Arzt aus Forchtenstein holt Silber bei Hundeschlitten-WM

Sensationell

Der Forchtensteiner Georg Weidinger ist bekannter Mediziner und Autor von mittlerweile vier Büchern. Sein Hobby, den Hundeschlitten-Sport, hat er kürzlich auf höchstem Niveau versilbert: Bei der Weltmeisterschaft in Sportgastein holte er mit seinem Vierergespann die Silbermedaille.

Georg Weidinger mit seinem Vierergespann

Georg Weidinger mit seinem Vierergespann

© Erwin Heckl

Die diesjährige Schlittenhunde-Weltmeisterschaft fand kürzlich in Sportgastein statt. Dort trafen sich die weltbesten Musher (Hundeschlittenführer) aus über 20 Nationen, um sich in Kurz- und Mitteldistanz (von 7 bis 29 Kilometer) in verschiedenen Formationen zu messen. Das kleine österreichische Team errang dabei fünf Medaillen für sein Heimatland: Vier Mal Silber und einmal Bronze.

Unter ihnen der Forchtensteiner Dr. med. Georg Weidinger mit seinen Malamuten und Samojeden. Er wurde mit dem Vierergespann Vize-Weltmeister.

Weidinger kam zum Hundeschlittensport durch seinen Hund „Whisky“. „Wir haben ihn aus einer ungarischen Tötungsstation gerettet und als Dank hat er gezogen wie ein Irrer. Also habe ich ihn eines Tages vor eine Rodel gespannt und die drei Kinder draufgesetzt. Whisky ist für eine Stunde wie ein Wahnsinniger zwischen meiner Frau und mir hin- und hergelaufen. Das hat uns allen so viel Spaß gemacht, dass wir wussten: Der nächste Hund wird ein Schlittenhund. Und bei dem einen ist es dann nicht geblieben ...!“

Arzt aus Forchtenstein holt Silber bei Hundeschlitten-WM

© Edith Danzer

Seine Silbermedaille bei der WM in Sportgastein bezeichnet er bislang als größten Erfolg. „Es ist herrlich, dass die jahrelange Arbeit und das tägliche Training im Freien auch honoriert wird. Darüber freue ich mich sehr!“

Für die WM gab es keine spezielle Vorbereitung. „Ich trainiere die Hunde das ganze Jahr. Wenn es möglich ist, täglich zwischen 15 und 20 Kilometer. Bei Schnee mit dem Schlitten, ansonsten mit dem Roller oder einem Trainingswagen mit vier Rädern. Da ich erst eine Woche vor der WM ins Team Austria bestellt wurde, hatte ich mich gar nicht speziell vorbereiten können. Für mich war die Saison eigentlich schon beendet“, so Weidinger, um weiter auszuführen: „Ich muss aber schon zugeben, dass wir optimale Trainingsbedingungen haben. Wir besitzen ein kleines Haus in Schweden. Ich versuche, dort drei bis viermal im Jahr zu sein, um in Ruhe meine Bücher zu schreiben, auszuspannen und eben die Hunde zu trainieren. Dort dauert der schneereiche Winter von Oktober bis oft in den Mai hinein.“

Seine Liebe zum Hundeschlittensport beschreibt Weidinger wie folgt: „Ich liebe unsere Hunde und ich liebe es, mit ihnen unterwegs zu sein. Das Geniale am Trainingswagen ist, dass man viele Hunde auf einmal bewegen kann und dass die Hunde einen Riesenspaß haben! Gleichzeitig halte ich mich dadurch wirklich fit. Man muss jede kleinste Steigung in einem ziemlichen Tempo mitrennen können! “

Arzt aus Forchtenstein holt Silber bei Hundeschlitten-WM

© Edith Danzer

Die Rennen sind für Weidinger eigentlich nur dazu da, um „andere Verrückte zu treffen, die, genauso wie meine Frau und ich, so viele Hunde haben und ihr ganzes Leben um diese herum bauen.“

Beim Wettkampf steht für Weidinger nicht die Platzierung im Vordergrund. „Wir empfinden die Rennen als 'Heimkommen in die Familie. Und, ganz ehrlich: den Hunden ist es vollkommen egal, ob sie erste werden oder letzte. Hauptsache sie haben einen Spaß! Und mir ist es wichtig, dass wir alle heil im Ziel ankommen. Alles Weitere ist Zugabe ...“

Pläne für die nächsten Wettbewerbe gibt es bereits. „Na ja, jetzt wo ich Vizeweltmeister bin, werde ich natürlich überallhin eingeladen. Die nächste WM soll angeblich in Schweden stattfinden, es ist noch nicht offiziell. Da muss ich natürlich hin, da habe ich ja Heimvorteil ...“, so Weidinger abschließend.