Der Wehoferbach in Oberwart wird ab Feber wieder sichtbar
Renaturierung
Mitten in Oberwart entsteht Schritt für Schritt mehr Grün: Die Stadt setzt das geplante Renaturierungsprojekt rund um den Wehoferbach in Kürze um. Knapp 70 Parkplätze fallen dem Projekt aber zum Opfer.
Der Bach wird schrittweise wieder geöffnet. Der Kindergarten wird künftig nun mehr über eine Brücke erreichbar sein.
© Bertie Unger
Was lange geplant war, wird sichtbar. Im Feber beginnen die Arbeiten zur Renaturierung des Wehoferbachs im Zentrum von Oberwart. Zwischen Brückenwirt und Schulgasse wird der bisher großteils überdeckte Bachlauf schrittweise geöffnet. Anstelle versiegelter Flächen soll eine begrünte Zone entstehen, die dem Stadtbild mehr Luft, mehr Natur und mehr Aufenthaltsqualität bringt.
Auslöser für das Projekt war nicht nur der Wunsch nach mehr Grünraum, sondern auch der bauliche Zustand der bestehenden Überdachung. „Grundsätzlich geht es schon auch darum, dass die Überdachung des Baches aus den 1970-iger-Jahren statisch erledigt ist“, erklärt Amtsleiter Roland Poiger. „Da wurde es wirklich Zeit und da gab es die Idee, ein Projekt in Richtung Renaturierung aufzusetzen, das von Bund und EU stark forciert wird.“
In der Planungsphase wurden mehrere Varianten geprüft – von punktueller Öffnung bis zur vollständigen Freilegung. In Oberwart fiel die Entscheidung für die umfassende Lösung. Der Wehoferbach wird auf der gesamten Strecke sichtbar gemacht. Künftig werden Freibad und Kindergarten nur mehr über Brücken erreichbar sein. Das Gesamtprojekt ist mit rund 1,8 Millionen Euro veranschlagt. Der Großteil wird über Förderungen finanziert.
„Wir liegen da bei einer Förderquote von 90 Prozent. Wir als Stadt zahlen knappe 200.000 Euro“, betont Poiger. Gleichzeitig bringt das Vorhaben auch spürbare Veränderungen im Alltag: Zwischen 60 und 70 Parkplätze fallen durch die Neugestaltung weg. „Das wird wirklich zur Herausforderung, da sind wir sehr wohl sensibilisiert, weil die Parkplätze durchaus stark frequentiert sind“, sagt Roland Poiger.
Bürgermeister Georg Rosner verweist auf die langfristige Perspektive. „Wir wollen da auch für kommende Generationen ein lebendiges Naturjuwel schaffen. Natürlich müssen wir Ersatzparkflächen suchen. Aber mehr Grün ist positiv und wir arbeiten an einer guten Lösung“, so Rosner.
Auch außerhalb des dicht bebauten Bereichs rückt der Bach wieder stärker in den Fokus. Im Schutzgebiet Wehoferbachwiese wurde im Rahmen eines landesweiten Projekts eine Infotafel errichtet, die über die ökologische Bedeutung dieses Lebensraums informiert und Hinweise zum richtigen Verhalten gibt. Ziel ist es, den Wert solcher Flächen sichtbar zu machen und das Bewusstsein für den Schutz der dort lebenden Pflanzen und Tiere zu stärken. „So leisten wir gemeinsam einen wichtigen Beitrag dazu, dass diese besonderen Gebiete erhalten bleiben und auch von zukünftigen Generationen erlebt und geschätzt werden können“, betont Rosner. Der Wehoferbach durchzieht Oberwart von der nördlichen Hottergrenze entlang der Bachgasse bis zur Mündung in die Pinka im Bereich der Schulgasse. Und seinen Namen verdankt er übrigens einer ehemaligen Gemischtwarenhandlung der Familie Wehofer an der Kreuzung Grazerstraße–Bachgasse.