Willi Grafl verstorben: Er war ein Wirt mit Leib und Seele
„Siada Willi“
Wirt Willi Grafl lebte für seine Familie, seinen Weingasthof, seine Gäste sowie den Sportverein Schattendorf. Zu seinem 70. Geburtstag hätten ihm gerne noch alle gratuliert, aber leider kam es nicht mehr dazu. Er verstarb am 21. Februar.
Hinter dem Tresen und am Fußballplatz fühlte sich Wirt Willi Grafl am wohlsten.
© BVZ/R. Vogler
Kürzlich verbreitete sich die Nachricht vom Ableben Willi Grafls - alias „Siada Willi“ - wie ein Lauffeuer in der Gemeinde. Alle waren tief betroffen über den Verlust dieses „sehr lieben Menschen“, wie allseits zu vernehmen war. Dementsprechend groß war auch die Anteilnahme bei seinem Begräbnis am vergangenen Freitag am örtlichen Friedhof. Willi Grafl, Jahrgang 1956, hätte ein paar Tage später seinen 70. gefeiert, die Gäste waren bereits eingeladen, aber leider kam es dazu nicht mehr.
Der „Siada Willi“ war mit Leib und Seele Wirt in seinem Gasthaus auf der Hauptstraße und führte den 1928 eröffneten Familienbetrieb seit 1983. Schon als kleiner Bub stand er hinter der Budl und seit seinem 15. Lebensjahr bewirtete er offiziell die Gäste. Da der„Siada“ immer ein Familienbetrieb war, half später Gattin Herta fleißig mit und Tochter Sonja sowie Schwiegersohn Rainer waren ebenfalls stets zur Stelle, wenn sie gebraucht wurden.
Der Wirt erkannte bereits in den 1990-Jahren, dass seine Gäste auch gerne qualitativ hochwertige Weine von bekannten Weingütern konsumieren wollten, daher fanden sich in seinen Weinbeständen auch so manche erlesene Tröpferl und so nannte er 1990 sein Gasthaus in „Weingasthof Wilhelm Grafl“ um. Bis zum Schluss stand der „Siada Willi“ hinter der Theke seines Lokals, obwohl er eigentlich schon in Pension war und die Öffnungszeiten etwas eingeschränkt wurden. Für ihn gab es nichts Schöneres als Wirt zu sein und mit den Gästen „Small Talk“ zu führen.
Aber das Herz von Willi Grafl gehörte nicht nur seinem Weingasthof, es schlug auch kräftig für den Sportverein Schattendorf. In den 90er Jahren, als der SVS seine erfolgreiche Zeit in der Landesliga hatte, war er beim Verein als Kassier tätig und von 1996 bis 2007 hatte er die Obmannschaft über.
„Damals gab es gewissermaßen einen Umbruch im Verein, denn er musste sich finanziell stabilisieren. Am Platz gab es eine Verschiebung, die Böschung beim Eingang wurde abgetragen, es musste eine neue Bewässerungsanlage angeschafft werden und ein neuer Gebäudeteil mit Zusatzkabinen und einem Lagerraum wurde errichtet“, erinnert sich der heutige Obmann Alex Bernhardt, der fortfährt: „Zum 90-jährigen Bestehen des SVS im Jahr 2016 wurde Willi Grafl zum Ehrenobmann ernannt. Er hat in den letzten Jahren immer ein offenes Ohr für den Verein gehabt und stets mitgeholfen, wo es notwendig war. Der SVS hätte sich sehr gerne als Gratulant zu seinem 70er eingestellt und gemeinsam mit ihm und der ebenfalls vor wenigen Monaten verstorbenen Ehrenobfrau Gerlinde Raidinger das 100-jährige Jubiläum des Vereines gefeiert.“
Die Verbundenheit von Willi Grafl zum Sportverein Schattendorf war nicht nur durch seine Anwesenheit am Platz zu erkennen, sondern auch durch sein Autokennzeichen SVS 1.