„Leitungswasser 500-mal günstiger als im Supermarkt“
Preiserhöhung WLV
Der Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland (WLV) will in den kommenden zehn Jahren über 400 Millionen Euro in die Modernisierung und den Ausbau des Wassernetzes investieren. Zur Finanzierung werden die Gebühren erhöht.
Der Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland (WLV) investiert 400 Millionen Euro in die Modernisierung des Wassernetzes.
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Mit diesen Investitionen reagiere man auf aktuelle Herausforderungen wie den Klimawandel, die wachsende Bevölkerung und eine alternde Infrastruktur, heißt es vom WLV.
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Für die Burgenländerinnen und Burgenländer führt das Investitionspaket allerdings zu höheren Preisen für Leitungswasser - einer „moderaten Gebührenanpassung“, wie es der Wasserleitungsverband nennt.
Alte Leitungen, neue Herausforderungen
Mit rund 3.000 Kilometern Leitungsnetz, 52 Brunnenanlagen, 62 Wasserbehältern sowie zahlreichen technischen Einrichtungen ist das Versorgungsnetz des WLV ein komplexes System – und vielerorts in die Jahre gekommen. Viele Komponenten stammen noch aus den 70er- und 80er-Jahren und stoßen zunehmend an ihre Belastungsgrenzen. „Um die Versorgung langfristig zu sichern, sind umfassende Investitionen notwendig“, betont der Obmann des WLV, Wimpassings Bürgermeister Ernst Edelmann.

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Bereits in den vergangenen Jahren habe man zahlreiche Maßnahmen umgesetzt: Transportleitungen und Ortsnetzleitungen wurden erneuert, Hochbehälter saniert, Brunnenkapazitäten erweitert und technische Anlagen modernisiert. Dennoch bestehe weiterhin einiger Handlungsbedarf.
Im Durschnittlich 3,55 Euro pro Monat teurer
Das neue Investitionsprogramm des WLV sieht neben Sanierungen auch den Neubau von Brunnenanlagen, Hochbehältern und Wasserwerken vor. Zudem sollen Transportleitungen ausgebaut, Hausanschlüsse erneuert und technische wie organisatorische Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz und Krisenfestigkeit umgesetzt werden. Der Fokus liege dabei auf Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit für die 66 Mitgliedsgemeinden des Verbands.

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Der WLV ist gemeinnützig organisiert – sämtliche Einnahmen fließen direkt in die Infrastruktur zurück. Ernst Edelmann, Obmann Wasserleitungsverband Burgenland.
Finanziert wird das Investitionsprogramm auch durch eine Gebührenerhöhung. Künftig kostet ein Kubikmeter Wasser 2,20 Euro netto, die monatliche Grundgebühr steigt auf 13,20 Euro. Für einen durchschnittlichen Haushalt im Nordburgenland bedeute das eine Mehrbelastung von rund 3,55 Euro pro Monat, rechnet der WLV vor.
„500-mal günstiger als im Supermarkt“
Einen Vergleich zieht der WLV auch zum Mineralwasser aus dem Supermarkt. Dieses seit trotz der Gebührenerhöhung noch deutlich teurer. Mit 0,22 Cent pro Liter sei das Wasser aus der Leitung „bis zu 500-mal günstiger“ als eine Literflasche Mineral aus dem Supermarkt.
Der Vergleich hinkt freilich etwas: Wasser aus dem Supermarkt wird kostenintensiv in Plastik- oder Glasflaschen verpackt, per LKW geliefert und dann auch noch von den Handelskonzernen - trotz Personal- und Lagerkosten - gewinnbringend verkauft.