten, damit für die Tennissportlerinnen und Tennissportler eine neue Lösung gefunden werden konnte. Aus einem Jahr wurden schließlich drei.
Erst im Frühjahr 2023 flogen die letzten Bälle über die Netze der alten Halle. Seit 2024 steht dem UTC Neusiedl am See sowie Hobbyspielern eine neue Tennishalle unweit des bisherigen Standorts zur Verfügung.
„Wir haben das Zugeständnis gerne gemacht, um im Gegenzug eine Widmung für Wohnbau zu erhalten“, sagt OSG-Geschäftsführer Alfred Kollar zur verlängerten Übergangsphase.
Denn auch rechtlich musste zunächst der Weg für das Projekt freigemacht werden. Das Grundstück war als Bauland für Fremdenverkehr und Freizeit gewidmet. Erst nach der Umwidmung zu Wohnbauland konnten die Planungen konkret vorangetrieben werden.
Nun liegen sämtliche Bewilligungen vor. Nach den Plänen des Oberwarter Büros BPM entstehen in den Seegärten insgesamt 24 Reihenhäuser in moderner Doppelhausbauweise. Angeboten werden zwei Haustypen mit rund 117 beziehungsweise 130 Quadratmetern Wohnfläche.
Dass das Interesse an den Häusern groß ist, zeigt sich bereits vor Baubeginn. Nach Angaben der OSG waren zum Zeitpunkt des Spatenstichs bereits 15 Häuser vergeben, vier weitere reserviert. Für Kollar bestätigt die Nachfrage den eingeschlagenen Weg. „Das Projekt Seegärten hat sich super entwickelt, ich bin sehr zufrieden“, betont er.
„Ein Ort, der viele Jahre für Bewegung und Sport stand, erhält nun eine neue Bestimmung. Es entsteht ein neuer Lebensraum für alle, die ihren Lebensmittelpunkt in Neusiedl am See finden möchten. Damit wird ein weiterer wichtiger Schritt für eine zukunftsorientierte Wohnraumentwicklung in unserer Stadt gesetzt“, betont Bürgermeisterin Elisabeth Böhm.
Trotz des Baustarts bleibt ein Teil des Areals zunächst unverbaut. Rund ein Drittel der Fläche hält die OSG für einen möglichen Pflegestützpunkt frei, den Neusiedl am See nach dem Burgenländischen Pflegemodell erhalten soll.
Konkrete Ausschreibungen des Landes Burgenland gibt es derzeit noch nicht. Die OSG möchte sich jedoch an einem entsprechenden Vergabeverfahren beteiligen.
Kollar sieht beide möglichen Entwicklungen positiv: „Wir würden uns über einen Zuschlag für so ein Projekt freuen, andererseits würden wir an dieser Stelle weitere sechs Doppelhaushälften bauen.“
Damit ist die Entwicklung des ehemaligen Tennisareals noch nicht vollständig abgeschlossen. Während auf zwei Dritteln des Grundstücks nun ein neues Wohnquartier entsteht, hängt die Zukunft des verbleibenden Drittels von den weiteren Entscheidungen des Landes ab.
Aktualisiert am 23.6.2026 um 13:17