„Mia san Vielfalt“: Jutta Mohl liebt Oberpullendorfs Multikulturalität
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Die Leiterin der Arbeitsmarktservice-Regionalstelle, Jutta Mohl, arbeitet nicht nur schon seit über 30 Jahren in Oberpullendorf, sie hat auch einige Jahre hier gelebt und schätzt an der Stadt besonders deren Vielfalt.
Die Arbeitsmarktservice-Regionalstelle ist nicht nur eine zentrale Einrichtung für die Stadt, sie liegt wohl auch an einem der zentralsten Punkte des Bezirks - an Mittelburgenlands einziger Ampelkreuzung. AMS-Chefin Jutta Mohl sieht in Oberpullendorf den Mittelpunkt des Mittelburgenlandes.
© Michaela Grabner
„Mia san Vielfalt“ ist einer der ersten Gedanken, der Jutta Mohl einschießt, wenn sie an Oberpullendorf denkt. Neulich etwa ist sie bei der Post vorbeigegangen und davor standen drei ältere Damen, die sich in einem Misch-Masch aus Ungarisch, Deutsch und Kroatisch unterhielten und das ganz natürlich. „Wir haben zweisprachige Ortstafeln, das ist für keinen ein Problem und nie eines gewesen“, so Mohl, die von sich selbst sagt, dass ungarisches Blut in ihren Adern fließt, auch wenn sie selbst nicht Ungarisch spricht. „Ich liebe die Ungargasse, weil sie so ursprünglich ist. Da gibt es noch alte langgestreckte Häuser, ursprüngliche Gärten, kleine Winkerl und Platzerl, man hört noch Ungarisch“, gerät sie regelrecht ins Schwärmen. Besonders angetan hat es ihr der Platz mit der Mitterpullendorfer Kirche, dem Spielplatz und dem Meierhof.
„In Oberpullendorf ist alles so nah“
Was Oberpullendorf neben der Vielfalt von anderen Städten unterscheidet ist für Jutta Mohl, dass „alles so nah ist. Man bekommt in Oberpullendorf alles. Mein Auto, Schuhe, Kleidung - ich kaufe alles regional, weil es mir wichtig ist, dass das, was es noch gibt, erhalten bleibt“, so Jutta Mohl. „In Oberpullendorf gibt es einige Boutiquen, da kommen Leute von weit her, um dort einzukaufen. Und trotzdem hört man immer, dass man in Oberpullendorf nichts kriegt. Das ärgert mich. Es gibt gute Angebote und vor allem hat man auch ein gutes Service. Neulich habe ich mir eine Bluse gekauft, die ist mir beim Waschen eingegangen. Die Verkäuferin hat mir gezeigt, wie ich sie bügeln muss, dass sie wieder passt.“
Eine Besonderheit, die außer Oberpullendorf nur wenige Städte in ganz Österreich vorweisen können, ist auch das Frauenberufszentrum, ein gemeinsames Projekt von Frauenberatungsstelle und Arbeitsmarktservice, das vor 15 Jahren gestartet ist. „Wir haben das erste Frauenberufszentrum in ganz Österreich gehabt, damals waren wir ein Pilot“, erzählt die Oberpullendorfer AMS-Chefin. Stolz ist sie auch darauf, dass das Arbeitsmarktservice in Stadt und Bezirk gut vernetzt ist und es auch einen hervorragenden Kontakt zu den Schulen gibt. „Die Polytechnische Schule Oberpullendorf etwa bietet eine super Ausbildung, wenn man eine Lehre machen will“, so Mohl.
Auch was die Gesundheit angeht, gäbe es in Oberpulendorf eine gute Versorgung. „Das habe ich schon oft gehört. Oberpullendorf ist ein Ärztezentrum. Bis auf einen Hautarzt haben wir alles.“ Was Jutta Mohl indes sehr vermisst, ist das Kino - „vor allem Olis Kino, weil er hat immer sehr besondere Filme gehabt. Wenn er sein Kino immer wieder mal für ein paar Tage öffnet, gehen wir hin.“
Apropos Familie Treiber - Olivers Mutter, die Schriftstellerin Jutta Treiber, zählt für ihre Namensvetterin Jutta Mohl zu jenen Persönlichkeiten, für die Oberpullendorf bekannt ist. Daneben gibt es aber noch zwei andere Oberpullendorferinnen, die Jutta Mohl bewundert. Da wäre zum einen Barbara Blagusz. „Sie ist mit ihren Sprach- und Verkaufstrainings europaweit bekannt und macht in ganz Europa Vorträge“, erklärt Mohl. Zum anderen wäre da Stefanie Kneisz, die sich als zweifache Mutter mit einer 25 Stunden-Woche ein sechsstelliges Online Business aufgebaut hat. „Das ist eine junge Powerfrau, die ihren Weg gegangen ist. Von ihr habe ich erst kürzlich ein Buch gelesen“, so Mohl. In „Leben ohne Chef!: Der praxiserprobte Plan für den erfolgreichen Online Business Aufbau und mehr Freiheit im Leben“ gibt Kneisz Tipps, wie man sein eigenes Online Business aufbauen kann, um selbstbestimmt und frei zu leben.
Oberpullendorf seit über 30 Jahren verbunden
Jutta Mohl ist nicht nur in Oberpullendorf geboren, sondern sie hat auch eine Zeit lang hier gelebt. Nachdem sie die ersten sechs Jahre ihres Lebens in Lackenbach aufgewachsen war und ihre Jugend in Markt St. Martin verbracht hatte, wo ihre Eltern ein Haus bauten, zog sie1991 in jungen Jahren in eine Wohnung nach Oberpullendorf, wo sie nicht nur seit 1992 für das Arbeitsmarktservice arbeitet, sondern auch acht Jahre bis zu ihrer Heirat lebte.
Seither ist sie Steinbergerin und am Sonnriegel zu Hause, aber einerseits trennt sie von Oberpullendorf nur ein verhältnismäßig kleiner „Berg“ und zweitens verbringt sie als Leiterin der Arbeitsmarktservice-Regionalstelle, was sie seit 2011 ist, noch immer sehr viel Zeit in der Stadt.
Oberpullendorf-Gästen würde sie den Barfußweg empfehlen, den Fenyös und die Weinbergkapelle, den Gaberlingweg, wo sie selbst immer spazieren gewesen ist, als sie noch in Oberpullendorf gelebt hat, und natürlich die Ungargasse.
Name:Jutta Mohl
Jahrgang: 1971
Beruf: Arbeitsmarktservice-Regionalstellenleiterin
Familie: verheiratet, eine Tochter (25 Jahre)
Hobbys: reisen, Konzerte, tanzen
Ich arbeite in Oberpullendorf seit:1992
Oberpullendorf in drei Worten:Mittelpunkt des Burgenlands
Mein Lieblingsplatz in Oberpullendorf:Ungargasse
Was ich mir für Oberpullendorf wünsche: Innenstadtbelebung, Arbeitsplätze schaffen, Kino wieder öffnen
Wenn ich gerade nicht in Oberpullendorf bin, bin ich am liebsten... am Sonnriegel in Steinberg