Siegendorf: Krenmayr „beeindruckt“ von Jusits' Professionalität
Regionalliga Ost
Das Debüt des neuen Siegendorf-Trainers Kurt Jusits war bei der Wiener Viktoria das Paradebeispiel eines schlechten sportlichen Films: Zahlreiche Hochkaräter blieben ungenützt, ein Elfer wurde vergeben, der Gegner war dezimiert und traf in der Nachspielzeit zum 1:0-Sieg. Trotzdem resümierte Präsident Peter Krenmayr positiv, sagt: „Wir sind sehr glücklich, wie er die Mannschaft führt.“
© BVZ, Martin Ivansich
Impulse setzen wollte man in Siegendorf durch die Ablöse von Chefcoach Marek Kausich nach dem 1:1-Unentschieden zum Frühjahrs-Auftakt gegen Draßburg. Also wurde der 60-jährige Trainerfuchs Kurt Jusits quasi direkt vom niederösterreichischen 1. Klasse Süd-Klub Weissenbach verpflichtet, um die Mannschaft im Abstiegskampf zu betreuen.
Weil im Kampf um den Klassenerhalt – neben Fixabsteiger Bruck trifft es je nach Absteigerzahl aus der 2. Liga noch ein oder zwei Vereine – dringend Punkte benötigt werden, war das Debüt bei der Wiener Viktoria ein Reinfall. Viele Top-Chancen, dazu ein vergebener Elfer von Can Alak (77.), all das reichte nicht, im Gegenteil. Die aufgrund einer Ampelkarte in Minute 70 numerisch dezimierte Truppe von Toni Polster kam in der Nachspielzeit nach einem abgefälschten Freistoß und einem Abstimmungsfehler in der Hintermannschaft noch zum Siegestreffer. Für die Moral ist so ein Spielverlauf freilich Gift. Für Präsident Peter Krenmayr zählt derzeit aber vor allem eines: „Leider hat sich die Mannschaft für einen sehr guten Auftritt nicht belohnt. So ist eben der Fußball – manchmal sehr ungerecht. Wir werden leiden müssen, aber wir werden die Liga halten, da bin ich mir seit diesem Spiel zu 100 Prozent sicher.“
„Es steckt enormes Potenzial in der Truppe“
Dezidiert spricht Krenmayr hier die ersten Eindrücke unter Jusits an, sagt etwa: „Wir sind sehr glücklich, wie Kurt Jusits in den wenigen Tagen die Mannschaft führt und entwickelt. Wir wissen alle, dass wir noch viel arbeiten und kämpfen müssen. Aber wir werden jeden Tag besser werden, es steckt enormes Potenzial in der Truppe.“ Womit auch klar ist, dass nach der Konsequenz „Trainerwechsel“ nun definitiv die Mannschaft am Platz mehr denn je in der Pflicht steht. Schließlich geht es darum, am Ende der Saison das rettende Ufer erreicht zu haben. Mittelfristig will sich der Klub schließlich in der Regionalliga Ost nach oben orientieren – mit Jusits als Trainer? „Der Vorstand und ich als Präsident können sich eine Weiterverpflichtung von Kurt Jusits als hauptverantwortlichen Trainer auch für die kommende Saison 2023/24 sehr gut vorstellen.“
Krenmayr und Co. zeigten sich jedenfalls „beeindruckt von seiner Professionalität, Ruhe, seinen Führungsqualitäten, dem menschlichen Zugang zu den Spielern und dem fachlichen Wissen. Besonders gefällt uns die Art und Weise, wie er Fußball spielen lässt.“ Trotzdem gilt es freilich zu liefern – etwa am Samstag, wenn der FC Marchfeld ab 15 Uhr zu Gast ist im Burgenland. Denn ohne Punkte droht früher oder später wieder Unruhe auszubrechen – zu hoch sind die Ansprüche beim ASV. Einer, der eine mögliche neue Unruhe derzeit ausschließt, ist jedenfalls Peter Krenmayr selbst. „Der ganze Verein steht zusammen und die Stimmung ist trotz der schwierigen Lage sehr gut und optimistisch.“
Auf Personalebene gibt es übrigens eine kleine Rochade. Fitnesstrainer Michael Terdy ist nicht mehr für die Ostliga-Mannschaft tätig, sondern kümmert sich nun verstärkt um die 1b.