Verstärkte Kontrollen und Prüfung von Lkw-Mautpflicht auf der B62
Schwerverkehr
Horitschon, Lackendorf, Großwarasdorf und Deutschkreutz schlagen Alarm. Nach einer Petition kündigt die Polizei nun Schwerpunktkontrollen auf der B62 an. Aus Sorge vor zusätzlichem Schwerverkehr setzt sich die Gemeinde Horitschon außerdem für eine Ausweitung der geplanten Lkw-Maut ein. Das Land Burgenland prüft die Aufnahme der Strecke.
Symbolbild.
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Die Verkehrsbelastung auf der B62 (Deutschkreutzer Straße) ist für viele Anwohner im Mittelburgenland ein zentrales Thema. Seit dem Jahr 2019 gilt auf dieser Strecke ein Fahrverbot für LKW mit einem höchstzulässigen Gesamtgewicht über 7,5 Tonnen, wobei der Ziel- und Quellverkehr ausgenommen ist.
Laut Angaben der Marktgemeinde Horitschon wird „die Kontrolle der Einhaltung des Lkw-Fahrverbots seitens der Exekutive zunehmend weniger und seit geraumer Zeit sind immer mehr Lkws, die nicht in die Ausnahmeregelung fallen, wahrnehmbar“. Dadurch bestehe eine massive Belastung für die betroffenen Anrainer entlang der B62, aber auch der L229.
Aus diesem Grund hat die Gemeinde Horitschon eine Petition für verstärkte Kontrollen initiiert, die von den Nachbargemeinden Lackendorf, Großwarasdorf und Deutschkreutz ebenfalls im Gemeinderat beschlossen und unterzeichnet wurde sowie an das Bezirkpolizeikommando Oberpullendorf, die Landespolizeidirektion Burgenland und den zuständigen Verkehrslandesrat Heinrich Dorner verschickt wurde.
Als Reaktion darauf hat die Landespolizeidirektion Burgenland in einem Schreiben von Landespolizeidirektor Martin Huber angekündigt, neben dem regulären Streifendienst in den kommenden Wochen gezielte Schwerpunktkontrollen auf der B62 und den betroffenen Strecken durchzuführen. Dabei soll insbesondere die Einhaltung des bestehenden Lkw-Fahrverbots überprüft werden.
Ab 2027 sollen drei Landesstraßen im Burgenland, darunter auch die B61a im Bezirk Oberpullendorf, eine Benützungsgebühr für Lkw bekommen. In diesem Zuge ersuchte die Gemeinde Horitschon um eine weitere strukturelle Anpassungen im Straßennetz.
Im Rahmen der geplanten Novelle des burgenländischen Straßengesetzes 2005 hat die Gemeinde beantragt, die Teilstrecke der B62 von der Abfahrt in Markt St. Martin bis zum Grenzübergang Deutschkreutz in die Lkw-Mautpflicht einzubeziehen. „Bei Nichtaufnahme der genannten Strecke in die Änderung des Straßengesetzes ist zu befürchten, dass sich der Schwerverkehr noch intensiver durch Horitschon und Unterpetersdorf bewegen wird“, so Bürgermeister Gerhard Petschowitsch (SPÖ). Die Blaufränkischlandgemeinde wolle nicht zur Ausweichroute für Maut-Flüchtlinge werden.
Verkehrslandesrat Heinrich Dorner betont auf Anfrage der BVZ, wie wahrscheinlich eine Einführung der Mautpflicht auf der B62 ist: „Die betroffenen Routen zwischen den Grenzübergängen und den Autobahnen sind keine Ausweichpisten für den internationalen Transit. Unser Ziel auf diesen Abschnitten ist unmissverständlich: Wir wollen den Verkehr dorthin zurücklenken, wo er hingehört – auf das dafür ausgelegte Autobahnnetz und nicht einfach in andere Gemeinden verlagern. Deshalb gibt es schon jetzt Überlegungen auch zB. die B62 bei Deutschkreutz gleich mitaufzunehmen.“
Der angefragte Straßenabschnitt steht nach Rücksprache mit der Gemeinde Horitschon aktuell im Fokus des nunmehr laufenden Begutachtungsverfahrens. Eine Entscheidung darüber fällt das Land Burgenland.