Geschichtenschreiberin über Oberpullendorf:„Belebt, beliebt, besonders
Serie Puindoaf-Fans
Monika Mayer-Höttinger hat schon fünf Bücher veröffentlicht, die eines gemeinsam haben: einen Bezug zu Oberpullendorf.
Der Lieblingsplatz von Monika Mayer-Höttinger ist ihr Garten. Diesen hat die Initiatorin der Gartenschau-Tage im Rahmen dieser Veranstaltung auch schon des öfteren der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
© Michaela Grabner
Bei der Stadterhebung 1975 war Monika Mayer-Höttinger live dabei. „Wir waren damals verkleidet als Burgenländerinnen mit einem langen Kleid und einem Kopftuch“, erinnert sie sich schmunzelnd. Es sind Erinnerungen und Geschichten wie diese, die die gebürtige Oberpullendorferin auch für die Nachwelt bewahrt, indem sie sie niederschreibt. Mittlerweile hat sie fünf Bücher herausgebracht - ein sechstes ist in Arbeit. „Meine Bücher handeln auch alle in und von Oberpullendorf. Ich sehe mich nicht als Autorin, sondern eher als Geschichtenschreiberin über Oberpullendorf“, meint Mayer-Höttinger. So hat sie beispielsweise die Lebensgeschichte ihrer Mutter oder Erlebnisse aus ihrer Kindheit zu Papier gebracht. Für ihr jetziges Buch, von dem sie hofft, dass es im Herbst fertig wird, hat sie sich Geschichten aus dem Oberpullendorf nach dem Kriegsende erzählen lassen. Zum Beispiel jene über den Fund einer Granate im Bach, bei der ein Kind getötet und zwei weitere schwer verletzt wurden oder von einem Oberpullendorfer Roma, der gemeinsam mit Leopold Figl im KZ gewesen war.
In der Stadt war und ist Monika Mayer-Höttinger aber nicht nur kulturell in Form von Lesungen und Ausstellungen sehr aktiv, sondern sie war auch rege im Vereinsleben tätig: im Elternverein des Gymnasiums, als Gründungsmitglied der Stadtkapelle und als Gründungsmitglied der Soroptimistinnen, deren Präsidentin sie auch 2020 sein durfte. Als solche hat sie das Projekt „Wider die Gewalt“ initiiert, im Zuge dessen präventive Vorträge an Schulen gehalten wurden. Und nicht zuletzt hat sie die Schaugartentage initiiert. Das jüngste Projekt und für sie persönlich der Höhepunkt ihres ganzen Wirkens in der Stadt war für Monika Mayer-Höttinger das Musical 'Auf der Flucht - die Reise einer Vogelschar', ein Singspiel basierend auf dem gleichnamigen Buch von Mayer-Höttinger, das die Colourful Dancers anlässlich des heurigen Jubiläumsjahres zur Aufführung gebracht haben. „Ich hoffe, dass es nicht das letzte sein wird.“
Jemand, der aus ihrer Sicht sehr viel in Oberpullendorf bewegt hat, ist der frühere Bürgermeister Paul Kiss. „Er war ein junger Bürgermeister voller Elan, der auch sehr viel für die Kultur getan hat, Das hat mir gefallen“, begründet Monika Mayer-Höttinger, dass Paul Kiss ein Oberpullendorfer ist, den sie besonders bewundert. Bewundernswert sind für sie auch Künstlerin Viola Karal, die auch im hohen Alter noch sehr aktiv ist und Schriftstellerin Jutta Treiber, die mit ihren Büchern Oberpullendorf bekannt gemacht hat.
Weil Oberpullendorf so städtisch ist, glauben viele Leute sie müssen nicht mittun. Aber man muss sich einbringen, etwa bei Vereinen oder indem man zu Veranstaltungen geht und nicht nur zu Hause sitzen und sagen, dass nichts los ist.“ Monika Mayer-Höttinger
Oberpullendorf ist für Monika Mayer-Höttinger belebt, beliebt und besonders. „Vor 50 Jahren hätte ich mir noch zu sagen getraut, dass ich jeden Oberpullendorfer und jede Oberpullendorferin kenne. Mittlerweile ist das durch den Zuzug nicht mehr so, aber ich kenne noch immer sehr viele Leute“, genießt Mayer-Höttinger Oberpullendorfs besonderen Charakter. Bekannt ist es ihrer Meinung nach unter anderem wegen der Schulen, der ärztlichen Versorgung und dem Krankenhaus sowie der kulturellen Veranstaltungen. Was man aus ihrer Sicht keinesfalls in Oberpullendorf verpassen sollte, sind die Gastronomie und die Sportveranstaltungen. Wünschen würde sie sich eine Belebung der Hauptstraße, „sonst gefällt mir alles.“
- Jahrgang:1946
- Beruf:Sekretärin in Pension
- Familie:verheiratet, 2 Söhne, 2 Enkel
- Hobbys: Keramikerzeugung, gärtnern, lesen, schreiben, reisen
- Ich lebe in Oberpullendorf seit ... meiner Geburt mit ein paar Jahren Unterbrechung, in denen ich in Wien gewohnt habe
- Oberpullendorf in drei Worten:belebt, beliebt, besonders
- Mein Lieblingsplatz in Oberpullendorf: mein Garten
- Was ich mir für Oberpullendorf wünsche:weiteres Wachstum, einen guten Zusammenhalt und noch mehr Kultur
- Wenn ich nicht gerade in Oberpullendorf bin, bin ich am liebsten in...Wien