Fritz Grubhofer: Kreativer Geist auf vielen Ebenen
Porträt
Universalgelehrter. Ein Ausdruck aus einer anderen Zeit, wie es scheint. In Winden jedoch ist ein Maler beheimatet, den man durchaus als solchen bezeichnen kann. Fritz Grubhofer ist sein Name. Neben der bildenden Kunst widmet er sich mit viel Leidenschaft der Philosophie, Literatur, Mathematik, aber auch vor Biologie macht er keinen Halt. Seine farbenprächtigen Ölwerke kann man ab 10. Oktober in der „moq Art Now “-Galerie in Neusiedl bestaunen.
Fritz Grubhofer lebt eine Hälfte des Jahres in Winden am See, die andere auf Fuerteventura. Nicht nur für die Malerei brennt das Herz des Windeners, auch Philosophie und Literatur zählen zu seinen Leidenschaften.
© Nina Mayer
Tritt man in das weitläufige Atelier Fritz Grubhofers, wird man von zweierlei Komponenten gefangen genommen. Zum einen sind es die alten, wunderschön renovierten Gewölberäumlichkeiten mit dem Sandsteinfußboden, dessen Strukturen, wenn man genau hinblickt, Muscheleinschlüsse zeigen und von längst vergangenen Zeiten erzählen. Zum anderen sind es die hauptsächlich großformatigen Bilder des Künstlers. Farbenfroh in ihrem Sein, Assoziationen von Lebensfreude hervorrufend.
Nicht verwunderlich, denn wie Fritz Grubhofer erzählt, entstehen viele seiner Werke auf Fuerteventura, wo er die Hälfte des Jahres lebt und in seinem Atelier arbeitet.
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Gibt es einen freien Willen?
Das fuerteventurische Atelier punktet mit Meerblick, das Dorf, in dem es sich befindet, bewohnen lediglich 80 Einwohner. Ruhe pur. Dazu fällt dem Künstler ein Spruch ein: „Wer Einsamkeit leben kann, erlebt auch Freiheit“.
Das Gespräch schweift ab, in ungewohnte Tiefen darf man mit Fritz Grubhofer tauchen. Nietzsche kommt ebenso zu Ehren, wie Platon. Die Möglichkeit eines freien Willens steht als Frage im Raum, die Möglichkeit der Freiheit des Geistes ebenso. Fritz Grubhofer hat sie gefunden, die Freiheit des Geistes. Sie spiegelt sich in seinen Werken wider.
Er beginnt nicht mehr das zu malen, was er sieht, was er fühlt, sondern das, was in ihm ist, in seiner Seele lebt. „Die Seele muss sich anstrengen“, sein Credo.

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Burgenland als Inspiration für den Sommer
Nach Winden kam der gebürtige Niederösterreicher übrigens vor 35 Jahren. Arbeitete er früher in malerischen, wunderschönen Hinterhofateliers im Herzen Wiens, schuf er sein erstes Atelier in Winden am oberen Ende der Ortschaft, hineingebaut in den Berg, mit einer Glasfront mit Blick in einen geheimnisvollen Baumbestand.
Der Winzer, Herr Leeb, stellte ihm als nächstes Räumlichkeiten für ein neues Atelier in seinem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude zur Verfügung, von denen er auf Anhieb begeistert war. Ein Glücksfall war's, denn der Weinbauer stellte sich obendrein als sehr kreativ heraus.
Für die im Oktober stattfindende Vernissage benötigte Fritz Grubhofer Namen für seine Bilder. Herr Leeb schritt siegessicher von einem zum anderen und kreierte Titulierungen, die sich hören lassen können. Und das ganz ohne nachzudenken. „Siesta“, „Seafood Salad“ oder „Ara im Aufflug“ - ja, das hat was.

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Vom Künstlerkreis Brücke zum „Lyrischen Expressionismus“
Künstlerisch faszinierten Fritz Grubhofer anfänglich die Brücke-Maler, wie Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff, wichtige Vertreter des Expressionismus und Wegbereiter der klassischen Moderne. Expressionistische Akte malte Fritz Grubhofer, entwickelte sich immer weiter bis er bei seinem heutigen Stil landete: dem „Lyrischen Expressionismus“. Sie haben davon noch nichts gehört? Kein Wunder, eine Stilrichtung die der Windener kreierte.
Öl ist die Farbe, mit der er seine Werke erstellt. Bilder zu erklären hält Fritz Grubhofer für Unsinn, Bilder muss man spüren. Entweder sie gefallen oder nicht. Ein paar Mal bekam er schon die Frage gestellt: „Wer sind sie?“ Seine Antwort: „Schauen Sie meine Bilder an und Sie wissen wer ich bin!“

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„Moq Art Now“ stellt aus
Betrachten kann man seine Bilder bei einer Vernissage am 10. Oktober in der „moq Art Now“-Galerie in Neusiedl. Um 19 Uhr ist Beginn. Ach ja, zu dieser gibt es auch ein paar interessante Details zu erzählen: die Inhaberin heißt Bianca Froese-Acquaye. Ihre Wurzeln liegen in Deutschland und Ghana.
Aufgewachsen ist sie in der DDR, ein glücklicher Liebeszufall ließ sie vor 20 Jahren in Purbach landen, wo sie ihre neue Heimat fand. Schon Viele Jahre managt sie die Band „Tangerine Dream“, zog mit ihr auf Tourneen durch die Welt, nun betreibt die selbst als Malerin die Neusiedler Galerie, mit der sie sich ganz der Kunst widmen kann.