„Ein Tag mit Freunden in Oberpullendorf wäre sicherlich unvergesslich“
Serie Puindoaf Fans
Rudolf Ferscha vom Team der Stadtbibliothek hat im Lauf der Jahre zahlreiche Menschen aus Oberpullendorf kennen und schätzen gelernt, aber auch viele Einrichtungen und Institutionen. Alles das löst in ihm immer wieder einen besonderen Gedanken aus: „Es ist schön, hier zu leben!“
Rudolf Ferscha arbeitet im Team der Stadtbibliothek mit, für die er den Begriff „Wohnzimmer der Stadt“ geprägt hat und ist in der Pfarre aktiv. Seit nunmehr 55 Jahren ist er auch engagierter Feuerwehrmann und er übte von 1989 bis 2013 die Funktion des Bezirksfeuerwehrkommandanten aus.
© Michaela Grabner
„Es ist kein richtiger Geheimtipp, aber sicherlich unvergesslich wäre es, einen ganzen Tag mit Freunden in Oberpullendorf zu verbringen“, rät Rudolf Ferscha, der - auch wenn er streng genommen ein Zuagraster ist - schon jahrzentelange Oberpullendorf-Erfahrung hat. „Meine Eltern betrieben ab 1970 ein kleines Lebensmittelgeschäft in der Gymnasiumstraße, weshalb damals unsere gesamte Familie hierher übersiedelte“, so Ferscha. Von 1979 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2019 unterrichtete Ferscha zudem an der Bundeshandelsakademie Oberpullendorf Deutsch und Englisch.
Ein unvergesslicher Oberpullendorf-Tag mit Freunden beginnt für ihn mit einem dampfenden Kaffee und einem ausgiebigen Frühstück „in einer der vielen einladenden Gaststätten auf dem Hauptplatz und dabei die geschäftige Beweglichkeit der erwachenden Stadt beobachten“, so Ferscha. „ Sodann gestärkt zu einem saloppen und gemächlichen Einkaufsbummel durch die vielfältigen Geschäfte und Läden aufbrechen, in Warenkörben stöbern und bunte Textilien anprobieren, sich über schon lange gesuchte Produkte beraten lassen, mit Verkäufern oder anderen Kunden ins Gespräch kommen ...Wenn sich dann der Magen meldet, in einem Lokal der weithin bekannten und empfehlenswerten Gastronomie Platz nehmen und die empfohlenen Spezialitäten des Hauses samt passenden Getränken genießen ... Danach ohne Hektik der gut bedienten Tischgesellschaft noch einen kleinen Verdauungsspaziergang durch die Gassen der Stadt vorschlagen und eventuell aus den entlang des Weges positionierten Bücherzellen (zu Bücherschränken umgebaute Telefonzellen) gratis interessante Bildbände oder belletristische Bestseller mitnehmen... Und dann langsam hinaufsteigen zu den alten Kastanien der pittoresken Weinbergkapelle am sonnigen Gipfel des Hausberges von Oberpullendorf, dem Fenyös. Und dort Platz nehmen auf den Bänken vor der Kapelle, in den mitgebrachten Büchern blättern und lesen und den Blick in die Ferne schweifen lassen, dem Stoobbach entlang, zu den Ortschaften hinunter an seinen Ufern ... bis die weithin hörbaren Abendglocken der Stadtpfarrkirche einen besonderen Tag in den leisen Sonnenuntergang hineinläuten. Ob dann noch Zeit für ein gemeinsames Glas zur Feier des Tages unten in der Stadt bleibt?“
„Es ist schön, hier zu leben!“
Oberpullendorf ist für Rudolf Ferscha nicht nur der Ort, wo er im Spital das Licht der Welt erblickte, sondern hier hat er auch seine Gymnasialzeit verbracht, gewohnt und gearbeitet und dadurch die vielen Einrichtungen und Institutionen der Bezirkshauptstadt kennen und schätzen gelernt: „Die Schulen, die Behörden, das Gesundheitswesen mit dem Krankenhaus, die mannigfaltigen sozialen Einrichtungen, die diversen Geschäfte und Gewerbebetriebe, die reichhaltige Gastronomie, das stets attraktive Kulturangebot, die vielen Sport- und Freizeitangebote – alles das löst in mir immer wieder einen besonderen Gedanken aus: Es ist schön, hier zu leben!“ Vor allem aber hat Ferscha dabei viele Menschen kennen und schätzen gelernt, von denen ihm sehr viele zu guten Freunden geworden sind.
„In meiner Kindheit und Jugend bin ich hier einem Menschen begegnet, den ich bis auf den heutigen Tag uneingeschränkt bewundere: Dem unentwegt agilen Erzieher, Kinderfreund, charismatischen Prediger und vorbildlichen Priester Pater Johannes Schedl (1912-1996). Er besaß die kostbare Gabe, Menschen sowohl in ihren Fragen und Zweifeln als auch in ihren nur allzu menschlichen Befindlichkeiten zuinnerst anzusprechen, zu verstehen und sie entschlossen, aber auch wie ein guter Freund zu begleiten. Sein seelsorglicher Eifer, sein bescheidenes Leben, seine Liebenswürdigkeit und die abgewogenen Worte, die er bei vielen Gelegenheiten fand, waren einzigartig und zeigten große Wirkung. Möglich, dass nicht alle von ihm überzeugt wurden, aber von der persönlichen Begegnung mit ihm hat ganz bestimmt ein jeder etwas Essenzielles mitgenommen.“
Stimme für ein offenes, einladendes Haus der Jugend
Für Oberpullendorf würde sich Rudolf Ferscha ein weithin offenes und einladendes Haus der Jugend wünschen. „Um schon Gelungenes noch zu verbessern und gemeinsam Erarbeitetes erfolgreich fortzusetzen, ist allemal Verjüngung und Nachwuchs vonnöten. Die heutigen Verantwortlichen für diese Stadt und wir alle wären demnach gut beraten, den Kindern und Jugendlichen unserer Stadt verständnisvolle Vorbilder und verlässliche Förderer zu sein. Schließlich wird es von der Motivation der nachkommenden Jugend abhängen, ob eine für alle wohltuende Gemeinschaft und ein faires Miteinander die Zukunft unserer Stadt bestimmen werden.“
Jahrgang:1955
Beruf:Pensionist ( ehemaliger Lehrer)
Familie: Lebensgemeinschaft
Hobbys:Lesen, Reisen, Feuerwehr
Ich lebe in Oberpullendorf seit… 1970
Oberpullendorf in drei Worten:attraktiv, überschaubar, ausbaufähig
Mein Lieblingsplatz in Oberpullendorf:Weinbergkapelle
Was ich mir für Oberpullendorf wünsche..Viele Menschen, die gerne hier leben
Wenn ich gerade nicht in Oberpullendorf bin, bin ich am liebsten in….Wien