„Handy aus – Leben an“: Mittelschule Andau startet Handy-Entzug

Schulprojekt

Ein Schulprojekt an der Mittelschule Andau setzt sich mit dem bewussten Umgang mit Smartphones auseinander und stößt auf großes Interesse bei Schülern, Lehrern und Eltern.

Schulkinder der Mittelschule Andau geben ihr Handy ab.

Schulkinder der Mittelschule Andau geben ihr Handy ab.

© zVg

Ausgangspunkt des Projekts war der Unterricht in der Klasse 2a der Mittelschule Andau. Im Rahmen des Unterrichts beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Thema Medienwandel und dessen Bedeutung für die Gesellschaft. Dabei sahen sie die Dokumentation Dok1 – Drei Wochen ohne Handy, moderiert von Lisa Gadenstätter, die die Auswirkungen eines dreiwöchigen Smartphone-Verzichts zeigt.

Die Sendung hinterließ großen Eindruck. Rasch war der Entschluss gefasst, ein ähnliches Experiment selbst durchzuführen.

Mit viel Engagement erarbeitete die Klasse gemeinsam ein Konzept. Es wurden Regeln festgelegt und Alternativen zur Handy-Nutzung gesammelt. Diskutiert wurden unter anderem Freizeitmöglichkeiten ohne Smartphone, Wege der Kommunikation sowie Strategien gegen Langeweile. Ende November stand das Projekt fest. Unter dem Motto „Handy aus – Leben an“ sollte der Selbstversuch starten.

ORF-Initiative verstärkt Interesse

Zusätzliche Motivation brachte ein Aufruf des ORF, bei dem Schulen in ganz Österreich eingeladen wurden, von 4. bis 24. März einen freiwilligen Handy-Verzicht zu wagen. Das Projekt der 2a der Mittelschule Andau stieß daraufhin auch bei anderen Klassen auf großes Interesse.

Im Unterricht und bei gemeinsamen Besprechungen wurde intensiv über Regeln, Unterstützung im Schulalltag und soziale Aspekte diskutiert. Der Wunsch nach mehr persönlicher Begegnung rückte in den Vordergrund. Geplant sind daher auch soziale Aktivitäten, darunter ein Besuch bei SeneCura Frauenkirchen mit gemeinsamen Bastel-, Spiel- und Singangeboten sowie ein sogenannter Lesetratsch im Ort.

Dem Projekt schlossen sich zahlreiche Schülerinnen und Schüler weiterer Klassen an. Auch mehrere Lehrpersonen erklärten ihre Bereitschaft zur Teilnahme. Zudem wird die Initiative von vielen Eltern aktiv unterstützt.

Begleitung durch Dok1-Team

Ein besonderer Höhepunkt ist für den 20. März geplant: Lisa Gadenstätter und das Dok1-Team werden die Schule einen Tag lang besuchen und das Projekt begleiten. Damit rückt der Handy-Entzug auch medial in den Fokus.

Die Schulgemeinschaft blickt gespannt auf die kommenden Wochen. Schon jetzt zeigt sich, dass das Projekt nicht nur den Umgang mit dem Smartphone, sondern auch das Bewusstsein für soziale Beziehungen und den eigenen Alltag nachhaltig prägen kann.