Zum 75er bereitet sich Hans Niessl auf einen neuen Wahlkampf vor
Präsidenten-Kandidatur
Der frühere Landeshauptmann feiert am 12. Juni den halbrunden Geburtstag und erneuert sein Interesse an einer Hofburg-Kandidatur: „Es geht stark in Richtung überparteiliche Plattform.“ Auch politische Forderungen hat Niessl bereits im Gepäck.
Hans Niessl. Der ehemalige Landeshauptmann bringt sich als möglicher „aktiverer Bundespräsident“ ins Spiel.
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Als Präsident von Sport Austria ist Hans Niessl nach fast 20 Jahren als Landeshauptmann 2019 nahtlos in eine neue, große Aufgabe gestartet. Jetzt hat der Alt-Landeschef noch größere Ambitionen: Eine mögliche Kandidatur für die Bundespräsidentschafts-Wahl 2028 wird wahrscheinlicher, wenn es nach Niessls Plänen geht.
Derzeit trifft er nicht nur Vorbereitungen dafür, sondern auch für seinen 75. Geburtstag. Den wird er am 12. Juni mit Familie und Freunden nur im kleinen Kreis feiern – der Halbrunde ist aber zugleich ein Anlass zum Rück- und Ausblick. Im Gespräch mit der APA forderte Niessl von der Bundesregierung Reformen und die Entlastung des Mittelstandes.
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Auf seine Pläne zur Bundespräsidentschafts-Wahl, die er im Februar erstmals verkündet hatte, sei er sehr oft angesprochen worden, sagt Niessl. Als Präsident von Sport Austria arbeite und denke er überparteilich, sein politischer Zugang sei ein pragmatischer. Deshalb bereite es ihm Sorge, „dass die Gräben im Land tiefer werden und die Polarisierung größer“.
„Ich wäre ein aktiverer Bundespräsident“
Wäre er Bundespräsident, würde er dafür sorgen, dass diese Gräben zugeschüttet werden und das Miteinander wieder in den Vordergrund rückt, sagt Niessl. Und: „Ich würde mich zu wichtigen Themen mit Nachdruck zu Wort melden. Ich würde erstmalig ein aktiverer Bundespräsident sein.“
Als Niessl erstmals eine Kandidatur ins Spiel brachte, trug er sich auch seiner Partei an, jetzt meint der Alt-Landeshauptmann, er würde wahrscheinlich nicht als SPÖ-Kandidat antreten. Alternativ fasst er nun eine überparteiliche Plattform ins Auge, die von Vertretern aller politischen Parteien unterstützt wird.
Ob die SPÖ dann einen eigenen Kandidaten aufstellt, müsse sie selbst entscheiden. Das für einen Wahlkampf notwendige Budget muss erst aufgestellt werden. Das nötige Budget für seinen Wahlkampf muss erst aufgestellt werden.

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„Ich erinnere an Kreisky“
Als Bundespräsident würde Niessl auch einen von der FPÖ gestellten Bundeskanzler angeloben, sagt er im Hinblick auf die Diskussionen nach der letzten Nationalratswahl. Die Umfragen, in denen die Freiheitlichen immer stärker werden, sieht er aus Sicht der Bundesregierung als „Warnsignal“. Im Gegenzug fordert er Reformen in Wirtschaft und Bildung sowie die Entlastung des Mittelstandes: „Kürzen sollte man bei all jenen, die keinen Beitrag leisten.“
Wenn jemand eine zumutbare Arbeit nicht annimmt, müssten Sanktionen drohen, etwa die Kürzung von Sozialleistungen. Junge Menschen wiederum sollten zu einer Ausbildung verpflichtet sein. Auch die SPÖ solle sich auf den Mittelstand konzentrieren, der Fokus auf die sozial Schwächsten sei zu wenig, so Niessl. „Ich erinnere an Kreisky. Der hat Wahlen mit ,Leistung, Aufstieg, Sicherheit‘ gewonnen.“

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Einen Blick ins Burgenland machte Niessl im APA-Interview ebenfalls: Hier würden Wahlen von der SPÖ gewonnen, und Politik müsse „das tun, was den Menschen dient“, das werde im Land gelebt, streute der Alt-Landeshauptmann seinem Nachfolger Hans Peter Doskozil Rosen. Mit dem Landeschef, der sich noch von der Kehlkopf-Entfernung erholt, sei er in Kontakt: „Jetzt geht es darum, gesund zu werden und für das Burgenland gute Arbeit zu leisten.“