Pöttschinger Dialoge: Das Jahr 1223 steht im Fokus
800 Jahre Pöttsching
Dr. Susanna Steiger-Moser hielt vor zwei Wochen den ersten geschichtlichen Vortrag im Jubiläumsjahr.
Dr, Susanna Steiger-Moser machte kürzlich den Auftakt zur Vortragsreihe anlässlich dem 800 Jahr-Jubiläum von Pöttsching.
© BVZ, Judith Jandrinitsch
Da Pöttsching im Jahr 2023 sein 800-jähriges Jubiläum feiert, gibt es hinsichtlich dieses Ereignisses einige geplante Veranstaltungen. Eine davon sind die Pöttschinger Dialoge, die von der Pöttschinger Historikerin Susanna Steiger-Moser ins Leben gerufen worden waren.
„Pöttsching“ oder „Beseneu“
Der erste dieser Vorträge, die dieses Jahr monatlich stattfinden werden, handelte von dem Jahr 1223. Damals tauchte Pöttsching - oder zu dieser Zeit lateinisch „Beseneu“ genannt - zum ersten Mal in einer Urkunde auf. Dies wird zumindest stark angenommen. „Die Urkunde aus diesem Jahr ist leider unauffindbar“, erzählt Steiger-Moser, „aber Urkunden aus den Jahren 1228 und 1242 bestätigen durch eine wortgetreue Übernahme des Textes, dass Pöttsching schon 1223 existiert hat.“ In ihrem Vortrag berichtete Steiger-Moser über die Lebenssituation von damals, welches Geschlecht dort gelebt hat und welche Herrschaften überwiegten. Die Besener haben sogar einen Auftritt im Nibelungenlied, auch darüber erzählte die Historikerin. Zusätzlich wurden die Grafen von Mattersdorf - dem heutigen Mattersburg - und Forchtenstein sowie die damals existierende Judenfeindlichkeit thematisiert. Der Vortrag dauerte eine Stunde, dicht gefolgt von einer Fragerunde. Insgesamt kamen 120 interessierte Zuhörer und Zuhörerinnen, die dem Vortrag folgten.
Dialoge statt Chronik
Das ganze Konzept wurde von Susanna Steiger-Moser entwickelt. „Eine Dorfchronik ist bereits im Jahr 1984 herausgekommen“, so Steiger-Moser, „da wollte ich keine Neuauflage bringen.“ Aus diesem Grund organisierte sie historische Vorträge, alle unterschiedliche geschichtliche Themen Pöttsching betreffend und an anderen Orten verteilt. „Das Projekt soll mit internen Historikeren aus dem Dorf, aber auch mit externen Historikern stattfinden“, erklärt Steiger-Moser, „deswegen auch der Name Pöttschinger Dialoge.“ Gemeinsam mit ihren Kollegen Dr. Andreas Steiger, Dr. Karl Gruber und Walter Hermann wird sie die Vorträge das ganze Jahr über betreuen.