Ex-Bürgermeisterin Schmucker: „Oberpullendorf ist einfach lebenswert“
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Die frühere Bürgermeisterin Anneliese Schmucker, die ursprünglich aus Girm stammt, möchte von Oberpullendorf nicht mehr weg.
Der Hauptplatz ist Anneliese Schmuckers Lieblingsplatz in Oberpullendorf. „Und das ist auch immer schon so gewesen, weil sich dort etwas tut und sehr viel gemacht wird“, meint Schmucker. Am frühen Morgen kann man dort aber auch Ruhe genießen.
© Michaela Grabner
„Ich bin mehr Oberpullendorferin als manch' anderer, obwohl ich eigentlich aus Girm komme", schmunzelt die frühere Bürgermeisterin Anneliese Schmucker. Seit 1965 ist Oberpullendorf ihre Wahl-Heimat. Damals ist sie ins Elternhaus ihres Mannes gezogen, wo die gelernte Schneidermeisterin auch im Parterre ihren ersten Modesalon eröffnete, später führte sie ein Geschäft in der Hauptstraße gegenüber der Bezirkshauptmannschaft.
Von dort war es nicht weit bis zu ihrem Engagement im „Aktiven Oberpullendorf“. „Gemeinsam mit Helga Kneisz und Mary Bauer habe ich den Wirtschaftsball organisiert“, erinnert sich Schmucker. Sie war auch Gründungsobfrau der Sozialstation, die aus einer in ihrer Küche gemeinsam mit einer Damenrunde ausgeklügelten Idee im Dezember 1992 geboren wurde. Lange Jahre hat sie sich auch bei der Faschingsgilde eingebracht: Schmucker hat unzählige Kostüme für die Kapplsitzungen genäht und zahllose Lachtränen mit ihren Bühnenauftritten ausgelöst. „In die Politik bin ich durch Paul Kiss gekommen, er hat mich in die Fraktion geholt, damals war ich zirka 30 Jahre“, so Schmucker. Unter Bürgermeister Ernö Kulman wurde sie dann Vizebürgermeisterin, von 2002 bis 2007 war sie schließlich Bürgermeisterin. In ihrer Amtszeit wurde unter anderem der Kindergarten gebaut, die Hauptstraße und der Hauptplatz neu gestaltet und die Sportplatz-Tribüne errichtet. „Ich habe in den fünf Jahren unheimlich viel gemacht, ich war 24 Stunden am Tag Bürgermeisterin. Hinter mir stand immer mein Dolfi. Gemeinsam mit Fredi Domschitz war er auch ein Ideengeber“, erzählt Schmucker.
Ich hatte immer Leute gerne. Wenn ich durch die Stadt gehe, grüße ich jeden, stehe an jeder Ecke und tratsche mit irgendwem. Anneliese Schmucker
Für die ehemalige Bürgermeisterin macht den Charme von Oberpullendorf aus, dass es eine Kleinstadt ist, wo fast jeder jeden kennt, wo aber auch viele Wohnungen gebaut werden und es Zuzug gibt. Bekannt sei Oberpullendorf unter anderem durch die Gilde, aber auch durch die Klinik. „Wir haben ein tolles Spital mit freundlichem Personal“, attestiert Schmucker.
Weitere Aushängeschilder sind für sie die guten Lokale wie das Habe d'Ere, die Draisinentour und die guten Fachgeschäfte. „Wir haben vielleicht nicht mehr so viele Geschäfte, aber die, die wir haben, sind sehr gute und gut geführt. Man bekommt nach wie vor eh fast alles“, meint Schmucker. Der generelle Trend, dass sich in den Innenstädten weniger tut, mache aber leider auch vor Oberpullendorf nicht Halt. „Mit der Innenstadt in Eisenstadt ist es nix anderes und in Mattersburg ist auch alles an der Peripherie. Man muss darüber nachdenken, was man aus der Innenstadt machen könnte, aber keiner hat noch den Stein der Weisen gefunden. Gut ist, dass Oberpullendorf Schulstadt ist, denn durch die Kinder kommen auch die Eltern in die Stadt.“
Wenn sich jemand als Bürgermeister engagiert, will er alles richtig machen, weil er ehrlich das Beste für die Bevölkerung will. Aber es geht nicht alles, meistens scheitert es an der Finanzierung. Anneliese Schmucker
Trotz oder vielleicht gerade weil sie mit sechs Brüdern aufgewachsen ist, sind es lauter Damen, die Anneliese Schmucker bei der Frage einfallen, welchen Oberpullendorfer oder welche Oberpullendorferin sie besonders bewundert: Angefangen von Viola Karall – „die ist für mich ein Phänomen sowohl bildnerisch als auch musikalisch“, über Mary Bauer – „sie macht das Stadtmarketing seit so langer Zeit und ist so kreativ“ bis hin zur international bekannten Schriftstellerin Jutta Treiber, Monika Mayer-Höttinger – eines ihrer Bücher wurde gerade als Singspiel aufgeführt – und Rita Kiss, die gerade an einem wissenschaftlichen Buch arbeitet.
Name: Anneliese Schmucker
Jahrgang:1946
Beruf:Schneidermeisterin in Pension
Familie: verwitwet, zwei Töchter
Hobbys: Hund, nähen, Freundinnen auf einen Kaffee treffen
Ich lebe in Oberpullendorf seit.... 1965
Oberpullendorf in drei Worten:Zentrum vom Bezirk, kann viel bieten, ist lebenswert
Mein Lieblingsplatz in Oberpullendorf: Der Hauptplatz
Was ich mir für Oberpullendorf wünsche: Dass das Jubiläum gut über die Runden geht, es mit der Wirtschaft wieder mehr aufwärts geht und Oberpullendorf der schöne Bezirksvorort und das lebenswerte Städtchen bleibt, das es immer war
Wenn ich nicht gerade in Oberpullendorf bin, bin ich am liebsten.... in Mitterpullendorf. Ich bin nicht gerne fort und der Anger und die Kirche dort sind für mich idyllisch.