Last Minute-Wahnsinn! Parndorf ringt den Tabellenführer nieder

REGIONALLIGA OST

Acht Spiele ungeschlagen – und diese Serie hat der SC/ESV Parndorf auch gegen Leader Leobendorf eindrucksvoll verlängert. Ein dramatischer Siegtreffer in Minute 94 machte das Heidebodenstadion zum Hexenkessel. Beide Trainer fanden danach klare Worte.

Last Minute-Wahnsinn! Parndorf ringt den Tabellenführer nieder

© Martin Ivansich

Es war angerichtet für einen spannenden Fußballabend. Das Duell lautete formstarke Parndorfer gegen den überlegenen Tabellenführer aus Leobendorf. Die Hausherren, seit acht Spielen ohne Niederlage, starteten mutig. Schon nach wenigen Sekunden gab es den ersten Angriff, wenig später die erste Ecke. Die erste Großchance folgte in Minute 26: Ein wuchtiger Kopfball von Florian Krutzler strich nur hauchdünn am langen Eck vorbei.

Fünf Minuten später war Dominik Schmidt nach einem Gestocher im Strafraum zur Stelle, traf den Ball aber nicht voll – wieder vorbei. Vom Tabellenführer war über weite Strecken erstaunlich wenig zu sehen. Ganz anders die Parndorfer, die besonders nach der Pause noch einmal gewaltig anzogen.

Eine Vielzahl an Chancen und ein Aluminium-Festival

Nach Wiederanpfiff nahm das Spiel richtig Fahrt auf. Parndorf kombinierte sich immer wieder gefährlich in den Strafraum. Die größte Gelegenheit vergab Simon Buliga, der aus drei Metern über das Tor schoss (54.). Weitere Schüsse von Krutzler und Schmidt wurden von der Leobendorfer Defensive in höchster Not geblockt. Die Schlussviertelstunde entwickelte sich dann zu einem wahren Aluminium-Festival. Zunächst zirkelte der eingewechselte David Krska einen gefährlichen Freistoß auf das das Tor, den Leobendorfs Schlussmann gerade noch zur Ecke lenkte. Aus dieser folgenden Ecke kam Simon Buliga zum Abschluss – sein Kopfball klatschte jedoch wuchtig an die Latte.

Nur wenig später fasste sich Florian Krutzler in Minute 78 ein Herz und zog aus rund 18 Metern ab – der Ball prallte an die Stange. Doch damit nicht genug: Der Abpraller sprang erneut vor die Füße des Parndorf-Stürmers, Krutzler schloss sofort wieder ab – und traf abermals nur die Stange.

Lukas Rath ließ das Heidebodenstadion beben

In der Schlussphase reklamierten die Parndorfer zweimal Elfmeter, beide Male kam der Joker Raul Bucur im Strafraum zu Boden. Defensivmann Christian Haider reklamierte bei der zweiten Szene (90.) zu energisch - Gelb-Rot. Das Spiel schien auf ein torlose Remis hinauszulaufen. Bis zur 94. Minute: Ein letzter Eckball, ein letztes Gestocher – und dann der Moment, der das Heidebodenstadion zum Tollhaus machte: Routinier Lukas Rath reagierte am schnellsten und hämmerte den Ball aus kurzer Distanz ins Netz. 1:0! Der hochverdiente Sieg war perfekt, Parndorf kletterte damit auf Rang drei in der Tabelle.

Stimmen zum Spiel

Paul Hafner (Trainer Parndorf):„Wir haben nach der Pause viele richtig gute Chancen herausgespielt. Die Mannschaft war enorm engagiert und hat sich verdient dafür belohnt.“

Lukas Fürhauser (Trainer Leobendorf):„Absolut verdient, wir müssen froh sein, dass wir nicht 3:0 verlieren. Heute haben wir eine Zweikampfquote von 30–40 Prozent gehabt. Dann gewinnst du halt kein Spiel.“

Statistik

SC/ESV Parndorf - SV Leobendorf 1:0 (0:0).-
Tor: 1:0 (94.) Rath.
Gelbe Karten: Haider (45+6. Foul); Fischer (44. Foul), Bernhard Hahn (45+2. Unsportlichkeit), Paric (52. Unsportlichkeit).
Gelb-Rote Karte: Haider (93. Kritik).
SR: Kilicdagi.- Parndorf, 500.
Parndorf: Mirkovic; Dornhackl, Bubalovic, Rath, Haider; Schmelzer (86. Bucur), Pointner (69. Krska); Schmidt, Schimandl (69. Nagy), Krutzler; Buliga.
Leobendorf:Sulek; Lechner, Streimelweger, Pavelic, Paric; Lazarevic, Mirkovic (88. Makrisevic; Gökcek, Botic (63. Terziu), Bernhard Hahn (46. Benjamin Hahn); Fischer (86. Stift).