So wird die neue Klinik in Gols aussehen
Pläne präsentiert
Die Klinik Gols nimmt Gestalt an, bis es losgeht, dauert es aber noch ein wenig: Land, Gesundheit Burgenland und die Architekturwettbewerb-Gewinner haben ihre Pläne erstmals präsentiert. Mit einem Baustart rechnet man - wenn alles nach Plan läuft - frühestens Ende 2028.
Der Haupteingang der Klinik Gols laut Plan der Grazer Architektur-Bietergemeinschaft. Das Gebäude soll sich in die Natur einfügen.
© EDERER,HAGHIRIAN Architekten ZT-GmbH
Vor einem Jahr wurde der Bau der Klinik Gols ausgeschrieben: Einen Tag vor Weihnachten hat Landeshauptmann Hans Peter Doskozil mit der Gesundheit Burgenland und den Projektleitern nun die Pläne für das neue Krankenhaus vorgestellt. Für den Bezirk Neusiedl am See und das Nordburgenland ein „vorzeitiges Weihnachtsgeschenk“, meinte Doskozil bei der Präsentation in Eisenstadt.
Die ersten digitalen Entwürfe zeigen einen hellen Bau, der sich – mit „zurückhaltender Gebäudehöhe“ und Seeblick – in die Landschaft einbetten soll. Unter insgesamt 22 eingereichten Projekten setzte sich die Grazer Bietergemeinschaft Ederer, Haghirian Architekten ZT-GmbH und Wendl ZT GmbH durch. Das Architekturbüro Ederer & Haghirian zeichnete bereits für die Pläne der neuen Klinik Oberwart verantwortlich.
© EDERER,HAGHIRIAN Architekten ZT-GmbH
„Der Entwurf ist klar strukturiert und aufgeräumt, und er steht im bestmöglichen Einklang mit der umgebenden Natur“, erinnerte der Landeshauptmann an einen zentralen Punkt der Ausschreibung und der Pläne. Er freue sich schon darauf, wie die Klinik Gols wachsen wird, sagte Doskozil. Mit dem Abschluss des Architekturwettbewerbs habe man dazu einen großen Schritt gemacht: „Wie versprochen, sollen die Menschen im Nordburgenland von einer hochwertigen Akutversorgung und von zusätzlichen Spitzenleistungen in Wohnortnähe profitieren.“
Das Spital wird von einem Grüngürtel umgeben und so direkt mit der Landschaft verzahnt sein, die man auch von innen gut im Blick haben soll. „Die Betten in den Zimmern sind zur offenen Landschaft hin orientiert und schauen weit in den Naturraum hinein“, so Architekt Franz Ederer. Auch die Gebäudehöhe werde bewusst gering gehalten und die von der Gesundheit Burgenland definierte Maximal-Höhe von 20 Metern deutlich unterschritten. Die Bodenversiegelung soll auf ein Minimum reduziert werden.
Als „Herzensprojekt“ mit hoher regionaler Bedeutung bezeichnet der Golser Bürgermeister und SPÖ-Landtagsabgeordnete Kilian Brandstetter die geplante Klinik. Neben der Gesundheistversorgung erwartet man sich auch wirtschaftlich viel Schwung: Das Krankenhaus soll im Vollausbau schließlich bis zu 400 neue Arbeitsplätze mit sich bringen.
Von anspruchsvollen Anforderungen berichteten die Architekten Ederer und Armin Haghirian ebenfalls – mit starkem Augenmerk auf Ökologie. „Geplant ist zudem der Einsatz erneuerbarer und alternativer Energien sowie eine intensive Begrünung von Dachflächen, Innenhöfen und Außenräumen, und das alles innerhalb des vorgegebenen Kostenrahmens“, wird seitens der Architekten betont. Für die künftigen Patientinnen und Patienten verspricht Franz Öller, Geschäftsführer der Gesundheit Burgenland, „einfache Orientierung, kurze Wege und Stationsbereiche mit wohnlicher Atmosphäre“.

© Wolfgang Millendorfer
Wie es weitergeht, erläuterte Projektleiter Christian Hofstädter: Ende Jänner starten die Vorentwurfsplanungen, die als erste Phase rund ein Jahr dauern werden. Danach folgen die Freigaben durch die Gremien und die Entwurfs- und Einreichplanung mit einer Dauer von etwa eineinhalb Jahren.
Läuft alles nach Plan, könnte frühestens Ende 2028 oder Anfang 2029 der Spatenstich erfolgen. Um Verzögerungen zu vermeiden, will Doskozil überregionale NGOs aus dem Bewilligungsverfahren ausschließen, wie er ankündigte. Hintergrund ist der Einspruch des niederösterreichischen Vereins „Pro Thayatal“ gegen das Flächenwidmungsverfahren, der das Projekt in der Vergangenheit verzögerte und zu einer Novelle des Krankenanstaltengesetzes führte, um das Verfahren zu beschleunigen.