Synagoge bietet Erinnerungsarbeit und Kultur
Programm
Mit einem vielfältigen Programm setzt die Ehemalige Synagoge Kobersdorf im Spätsommer und Herbst wieder starke Akzente als Kultur-, Lern- und Gedenkort.
In der Synagoge ist bis 26. Juli die Ausstellung von Manfred Bockelmann zu sehen, auch für Schulen gibt es Workshops und Bildungsformate.
© Elisabeth Tritremmel
Noch bis 26. Juli bietet sich die Gelegenheit, die Ausstellung „Zeichnen gegen das Vergessen“ des österreichischen Künstlers Manfred Bockelmann zu besuchen.
Gleichzeitig gibt es eine wichtige Neuerung für Schulen: Seit April 2026 ist die Ehemalige Synagoge Kobersdorf als Lernort Teil eines Förderprogramms des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung und in den Mobilitätszuschuss des OeAD (Österreichs Agentur für Bildung und Internationalisierung) aufgenommen. Mit der Aufnahme in das Förderprogramm stehen Schulklassen künftig zusätzliche Möglichkeiten für den Besuch des Lern- und Gedenkortes offen. Schülerinnen und Schüler der 8. und 11. Schulstufe können finanzielle Unterstützung für Exkursionen und pädagogische Workshops erhalten. Abhängig von Entfernung und Gesamtkosten werden Anreise und Programme mit bis zu 250 beziehungsweise 500 Euro pro Klasse gefördert.
Die ehemalige Synagoge bietet speziell für Jugendliche von 13 bis 19 Jahren unterschiedliche Bildungsformate an. Im Mittelpunkt stehen die jüdische Geschichte der Region sowie die Auseinandersetzung mit der Synagoge, dem ehemaligen jüdischen Viertel und dem jüdischen Friedhof.
Das Angebot reicht von selbstständig durchführbaren Lernmodulen und klassischen Führungen bis hin zu Workshops zu jüdischer Geschichte und Gegenwart, Antisemitismusprävention, interreligiösem Dialog sowie Extremismus und Ausgrenzung. Die Programme richten sich an unterschiedliche Altersgruppen und ermöglichen eine altersgerechte, praxisnahe und vertiefende Auseinandersetzung mit Geschichte, Erinnerungskultur und Demokratiebildung.
Nach einer kurzen Sommerpause startet die ehemalige Synagoge Kobersdorf im September mit einem Kultur- und Vermittlungsprogramm in den Herbst. Den Auftakt bildet am 6. September um 15 Uhr im Rahmen der Europäischen Tage der jüdischen Kultur ein Vortrag von Mag. Dr. Gerhard Baumgartner zum Thema „Widerstand im NS-Regime“. Am 17. September um 19 Uhr steht mit „Zweig reloaded. Die Welt von gestern. Erinnerungen eines Europäers“ eine literarisch-musikalische Collage auf dem Programm. Am 24. September um 18 Uhr widmet sich Dr. Ines Koeltzsch in ihrem Vortrag „Zwischen Prag und Nikolsburg. Jüdisches Leben in den böhmischen Ländern“ einem weiteren bedeutenden Kapitel jüdischer Geschichte.
Weitere Gelegenheiten, die ehemalige Synagoge Kobersdorf kennenzulernen, bieten sich am 20. September im Rahmen des Waldquelle Familienwandertages sowie am 27. September beim Tag des Denkmals, bei dem ein geführter Rundgang durch die Synagoge und das Schloss Kobersdorf angeboten wird.