Weinbauverein Horitschon: Dominik Gober übernimmt von Eva Maria Iby

Rochade im Rotweindorf

Bei der außerordentlichen Generalversammlung des Weinbauvereins Horitschon und des Vereins zur Förderung der Horitschoner Weinkultur im Gasthaus Trummer kam es zu einer entscheidenden personellen Wende.

Die Horitschoner Winzerschaft formierte sich neu. Nach der Generalversammlung blickt das Team des Weinbauvereins gemeinsam in die Zukunft. Im Bild (v. l.): Michael Lehrner, Michael Kerschbaum, Franz Reinhard Weninger, Alfred Moritz, Eveline Lehrner-Puchegger, Franz Strass, Sandra Gerdenitsch, Interimsobmann Dominik Gober, die scheidende Obfrau Eva Maria Iby mit Gatte Anton Markus, Bürgermeister Gerhard Petschowitsch, Eva-Maria Gober, Elli Draxler und Johannes Forauer.

Die Horitschoner Winzerschaft formierte sich neu. Nach der Generalversammlung blickt das Team des Weinbauvereins gemeinsam in die Zukunft. Im Bild (v. l.): Michael Lehrner, Michael Kerschbaum, Franz Reinhard Weninger, Alfred Moritz, Eveline Lehrner-Puchegger, Franz Strass, Sandra Gerdenitsch, Interimsobmann Dominik Gober, die scheidende Obfrau Eva Maria Iby mit Gatte Anton Markus, Bürgermeister Gerhard Petschowitsch, Eva-Maria Gober, Elli Draxler und Johannes Forauer.

© BVZ_dd

Es war eine Generalversammlung mit wegweisendem Charakter, die im Saal des Gasthauses Trummer über die Bühne ging. Die scheidende Obfrau Eva Maria Iby eröffnete die Sitzung, stellte die Beschlussfähigkeit fest und hieß die zahlreich erschienenen Winzerinnen sowie Winzer und die geladenen Gäste willkommen. Nach der formellen Genehmigung des Protokolls der vergangenen Versammlung folgte untermauert von soliden Finanzen und der einstimmigen Entlastung des Vorstandes ein umfassender Rückblick auf die Vereinsarbeit.

Danach schritt die Versammlung zum emotionalen Höhepunkt des Abends: Dem offiziellen Rücktritt von Obfrau Eva Maria Iby vor dem eigentlichen Ablauf der vierjährigen Amtsperiode – ein Schritt, über den die BVZ bereits im Vorfeld der Versammlung berichtet hatte. Vor der Neuwahl nutzte Iby die Gelegenheit, um die Beweggründe für ihre Entscheidung vor den Mitgliedern offen und persönlich darzulegen. Neben den Differenzen über den Blaufränkisch-Erlebnisweg machten vor allem gesundheitliche Aspekte diesen Schritt notwendig.

„Die vergangenen zwei Jahre waren sehr schön, aber mit den vielen Aufgaben auch sehr herausfordernd für mich. Ich darf diese verantwortungsvolle Aufgabe nun an Dominik weitergeben“, erklärte Eva Maria Iby sichtlich bewegt, zog aber gleichzeitig eine stolze Bilanz über das Erreichte: „Wir haben sehr viel für Horitschon bewegt. Besonders freut mich, dass wir sehr viele junge Besucher bei unseren Veranstaltungen begrüßen konnten. Das ist enorm wichtig, damit auch das junge Publikum den Wein kennen und genießen lernt.“

Bezüglich des Blaufränkisch-Erlebnisweges drückte sie nochmals ihr Bedauern aus. In den vergangenen Jahren hatte sie sich intensiv dafür eingesetzt, den bestehenden Weg in ein modernes, nachhaltiges Tourismus-, Unterrichts- und Kulturguterhaltungsprojekt zu verwandeln. Dafür lag ein fertiges Konzept vor, das mit rund 80 Prozent über LEADER-Gelder und zu 20 Prozent über Tourismusförderungen finanzierbar gewesen wäre:

  • Moderne Erneuerung (Variante 1): Umfassende Neugestaltung mit professionellen Fotos, Videos und digitalen Inhalten via QR-Codes für rund 30.000 Euro.
  • Große Vision (Variante 2): Ein einzigartiger Erlebnisweg mit Rätselrallye, Duftstationen, Barfußparcours und Aussichtspunkten im gesamten Weingebiet mit einem Investitionsvolumen von 300.000 bis 380.000 Euro.

Da sich die Mehrheit letztlich gegen diese Pläne und für eine reine Sanierung mit einfachen Folienlösungen entschied, zog Iby die Konsequenz. Trotz des Rücktritts hielt sie fest, bei diesem Herzensprojekt dem Verein künftig zumindest beratend zur Seite stehen zu wollen.

Im Zuge ihrer Abschiedsworte fand die scheidende Obfrau auch dankbare Worte für die Kommunalpolitik: „Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde und den Gemeindemitarbeitern war von gegenseitigem Respekt geprägt. Wir wurden in unseren Vorhaben immer unterstützt, es war eine durchwegs gute Zusammenarbeit“, betonte Eva Maria Iby.

Bürgermeister Gerhard Petschowitsch ließ es sich nicht nehmen, der scheidenden Obfrau persönlich für ihr Engagement zu danken, und fand anerkennende Worte für das geleistete Wirken: „Als Bürgermeister der Gemeinde möchte ich mich herzlich für die Arbeit in den vergangenen fast zwei Jahren bedanken. Ich war damals schon dabei, als Eva Maria Iby zur Obfrau gekürt wurde, und danke ihr heute für ihren unermüdlichen Einsatz und ihre großartige Motivation.“

Gleichzeitig blickte der Ortschef positiv in die Zukunft und sicherte dem interimistischen Nachfolger die volle Rückendeckung der Gemeinde zu: „Ein großer Dank gilt auch Dominik Gober. Ich bin fest davon überzeugt, dass er im Rahmen der kommenden Vorstandssitzung ein geeignetes sechstes Vorstandsmitglied finden wird. Die volle Unterstützung seitens der Gemeinde ist ihm hierbei gewiss.“

Da im Rahmen der Generalversammlung noch kein finaler Nachfolger fixiert wurde, hat Obmannstellvertreter Dominik Gober das Amt bis auf Weiteres übernommen. Er bedankte sich herzlich bei Eva Maria Iby für ihren Einsatz und blickte mit Respekt auf die neue Aufgabe: „Das Ganze ist für mich jetzt sehr spontan gekommen und es werden auch sehr große Fußstapfen sein, in die ich hier trete. Aber es sind viele Ideen da – wir wollen diese konsequent weiterführen und versuchen, sie umzusetzen und weiter auszubauen.“

Um die Vereinsführung rasch wieder komplett aufzustellen, wird Gober demnächst eine außerordentliche Vorstandssitzung einberufen. Ziel dieser Sitzung ist es, ein sechstes Vorstandsmitglied offiziell in das höchste Vereinsamt zu wählen. Das Team rund um Interimsleiter Dominik Gober möchte mit viel Elan und vollem Rückhalt der Mitglieder und der Gemeinde in diese Übergangsphase, um die Horitschoner Weinkultur erfolgreich weiterzuentwickeln.