Burgenlands Zivildiener des Jahres kommt aus Rohrbach
Rafael Genave
Rafael Genave wurde für sein außergewöhnliches Engagement bei der Caritas zum burgenländischen Zivildiener des Jahres gewählt. Von August 2025 bis Ende April 2026 absolvierte der Rohrbacher seinen Zivildienst im Caritas-Zufluchtsraum in Eisenstadt. Er wurde im Bundeskanzleramt von Bundesministerin Claudia Bauer ausgezeichnet.
Rafael Genave wurde von Bundesministerin für Europa, Integration und Familie, Claudia Bauer, im Bundeskanzleramt zum Zivildiener des Jahres von Burgenland ausgezeichnet.
© BKA/Schrötter.
Von seiner Nominierung erfuhr Genave völlig unerwartet: „Als ich erfahren habe, dass ich nominiert wurde, war das eine sehr große Überraschung“, erzählt Rafael Genave. Auch hätte er nicht damit gerechnet, dass er zum Landessieger im Burgenland gekürt werden würde. Seine Arbeit habe er als selbstverständlich betrachtet: „Ich wurde schon etwas überrumpelt, aber bin unglaublich dankbar dafür.“
Für die Bewohnerinnen und Bewohner des Caritas-Zufluchtsraums war Rafael Genave weit mehr als ein Zivildiener. Mit viel Geduld, handwerklichem Geschick, technischem Know-how und vor allem einer gehörigen Portion guter Laune unterstützte der Rohrbacher Menschen, die von Obdachlosigkeit betroffen sind.
Eine seiner regelmäßigen Aufgaben war das sogenannte Freitagskochen. Viele Klientinnen und Klienten hatten wenig Erfahrung mit dem selbstständigen Kochen. Genave unterstützte sie daher nicht nur bei der Zubereitung, sondern übernahm gemeinsam mit ihnen die Planung, das Kochen, die Ausgabe der Mahlzeiten und anschließend auch das Aufräumen. Dabei habe er stets für Lockerheit und Zuversicht gesorgt und mit seiner positiven Art auch sein Umfeld angesteckt.
Von geflickten Kleidungsstücken bis zum IT-Support: Rafael Genave fand überall Lösungen
Sein besonderes Hobby, die Lederarbeit, erwies sich auch im Zufluchtsraum als großer Vorteil. Genave fertigt in seiner Freizeit Ledertaschen und Gürtel für sich, seine Familie und Freunde an und nahm dafür sogar sein Spezialwerkzeug von zu Hause mit. Für die Bewohner gab es dadurch immer wieder Hilfe bei kaputten Gürteln, Jacken oder anderen Kleidungsstücken.

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„Wenn er keine Lösung wusste, suchte er so lange nach einem Ausweg, bis er ihn auch fand“, schildert Zivildienstvorgesetzte Martina Hajdusich im Nominierungsformular. Diese Eigenschaft kam auch beim IT-Support zugute. Ob Probleme mit der SIM-Karte, ein Laptop, der nicht mehr funktionierte, oder Schwierigkeiten bei der Online-Buchung eines Fahrscheins – Genave war eine wichtige Anlaufstelle.
Dabei ging er auch ungewöhnliche Wege. Alte PCs zerlegte er, um brauchbare Elektronik zu retten und damit andere Systeme zu verstärken. Besonders erfolgreich waren seine kleinen Schulungsvideos für die sogenannten „Carla-Scanner“ zum Aufladen von Karten. Diese gingen innerhalb der ganzen Caritas sofort viral.
Rafael Genave engagiert sich bei der Feuerwehr, im Pfarrgemeinderat und der Ortsjugend
Auch bei der Organisation der Einrichtung brachte sich der Rohrbacher ein. Er ordnete das Lager, strukturierte die Kochküche neu und beschilderte wichtige Bereiche. Sachspenden, Fahrräder, Geschirr oder Kleidung holte er ab und sorgte dafür, dass diese fair verteilt wurden. Bei Zimmerräumungen packte er ebenso mit an wie beim Aufbau zusätzlicher Betten, wenn diese kurzfristig benötigt wurden.
Darüber hinaus brachte Genave zahlreiche eigene Ideen ein. Excel-Formeln wurden auf den neuesten Stand gebracht, Putzpläne überarbeitet und Abläufe verbessert. Sein Engagement beschränkte sich dabei nicht auf seine Dienststelle. Auch bei der Feuerwehr, der Ortsjugend und im Pfarrgemeinderat ist der Rohrbacher aktiv.
Für Martina Hajdusich ist daher klar, welchen Stellenwert Genave für die Einrichtung hatte: „Rafael Genave war der größte Segen in Form eines Zivildieners und wir vermissen ihn jeden Tag.“
Zur Auszeichnung „Zivieldiener des Jahres“:
Die Auszeichnung „Zivildiener des Jahres“ wird von der Zivildienstserviceagentur vergeben. Sie soll Zivildiener würdigen, die während ihres Dienstes besonders engagiert waren und mehr geleistet haben, als bloß ihre Pflicht zu erfüllen. Die Nominierung erfolgt durch die Zivildiensteinrichtungen. Für 2026 konnten Zivildiener nominiert werden, die ihren Dienst 2025 oder 2026 geleistet haben. Eine Fachjury wählt anschließend aus den Einreichungen die Preisträger aus. Es gibt einen Landessieger pro Bundesland, aus deren Kreis wiederum der Bundessieger gewählt wird.