Vater soll mit Explosion gedroht haben: Kinder in Gefahr?

Bezirk Oberwart

Ein Familienvater soll im Mai 2025 gegenüber seiner Frau angekündigt haben, er werde zwei Gasflaschen kaufen und diese im Auto mit den gemeinsamen Kindern zur Explosion bringen.

Der Angeklagte bestreitet, mit einer Explosion gedroht zu haben.

Der Angeklagte bestreitet, mit einer Explosion gedroht zu haben.

© BVZ/Kirchmeir

Die Frau zeigte ihren Ehemann deswegen an. Außerdem soll er sie mit einem nassen Geschirrtuch in den Nacken geschlagen haben, sodass sie eine Woche lang an Schmerzen litt. Außerdem ist bei der Staatsanwaltschaft Eisenstadt ein Ermittlungsverfahren gegen den 41-jährigen Mann wegen angeblicher Vergewaltigung seiner Ehefrau anhängig.

Am Mittwoch, 3. September 2025, musste sich der ungarische Staatsbürger, der im Bezirk Oberwart lebt, wegen gefährlicher Drohung und Körperverletzung vor Gericht verantworten. Zu beiden Vorwürfen bekannte er sich nicht schuldig.

Die Vorwürfe, sagte der Verteidiger, seien „völlig aus der Luft gegriffen“ und von der Ehefrau erhoben worden, um sich eine bessere Position im Scheidungsverfahren zu verschaffen.

Scheidungswunsch kam für Mann überraschend

Der Angeklagte berichtete, er sei 2019 mit seiner Frau nach Österreich gezogen, die Ehe sei „durchschnittlich“ gewesen. „Wir waren eine einfache Arbeiterfamilie“, sagte er. Im Februar 2025 habe die Frau dann zu seiner Überraschung bekanntgegeben, dass sie sich scheiden lassen wolle.

„Sie sagte, dass ich sie einsperre, dabei hat sie sich frei bewegen können“, erklärte der Angeklagte. Er habe ihr auch nicht verboten, mit ihren Freundinnen bis Mitternacht wegzugehen, oder ihr vorgeschrieben, welche Haarfarbe sie tragen dürfe. Die Frau habe, so die Richterin, darüber geklagt, dass ihr Mann sie kontrolliere, ihr Vorschreibungen gemacht habe und unbegründet eifersüchtig gewesen sei.

Am 19. Juni 2025 habe er selbst die Scheidung eingereicht, so der Angeklagte, weil er erkannt habe, „dass die Ehe nicht funktioniert“, der Scheidungstermin sei mit Anfang Oktober festgelegt worden.

Drastische Worte zum Schicksal der Kinder

Die Richterin hielt ihm vor, dass er angekündigt haben soll, zwei Gasflaschen im Auto zur Explosion zu bringen. Von den Kindern würde danach „nur mehr Erdbeermarmelade übrig bleiben“. Diese Drohung soll der Angeklagte geäußert haben, um zu erreichen, dass ihn seine Frau nicht verlässt.

„Sie hat mich mehrfach provoziert“, sagte der 41-Jährige. „Sie ritt auf meiner verstorbenen Mutter herum und sagte: Leg' mir eine auf, du bist ja kein Mann!“

Niemals würde er seinen Kindern etwas antun. „Ich lebe für sie“, beteuerte der Angeklagte.

Er habe seine Frau nicht mit einem nassen Geschirrtuch geschlagen. „Wir haben uns gegenseitig mit den Tüchern gehaut, wir haben gespielt“, behauptete der 41-Jährige. Dabei sei niemand verletzt worden.

Kontaktverbot ist aufrecht

Am Tag der Anzeige wurde gegen den Mann eine Wegweisung ausgesprochen und danach eine einstweilige Verfügung. Der Kontakt zu Frau und Kindern wurde ihm untersagt.

Der Anwalt der Ehefrau des Angeklagten legte dem Gericht ein Transkript eines Gesprächs vor, in dem der Angeklagte die Äußerung mit den Gasflaschen gemacht haben soll. Später wurde die Ehefrau in den Gerichtssaal gerufen, sie übergab Audiodateien von Gesprächen mit dem Angeklagten an die Richterin. Diese wird die Dokumente jetzt übersetzen lassen. Der Prozess wurde vertagt.