Schloss-Spiele-Vorschau: „Zauberkönig“ Böck lädt in den Wiener Wald
Präsentation
Am 1. Juli feiert Ödön von Horváths Volksstück Premiere in Kobersdorf: Einen ersten Ausblick auf die „Geschichten aus dem Wiener Wald“ gab das Leading-Team rund um Intendant Wolfgang Böck zusammen mit dem Land und Sponsoren nun in Eisenstadt. Es darf gelacht und vor allem auch nachgedacht werden ...
Vorfreude auf die Saison: Regisseur Michael Gampe, Bühnenbildner Erich Uiberlacker, Intendant Wolfgang Böck, Kulturbetriebe-Geschäftsführerin Claudia Priber, Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Kobersdorfs Bürgermeister Andreas Tremmel, Burgenland-Energie-Vorstandsvorsitzender Stephan Sharma und Schloss-Spiele-Prokurist Thomas Mersich (v.l.).
© Gregor Hafner, HAFNER Gregor
Wolfgang Böck gibt auf der Kobersdorfer Schlossbühne in der Regie von Michael Gampe heuer den kuriosen Puppenklinik-Besitzer, den alle nur „Zauberkönig“ nennen und dessen Tochter Marianne verzweifelt versucht, sich zu emanzipieren und aus der Verlobung mit dem Fleischhauer Oskar in die vermeintliche Freiheit mit dem Hallodri Alfred zu entfliehen. Premiere der „Geschichten aus dem Wiener Wald“ wird am 1. Juli gefeiert.
Das Stück passe in unsere Zeit, hob Landeshauptmann und Kultur-Referent Hans Peter Doskozil bei der gemeinsamen Präsentation im Kulturzentrum Eisenstadt hervor. Regisseur Michael Gampe sprach bei der Pressekonferenz auch die Gewalt-Thematik oder „Parteien, die letztlich eine rückwärtsgewandte Familienpolitik machen“ an. Unter diesem Aspekt sei das 1931 uraufgeführte Stück nach wie vor aktuell.
Die Geschichte erzähle vom Versuch, aus engen gesellschaftlichen Kreisen auszubrechen, der „sehr tragisch und dramatisch scheitert“. Alle seien bestrebt, sich zu verbessern und sich auf Kosten anderer hinaufzuarbeiten, ohne sich dessen bewusst zu sein. „Jede von diesen Figuren versucht ihr Bestes, mit der guten Überzeugung, im Recht zu sein“, sagte Gampe. Letztlich ende das aber in „unglaublicher Rücksichtslosigkeit“.
Große Bühne für die Präsentation in der Landesgalerie
Für Intendant Wolfgang Böck sind die „Geschichten aus dem Wiener Wald“ der Abschluss einer seit 2020 laufenden Reihe von Stücken österreichischer Autoren bei den Schloss-Spielen. Nach Peter Preses und Ulrich Becher („Der Bockerer“), Ferdinand Raimund („Der Alpenkönig und der Menschenfeind“) sowie Peter Turrini („Der Diener zweier Herren“ nach Goldoni) folgt heuer Ödön von Horváth, ehe 2026 Michael Frayns „Nackter Wahnsinn“ in Kobersdorf Einzug hält.
Der Wiener Wald nimmt bei den Schloss-Spielen die Form von Gestänge an, dahinter liefern sechs Einzelbilder jeweils den örtlichen Rahmen, etwa die Wachau, ein Café oder eine Straße, wie Bühnenbildner Erich Uiberlacker erklärte. Zeigen sollen sie einen „magischen Hyperrealismus“, eine Schönheit, die im Kontrast zu den Handlungen auf der Bühne steht.
„Diese Landschaften können ja auch nichts dafür, wie die Menschen miteinander umgehen“, so Uiberlacker. In der zweiten Hälfte des Stückes werden sie alle gleichzeitig zu sehen sein, „quasi als Gedächtnis auch in die Vergangenheit“.

© Gregor Hafner, HAFNER Gregor
Die Hauptrolle der Marianne spielt Clara Wolfram, ihren Verlobten Oskar Lukas Haas und ihren Liebhaber Alfred Nils Hausotte. Alexandra Maria Timmel ist als Valerie zu sehen, Reinhold Moritz als Hierlinger Ferdinand und Christoph-Lukas Hagenauer als Havlitschek. Die Produktionsleitung übernimmt wie bisher Karin Gollowitsch.
„Mit insgesamt 291.093 Besucherinnen und Besuchern und einer durchschnittlichen Gesamtauslastung von 96 Prozent im Zeitraum 2004 bis 2024 zählen die Schloss-Spiele Kobersdorf unter der Intendanz von Wolfgang Böck zu den erfolgreichsten Theaterfestspielen Österreichs“, verkündete der kaufmännische Leiter Thomas Mersich.
Als Sponsoren sind auch wieder die Waldquelle Kobersdorf, die Sektkellerei Szigeti sowie die Burgenland Energie an Bord. Die kulturelle Energie hob Vorstandsvorsitzender Stephan Sharma hervor. Für die mittlerweile 53. Spielsaison auf Schloss Kobersdorf ist somit alles bereit!
Infos und Karten gibt es online unter www.schlossspiele.com