Pflegeheim Rudersdorf: Klage nach Kündigung
Pflegestreit
Das Land Burgenland hat die Tagsatzvereinbarung mit dem Seniorenhaus Rudersdorf gekündigt. Die Betreiberin klagt, das Land bleibt aber bei seiner Linie und organisiert neue Plätze für die Bewohner:innen.
„Wir lassen niemanden im Regen stehen“, sagt Landesrat Schneemann. Jede und jeder Betroffene soll einen passenden Pflegeplatz erhalten.
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Die Aufkündigung der Tagsatzvereinbarung mit dem Seniorenhaus Rudersdorf (die BVZ berichtete) sorgt weiter für Bewegung. Nachdem das Land Burgenland den Vertrag beendet hat, geht die Betreiberin Petra Wagner nun rechtlich dagegen vor. Ihr Anwalt Dieter Böhmdorfer bestätigte eine Klage am Landesgericht Eisenstadt. Die Kündigung sei „willkürlich“ erfolgt.
Aus Sicht des Landes ist der Schritt hingegen die Folge einer umfassenden Prüfung. Soziallandesrat Leonhard Schneemann spricht von schwerwiegenden Vorwürfen gegen die Führungsebene des Heims. Während die Pflegekräfte vor Ort ihre Arbeit gut leisten würden, gehe es um den Umgang mit öffentlichen Geldern.
Konkret stehen hohe Geschäftsführerbezüge, Dienstfahrzeuge und Gewinnausschüttungen im Raum. Besonders kritisch bewertet wird ein Liegenschaftsverkauf: Die Immobilie soll von Wagner an eine eigene GmbH verkauft worden sein, wodurch rund 1,3 Millionen Euro an sie geflossen sein sollen. Wagner hat diese Vorwürfe zurückgewiesen.
„Mit Pflege darf kein Gewinn gemacht werden. Daran ändert auch eine eingebrachte Klage nichts“, betont Schneemann. Für das Land sei klar, dass ein Pflegeheim nicht zur „Gelddruckmaschine auf Kosten der Allgemeinheit“ werden dürfe.
Die Kündigung erfolgt mit einer Frist von drei Monaten. In dieser Zeit organisiert das Land neue Plätze für alle Bewohner:innen. Angehörige wurden bereits informiert, die zuständige Fachabteilung koordiniert derzeit die Verlegungen.
Ziel sei ein möglichst reibungsloser Übergang. Kapazitäten wurden unter anderem im Pflegeheim Olbendorf gesichert. Auch bei möglichen Mehrkosten will das Land individuelle Lösungen finden.