Burg Güssing Drehscheibe für neues Kulturnetzwerk
Schlösserstrasse
Jahrhundertelang verbanden Handelswege, Adelsfamilien und politische Entwicklungen das heutige Burgenland mit Westungarn. Viele dieser Verbindungen gerieten nach der Grenzziehung des 20. Jahrhunderts in den Hintergrund. Nun soll ein neues Kulturprojekt genau dort anknüpfen.
Die Expansion nach Ungarn wurde auf Burg Güssing besiegelt.
© Burgstiftung
Auf Burg Güssing wurde vergangene Woche die Erweiterung der Schlösserstraße nach Ungarn vorgestellt. Gleichzeitig fiel der Startschuss für das Interreg-Projekt „Castle Road ATHU“, das Burgen, Schlösser und historische Städte beiderseits der Grenze enger miteinander vernetzen soll. „Die Erweiterung der Schlösserstraße nach Ungarn ist für uns ein ganz besonderer Meilenstein. Es freut uns sehr, dass wir mit Ungarn nun einen weiteren starken Partner in unserem Netzwerk willkommen heißen dürfen“, erklärt Schlösserstraßen-Präsident Andreas Bardeau.
Dass die Präsentation ausgerechnet auf Burg Güssing stattfand, ist kein Zufall. Kaum ein anderer Ort steht so sehr für die historischen Verbindungen zwischen dem Südburgenland und dem benachbarten Ungarn. Mit der Burg Jurisics in Kőszeg und dem Schloss Batthyány-Strattmann in Körmend gehören nun erstmals auch zwei ungarische Standorte zur Schlösserstraße. Damit wächst das Netzwerk erstmals über Österreich und Slowenien hinaus. „Die Schlösserstraße verbindet nicht nur historische Bauwerke – sie verbindet Regionen, Menschen und gemeinsame Geschichte“, sagt Andreas Bardeau.
„Wir freuen uns sehr, dass die Schlösserstraße nun von Österreich und Slowenien auch nach Ungarn ausgeweitet wurde“, freut sich Stiftungsadministrator Michael Gerbavsits. „Gerade für die Burg Güssing hat das eine große Bedeutung, weil ein großer Teil unserer Besucher aus Ungarn kommt. Mit unseren guten Verbindungen nach Ungarn wollen wir eine Drehscheibenfunktion übernehmen“, sagt Gerbavsits.
Mit dem bis 2029 laufenden Interreg-Projekt „Castle Road ATHU“ soll die Zusammenarbeit der Standorte weiter vertieft werden. Geplant sind neue touristische und kulturelle Angebote, die historische Standorte für Besucher:innen attraktiver machen sollen. Vorgesehen sind unter anderem Führungen mit KI-gestützten Sprachlösungen, Virtual-Reality-Anwendungen, familienfreundliche Erlebnisangebote sowie eine grenzüberschreitende Castle-Road-Radtour. Auch gemeinsame Festivals und Veranstaltungen sollen entwickelt werden „Für die Stadt Kőszeg ist es von besonderer Bedeutung, unser historisches und kulturelles Erbe auch durch internationale Kooperationen sichtbar und lebendig zu machen“, betonte Bürgermeister Béla Básthy. Ähnlich sieht man die Entwicklung auch in Körmend. Bürgermeister Szabó Barna verweist auf die gemeinsame Geschichte der Region und die Möglichkeit, neue Programme und Veranstaltungen zu entwickeln.
Für das bis April 2029 laufende Projekt steht ein Budget von rund 1,2 Millionen Euro zur Verfügung.