Rekorderfolg für Musikschulen im Bezirk Neusiedl

prima la musica 2026

Beim Bundeswettbewerb „prima la musica“ haben junge Musikerinnen und Musiker aus dem Bezirk Neusiedl am See so erfolgreich abgeschnitten wie noch nie. Mehrere erste Preise, darunter gleich zwei außergewöhnliche Doppelerfolge, unterstreichen die starke Entwicklung der regionalen Musikschulen.

Gold für das Trio Cantovento: Noah Rak - Klarinette, Hannah Sachslehner - Oboe und Marie-Theres Allacher - Flöte

Gold für das Trio Cantovento: Noah Rak - Klarinette, Hannah Sachslehner - Oboe und Marie-Theres Allacher - Flöte

© Musikschulen Burgenland

Der größte Jugendmusikwettbewerb Österreichs fand heuer erstmals seit zehn Jahren wieder im Burgenland statt. Von 23. Mai bis 6. Juni präsentierten rund 1.100 Nachwuchsmusikerinnen und Nachwuchsmusiker aus Österreich, Liechtenstein und Südtirol in Eisenstadt und Pinkafeld ihr Können vor Fachjurys. Für die Musikschulen des Bezirks Neusiedl am See wurde der Wettbewerb zu einem besonderen Erfolg.

Für eine außergewöhnliche Leistung sorgten Marie-Theres Allacher aus Gols und Noah Rak aus Kittsee. Beide traten mit zwei verschiedenen Ensembles an und wurden dafür gleich zweimal mit einem ersten Preis ausgezeichnet.

Marie-Theres Allacher gewann mit dem Trio Cantovento und zusätzlich mit dem Ensemble „Aeris“ jeweils Gold. Die 18-Jährige spielt seit ihrer Volksschulzeit Querflöte. Die Entscheidung für das Instrument fiel nach einem Kennenlernen verschiedener Instrumente im Unterricht. „Die Flöte war mir sofort vertraut“, erzählt sie.

Die Vorbereitung auf den Wettbewerb begann bereits im September. Neben regelmäßigen Proben besuchte das Ensemble auch Masterclasses. Der organisatorische Aufwand war beträchtlich. „Mitunter dauerte die Anreise zu den Probeorten länger als die Probe selbst – aber der Aufwand hat sich letztendlich gelohnt“, berichtet Allacher. Über die Auszeichnung zeigte sie sich überrascht: „Wir, als Trio Cantovente, haben uns natürlich sehr gefreut, insbesondere, weil wir nicht unbedingt damit gerechnet haben.“

Auch ihr Kollege im Trio Cantovente, der Kittseer Noah Rak durfte sich über zwei Goldmedaillen freuen. Auch mit dem Klarinetten-Quartett "Quartetto Clarissimo" holte er den 1. Preis. Der 21-Jährige begann bereits 2010 an der Musikschule Kittsee mit Elementarem Musizieren. Nach ersten Erfahrungen mit Blockflöte und Saxophon wechselte er später zur Klarinette. Für den Wettbewerb investierten die Ensembles viel Zeit in die Vorbereitung. „Dann glaubt man, man hat es und dann findet man sofort die nächste Herausforderung im nächsten Level und dann geht es wieder weiter beim Feinschliff“, schildert Rak die intensive Probenarbeit. Besonders das zeitgenössische Wettbewerbsstück habe die Musiker gefordert.

Hannah Sachslehner aus Andau komplettierte das vergoldete „Trio Cantovente“.

Zu den Gold-Siegerinnen zählt auch Miriam Elisabeth Gruber aus Kittsee. Die elfjährige Gitarristin erhielt in ihrer Kategorie einen ersten Preis.

Begonnen hat sie im Jahr 2020, mitten in der Corona-Pandemie. Der Unterricht fand damals zunächst über den Bildschirm statt. Obwohl sie ursprünglich Geige lernen wollte, entschied sie sich schließlich für die Gitarre. „Die Gitarre ist es wegen dem Klang dann geworden“, sagt sie.

Der Erfolg kam für die junge Musikerin überraschend. „Das habe ich überhaupt nicht erwartet, ich habe mich riesig gefreut!“ Für den Wettbewerb habe sie intensiv geübt und jede Gelegenheit genutzt, ihre Stücke vorzuspielen.

Neben den vier Goldpreisträgerinnen und Goldpreisträgern aus dem Bezirk erreichte Alexander Gruber von der Musikschule Neusiedl am See einen zweiten Preis in der Kategorie Gesang. Die Ensembles „Flötensterne“ (Johanna Egger, Viktoria Meszaros,, Sofia Mikkelsen, Stella Bohrer) der Musikschule Neusiedl am See und "Lakeside Brass" (Karolina Neisse, Valerie Schreier Andert, Isabel Wendelin, Laura Michlits, Philipp Allacher, Sophie Michlits) der Musikschule Frauenkirchen wurde mit einem dritten Preis ausgezeichnet.

Für Johanna Ensbacher, Direktorin der Musikschulen Neusiedl am See und Kittsee, markieren die Ergebnisse einen Meilenstein: „So viele Musiker aus dem Neusiedler Bezirk haben noch nie so erfolgreich beim Bundeswettbewerb teilgenommen. Das ist unsere absoluter Rekord!“

Die Direktorin begleitete die Auftritte ihrer Schülerinnen und Schüler vor Ort. Die Teilnahme am Bundeswettbewerb sei bereits für sich genommen eine besondere Auszeichnung. „Beim Bundeswettbewerb dabei zu sein ist eigentlich schon der Hauptgewinn. Das Niveau ist unglaublich hoch, hier wird professionell und hochqualitativ musiziert.“

Auch Franziska Forbecini, Direktorin der Musikschule Frauenkirchen, verweist auf die intensive Vorbereitung hinter den Erfolgen. „Für Erfolg zählt nicht das Talent allein, auf das perfekte Zusammenspiel von Talent, Fleiß und Coaching kommt es an. Umso größer ist die Freude, dass für die jungen Musiker unseres Bezirkes so vieles gelungen ist.“

Insgesamt hatten sich 18 Solistinnen und Solisten sowie zehn Ensembles aus burgenländischen Ausbildungsinstitutionen über den Landeswettbewerb für das Bundesfinale qualifiziert. Die Ergebnisse der Musikschulen aus dem Bezirk Neusiedl am See zeigen dabei eindrucksvoll, wie konsequente Nachwuchsarbeit über viele Jahre Früchte tragen kann.