Früherer Bürgermeister Kulman über die Stadt: „Wert darin zu leben“

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„Ich höre immer wieder, dass die Lebensqualität von Oberpullendorf sehr hoch ist.“

Zuhause ist es am schönsten, heißt es. Der frühere Bürgermeister Ernst Kulman genießt von seiner Terrasse einen herrlichen Blick über Oberpullendorf. Gästen würde er raten, sich das Schloss Rohonczy und die Pfarrkirche anzusehen, aber etwa auch den alten Friedhof mit den Grabsteinen mit ungarischen Inschriften, aus denen hervorgeht, dass Oberpullendorf ehemals eine rein ungarische Gemeinde gewesen ist.

Zuhause ist es am schönsten, heißt es. Der frühere Bürgermeister Ernst Kulman genießt von seiner Terrasse einen herrlichen Blick über Oberpullendorf. Gästen würde er raten, sich das Schloss Rohonczy und die Pfarrkirche anzusehen, aber etwa auch den alten Friedhof mit den Grabsteinen mit ungarischen Inschriften, aus denen hervorgeht, dass Oberpullendorf ehemals eine rein ungarische Gemeinde gewesen ist.

© Michaela Grabner

„Ich höre immer wieder, dass die Lebensqualität von Oberpullendorf sehr hoch ist“, freut sich Ernst Kulman. Als Bürgermeister hat er von Jänner 1990 bis 31. März 2002 die Stadt mitgeprägt, in der er schon immer gelebt hat. „Ich bin Sohn einer alteingesessenen ungarischen Familie und habe auch hier gearbeitet. 1955 bin ich in den Justizdienst eingetreten“, erzählt Kulman, der bis zu seiner Pensionierung als Rechtspfleger am Bezirksgericht tätig gewesen war. Viel Zeit für Freizeitaktivitäten blieb ihm zunächst nicht, arbeitete er doch auch in der Schlosserei seines Vaters mit, die hinter dem Weingasthof Kraill situiert gewesen ist.

„Der Männerchor war mein Lieblingsverein“, erzählt Kulman. Er war aber auch im Tennisverein und Sportverein Mitglied und 2002 gründete er dann den Mittelburgenländisch Ungarischen Kulturverein. Die Oberpullendorfer Ungarn haben bis dahin zum Burgenländisch Ungarischen Kulturverein in Oberwart gehört, bei dem ich damals im Vorstand gewesen bin“, erinnert sich Kulman. Er konnte mit dem damaligen Obmann Plank eine Einigung erzielen und so kam es, dass viele Mitglieder von Oberwart zum Verein nach Oberpullendorf wechselten.

Für Kulman ist Oberpullendorf eine Stadt, die bekannt dafür ist, dass sehr viele kreative Menschen hier leben, und dass es eine sehr offene Stadt ist. „Wir sind jeder Person gegenüber offen und gastfreundlich und heißen die Leute in Oberpullendorf herzlich willkommen“, betont Kulman.

Im Vergleich zu anderen Bezirksvororten hat Oberpullendorf einen großen Nachteil. „Es liegt an einer 'toten Linie'", stellt Kulman fest und führt zur Erklärung aus: „Oberpullendorf ist nicht so angeschlossen an das internationale Verkehrsnetz wie Mattersburg, Eisenstadt, Neusiedl, Oberwart oder Güssing. Sogar Jennersdorf ist durch die Verbindung Graz-Budapest besser dran. Bei uns führt die S31 führt bis an die Grenze und dann ist es aus. Ab Stoob ist diese ohnehin nur mehr Bundesstraße. Und von Szombathely fahren die Leute nicht über Köszeg und Güns, sondern über Oberwart nach Wien oder anderswo hin.“ Auch der Eiserne Vorhang habe seinen Teil zu dieser Entwicklung beigetragen.

Ein zweiter Nachteil sei, dass der Hotter von Oberpullendorf sehr klein ist. „Wir haben nicht die Möglichkeit entsprechende Flächen für bestimmte Zwecke zur Verfügung zu stellen“, so Kulman. Als sehr gut bewertet er hingegen die wohnbauliche Entwicklung von Oberpullendorf. „Dass die Lebensqualität von Oberpullendorf sehr hoch ist, höre ich immer wieder“, so Kulman. „Wir sind ein Ärztezentrum, ein Schulzentrum und haben auch kulturell sehr viel zu bieten. Bis vor zehn Jahren waren wir auch als Einkaufsstadt bekannt, durch den Onlinehandel kommt Oberpullendorf auf einen Standard wie andere Städte auch.“

Für die Zukunft sollte man aus Kulmans Sicht Bauland für weitere Wohnmöglichkeiten innerhalb des Wohngebiets schaffen, etwa entlang der früheren Eisenbahnlinie.

Persönliches
  • Name: Ernst Kulman
  • Jahrgang: 1937
  • Beruf:Rechtspfleger im Ruhestand
  • Familienstand:verwitwet
  • Hobbys:wöchentliche Treffen und Kartenspielen mit Freunden, Schach spielen, Konzertbesuche
  • Ich lebe in Oberpullendorf seit... meiner Geburt
  • Oberpullendorf in drei Worten:Wert darin zu leben
  • Mein Lieblingsplatz in Oberpullendorf:Daheim oder in den Cafes der Stadt
  • Was ich mir für Oberpullendorf wünsche....dass es wirtschaftlich wieder den Rang bekommt, den es noch vor zehn Jahren gehabt hat als Einkaufsstadt.
  • Wenn ich gerade nicht in Oberpullendorf bin, bin ich an liebsten.... auf Reisen.