Storchenbestand wächst: Warum das Burgenland profitiert
Population wächst
Die Storchenpopulation im Burgenland wächst weiter. 2024 zählten Fachleute 156 Brutpaare und 399 Jungvögel – so viele wie noch nie. Die Entwicklung steht in engem Zusammenhang mit gezielten Fördermaßnahmen und der Bedeutung intakter Feuchtwiesen.
In Rust am See fliegen dieser Tage die Störche ein, um am Ufer des Neusiedler Sees den Sommer zu verbringen.
© APA/Robert Jäger, APA/Robert Jäger
Wenn im Frühjahr das Klappern der Störche über Dächer und Felder klingt, zeigt sich sichtbar, was die aktuellen Zahlen belegen: Die Population erholt sich. 2024 wurden im Burgenland 156 Brutpaare und 399 Jungvögel erfasst. Noch 2020 lag der Bestand bei 123 Brutpaaren und 262 Jungvögeln.
„Die aktuellen Höchststände zeigen, dass sich die Storchenpopulation nach den Verlusten der vergangenen Jahrzehnte wieder gut erholt hat. Mit unserer Storchennest-Förderung sorgen wir dafür, dass genügend geeignete Nistplätze vorhanden sind und sich die Störche weiterhin gerne im Burgenland ansiedeln“, sagt Landeshauptmann-Stellvertreterin (LH-Stv.) Anja Haider-Wallner, die als Landesrätin für Naturschutz zuständig ist. Der Weißstorch zählt sowohl im Burgenländischen Naturschutz- und Landschaftspflegegesetz als auch in der Vogelschutzrichtlinie der Europäischen Union zu den besonders geschützten Arten.
Nach einem massiven Rückgang der Storchenpopulation im späten 20. Jahrhundert – 1986 wurden österreichweit nur noch 273 Brutpaare mit 518 ausgeflogenen Jungvögeln gezählt – zeigt die Kurve seit einigen Jahren deutlich nach oben. 2024 wurde in Österreich erstmals die Marke von 1.000 ausgeflogenen Jungstörchen überschritten – ein historischer Höchststand
Eine zentrale Rolle spielt ein Förderprogramm, das das Land Burgenland 2019 eingeführt hat. Es unterstützt den Bau und die Instandsetzung von Horsten. Auch 2026 stehen dafür erneut 10.000 Euro bereit, pro Standort können bis zu 1.500 Euro ausbezahlt werden. Die Maßnahme richtet sich an Privatpersonen, private Vereine und Gemeinden.
Der Zusammenhang zwischen Förderung und Bestand zeigt sich deutlich. Seit Beginn des Programms steigt die Zahl der Brutpaare kontinuierlich. Mit 156 Brutpaaren beherbergt das Burgenland heute mehr Störche als jedes andere österreichische Bundesland.
Neben stabilen Nistplätzen sind extensiv bewirtschaftete Feuchtwiesen entscheidend. Sie bieten Nahrung und Lebensraum – für Störche und zahlreiche weitere Arten. „Insgesamt ist die Entwicklung sehr erfreulich. Damit das auch langfristig so bleibt, müssen wir aber vor allem extensiv bewirtschaftete Feuchtwiesen erhalten. Sie sind entscheidend dafür, dass sich der positive Trend beim Storch dauerhaft fortsetzt“, so Haider-Wallner.
Gleichzeitig stehen die Tiere vor Herausforderungen: Der Verlust von Grünland, sinkende Bestände von Insekten und Amphibien sowie zunehmende Trockenperioden führen zu weniger Feuchtflächen. Auch klimatische Veränderungen wirken sich aus. Westwärts ziehende Populationen verkürzen ihre Routen und überwintern teils in Westeuropa. Die burgenländischen Ostzieher kehren ebenfalls früher zurück, weil früh eintreffende Tiere bessere Chancen auf geeignete Brutplätze haben. Langfristig können sich dadurch die Zugzeiten verschieben.
Aktualisiert am 10.3.2026 um 14:40