Burgenlandliga: Vom Lazarett, über Sperren und Torjäger

Schmankerlstrecke

Was hat sich in der Burgenlandliga abseits von Zahlen und Fakten getan? Was sind die Schmankerl der Woche? Die BVZ hat hier wie immer alle 16 Vereine im Talon.

Punkteteilung! Max Wendelin (l.) und die Neudorf/Parndorf Juniors remisierten in Neusiedl (r. Paul Strommer) mit 2:2.

Punkteteilung! Max Wendelin (l.) und die Neudorf/Parndorf Juniors remisierten in Neusiedl (r. Paul Strommer) mit 2:2.

© Michael Weiss

Oberpullendorf. Julian Ribaritsch hat sich seine Rückkehr nach Oberpullendorf wohl anders vorgestellt. Der Mittelfeldspieler wechselte im Sommer von Horitschon zurück ins Fenyös-Stadion, wo er bisher nur auf einen Kurzeinsatz in der Liga kam. In der zweiten Pokalrunde gegen Rechnitz durfte er von Beginn an ran, musste aber kurz vor der Pause verletzungsbedingt vom Feld genommen werden. Die Diagnose ist keine leichte. Der 20-Jährige wird mit einer Schambeinentzündung länger außer Gefecht sein und wohl kein Spiel mehr im ersten Halbjahr bestreiten. Cheftrainer Florian Hotwagner rechnet mit vier bis sechs Monaten Ausfallzeit.

Edelserpentin. Vor dem Spiel beim SK Pama am Sonntag sind bei Edelserpentin zwei Spieler fraglich: Kevin Strohmeyer plagen Leistenprobleme, Christopher Schedl ist am Knöchel angeschlagen. Ob die beiden spielen können, wird sich wohl erst am Matchtag entscheiden.

Lackenbach. Lackenbachs Saisonstart ist ein durchaus holpriger. Dafür reicht ein Blick auf die Tabelle. Nicht nur sportlich ist beim Aufsteiger Luft nach oben, auch personell gab es Anlaufschwierigkeiten. Nico Nusshall verletzte sich im ersten Probegalopp, wenige Tage später stieg Lukas Karoly in das Loch der Sprinkleranlage und musste ab dem zweiten Test passen. Im Laufe der Saison kamen Adam Csire und Markus Mörk ins Lazarett. Jetzt scheint Licht am Ende des Tunnels zu sein. Csire kam zuletzt wieder zu einem Kurzeinsatz, das restliche Trio ist wieder im Mannschaftstraining. Bleibt also nur mehr ein Sorgenkind. Sebastian Bauer kämpft seit einigen Jahren mit Problemen in der Leistengegend. „Das ist mal besser, mal schlechter. Da wird sich nach der Physio weisen, ob er wieder spielbereit ist“, verrät Chefcoach Robert Serdar.

Bad Sauerbrunn. „Ich persönlich war ewig lange nicht mehr in Lackenbach“, freut sich Christoph Stifter auf seine Rückkehr. Zuletzt spielte er als Cheftrainer Rohrbachs vor genau zehn Jahren, am 3. September 2016, in Lackenbach. Jetzt trifft er als Cheftrainer von Bad Sauerbrunn auf die Mittelburgenländer. Er ist logscherweise der einzige Bad Sauerbrunner, der damals mit von der Partie war. Es gibt allerdings auch in Lackenbach einen Mann, der den knappen 1:0-Rohrbach Sieg, bei dem es mit zwei Roten Karten - unter anderem für den ewig jungen Steinbrunn-Spielertrainer Laszlo Gulyas - für Beleidigung gab, miterlebte. SVL-Kapitän Ahmet Mehic stand bei besagtem Spiel über die volle Distanz auf dem Spielfeld.

Deutschkreutz. „Natürlich haben wir Qualität, aber der Spirit ist nach so einem Spiel die entscheidende Grundlage“, weiß Cheftrainer Mike Hartl. Zumal er einen extra Benefit sieht, wenn er mit seinem Team zuhause auf Sankt Margarethen trifft und den ersten Heimsieg im Visier hat. Seine Jungs hatten am Tag nach dem Derbysieg Einstand. Auf die Frage, wessen Einstand eigentlich gefeiert wird, musste er kurz überlegen. „Ich glaube, dass die Jungs einfach einen Grund zum Fortgehen gebraucht haben“, schmunzelt der Übungsleiter. Gabor Nagy wurde als Rückkehrer aus Neudörfl verpflichtet und Anton Fellinger kam im Sommer fix aus der Akademie.

Kohfidisch. Kohfidisch bot beim ersten Saisonsieg in Halbturn (3:0) eine ganz besondere Elf auf: Die Kohfidischer traten ohne Legionär und mit richtig vielen jungen Spielern an. Der einzige Über-30-Akteur in der Startelf war Hannes Polzer. Und der trägt den Klub im Blut wie kein anderer, seit 2001 schnürt Polzer die Schuhe für Kohfidisch.

Eberau. Eberau hat den nächsten Verletzten zu beklagen, gegen Leithaprodersdorf verletzte sich Adam Horvath am Knie. Die genaue Diagnose steht noch aus, für Eberau ist es der achte Ausfall (!) eines Stammspielers.

Pinkafeld. Die letzten beiden Spiele von Pinkafeld hatten es in sich. Gegen Oberpullendorf (3:2) bekamen die Zuseher fünf Tore zu sehen, gegen Sankt Margarethen (2:2) vier Treffer und drei Platzverweise – zwei auf Seiten von Sankt Margarethen, einen für Pinkafeld.

SK Pama.Vor dem Heimspiel gegen Edelserpentin muss Trainer Zoltan Fekete nach seiner Gelb-Roten Karte gesperrt zuschauen. Für Pama muss das kein schlechtes Zeichen sein: Schon in der Vorsaison fehlte Fekete zweimal an der Linie und wurde von Sportlichem Leiter David Pototschnig sowie Daniel Toth vertreten – beide Male gewann der SKP. „Maximale Punkteausbeute“, schmunzelt Pototschnig. Die Vorzeichen könnten also schlechter sein.

Neusiedl. Beim 2:2 gegen die SpG Neudorf/Parndorf Juniors blieb der NSC auch im vierten Meisterschaftsspiel ungeschlagen. Großen Anteil daran hatte Alexander Mödlhammer. Der Tormann verhinderte beim 0:2-Rückstand mit mehreren starken Paraden einen noch höheren Rückstand und hielt seine Mannschaft damit überhaupt erst im Spiel. So wurde die Aufholjagd zum 2:2 noch möglich.

Neudorf/Parndorf.Beim 2:2 in Neusiedl gelang den Juniors erstmals in dieser Saison eine Führung in der ersten Halbzeit. Zur Pause lag man trotzdem wieder nicht vorne: Aus dem 2:0 wurde noch vor dem Seitenwechsel ein 2:2. Damit wartet Neudorf nach vier Runden weiter auf die erste Pausenführung. Vielleicht ändert sich das gegen Oberpullendorf – beim letzten Duell mit den Mittelburgenländern lag die SpG nach 45 Minuten mit 2:1 vorne und brachte den Vorsprung auch ins Ziel.

Leithaprodersdorf. Es lief schon die Nachspielzeit, der Ball wollte einfach nicht ins Eberauer Tor. Fabian Dinhof flankte ins Zentrum, wo sich Noel Kustor endlich per Kopf durchsetzen konnte und doch noch das Siegestor erzielte. Der 29-jährige Ungar jubelte überschwänglich. Es war sein erstes Tor seit März, eine Ewigkeit für einen Stürmer seines Formats. Wegen einer Verletzung war er dazwischen aber nur fünf Ligaspiele torlos geblieben. Und im BFV-Cup war er beim 3:0 in Nickelsdorf einmal erfolgreich.

St. Margarethen. Thomas Jusits wird am Sonntag 40 Jahre alt, am Freitag spielt St. Margarethen in Deutschkreutz. Der Abwehrchef will alles unternehmen, um zu spielen und vielleicht sogar zu feiern. Jusits erlitt beim SK Pama eine leichte Muskelverletzung und saß beim Heimspiel gegen Pinkafeld auf der Bank. Eher als moralische Unterstützung, denn als potenzielle Hilfe, weil man nichts riskieren wollte. Zumal Bastian Kucher in Deutschkreutz rotgesperrt ausfällt. Jusits wurde durch Philipp Wenzl ersetzt, als Kucher-Ersatz könnte Justin Härtel einspringen, wenn Jusits doch nicht kann. Herglotz-Warnung vor Oswald war verhalltHalbturn. Besonders ärgerlich war für Trainer Peter Herglotz das 0:1 bei der 0:3-Heimniederlage gegen Kohfidisch. Ausgerechnet vor Nicolas Oswald hatte der Coach ausdrücklich gewarnt und für den kopfballstarken Kicker sogar eine Manndeckung vorgesehen. Jakub Sulc hätte ihn übernehmen sollen, stand beim entscheidenden hohen Ball aber zu weit weg. Oswald konnte unbedrängt einköpfen – und Herglotz war entsprechend erzürnt.

Klingenbach. Tom Fasching wechselte im Sommer aus Steinbrunn in die Burgenlandliga. Dort spielte der Siegendorfer schon bei seinem Heimatverein und in St. Margarethen. In Steinbrunn plagte ihn zuletzt eine Verletzung. Der 24-Jährige verließ den Klub, der sich in die 2. Klasse versetzten ließ, in Richtung Klingenbach, doch die Verletzung plagt ihn weiter. Jetzt teilte er jetzt dem Klub mit, dass er eine Auszeit brauche und eine Karrierepause einlegen wird.

Rust. Die Ruster Reserve kassierte die erste Niederlage, obwohl Alexander Fiedler nach seiner Schambeinentzündung erstmals wieder in einem Spiel auflaufen konnte. Der 20-Jährige erzielte auch einen Treffer und spielte bis zur 57. Minute Allerding fehlte David Stagl, der spielende Obmann war auf Urlaub. Mann des Spiels war aber Timo Marzi, der alle drei Tore für Sauerbrunn beim 4:2-Sieg erzielte. Der 20-Jährige hält nach vier Spielen schon bei sieben Toren. Auf Platz zwei der Torschützenliste liegt der Ruster Jörg Bitriol.