„100 Jahre Bahnlinie Pinkafeld - Friedberg"

Sonderausstellung

Das Pinkafelder Stadtmuseum zeigt in einer Sonderausstellung die Geschichte der Bahnlinie Pinkafeld–Friedberg, die am 15. November 1925 eröffnet wurde. Die Eröffnung der Ausstellung findet inklusive Sonderpostamt und Philatelietag am 17. Mai um 16 Uhr statt.

Arbeiter beim Bahnbau im Jahr 1924.

Arbeiter beim Bahnbau im Jahr 1924.

© Museumsverein Pinkafeld

Die Ausstellung beleuchtet die Geschichte der Bahnlinie von ihrer Eröffnung bis zur Einstellung des Personenverkehrs im Jahr 2011. Auch die Fortführung des Güterverkehrs sowie die wiederholten, aber gescheiterten Bemühungen zur Reaktivierung des Personenverkehrs sind dokumentiert.

Ein weiterer Fokus liegt auf der Bahnlinie Szombathely–Pinkafeld. Die Nebenlinie Oberwart–Oberschützen mit der historischen Transportseilbahn und der Kohleverladestelle für die Tauchener Kohle ist ebenfalls Thema.

Daten und Fakten aus der Geschichte

Die Bahnlinie von Szombathely (Steinamanger) bis Pinkafeld wurde im Königreich Ungarn 1888 eröffnet. Die Zweigbahn Oberwart – Bad Tatzmannsdorf – Oberschützen errichtete man 1903. Nach dem Anschluss des Burgenlandes an die Republik Österreich 1921 begannen die Planungen, um die Pinkatalbahn an das österreichische Bahnnetz anzuschließen.

Nachdem die Bauarbeiten seit 1922 nur sehr schleppend voran gingen, wurde der Bau ab April 1924 von Pinkafeld und von Friedberg beginnend zügig aufgenommen, wobei bis zu 1.250 Arbeiter gleichzeitig beschäftigt waren. Die feierliche Eröffnung der Verbindungsstrecke Pinkafeld – Friedberg fand am 15. November 1925 im Beisein des Bundespräsidenten Michael Hainisch und vieler Ehrengäste in Pinkafeld statt. Der neue Bahnhof erhielt den Namen Pinkafeld Markt, der bisherige Kopfbahnhof wurde auf Altpinkafeld umbenannt.

Am 1. August 2011 erfolgte die Einstellung des Personenverkehrs von Friedberg bis Oberwart. Der Güterverkehr blieb bestehen und wurde Anfang April 2013 von den Steiermärkischen Landesbahnen bis Oberwart übernommen. Im September 2017 kaufte die Verkehrsinfrastruktur Burgenland die Bahnlinie von der ÖBB-Holding. Die ÖBB haben mit 1. Februar 2024 den Güterverkehr von der Steiermarkbahn übernommen.

Zahlreiche Ausstellungsschwerpunkte

Die Prunkstücke der Ausstellung sind die zahlreichen Modelle von Bahnhöfen der beiden Modellbauer Johann Hahn und Peter Tier. Dabei sind nicht nur die Bahnhöfe von Altpinkafeld über Pinkafeld-Markt, Schäffernsteg und Pinggau zu sehen, sondern auch die Bahnhöfe Bad Tatzmannsdorf sowie der Bahnhof Oberschützen mit der Transportseilbahn von Tauchen und der Kohleverladestelle. Verbunden sind die Bahnhöfe mit Gleisanlagen und zahlreichen Zuggarnituren, die man im Fahrbetrieb sehen kann.

Der Bau, die Eröffnung und die Geschichte der Bahnlinie Pinkafeld - Friedberg werden mit Text und zahlreichen Fotos und historischen Presseberichten dargestellt. Fahrscheine, Stempel, Ausweise, Postbelege und sind zu sehen.

Sonderpostamt mit Philatelietag

Die Sonderausstellung wird vom Museumsverein Pinkafeld und dem Briefmarkensammlerverein Pinkafeld gemeinsam organisiert. Am Eröffnungstag gibt es von 15 bis 18 Uhr ein Sonderpostamt mit ME3 Block, Philatelie-Marke und Sonderstempel sowie eine Autogrammstunde des Markenkünstlers Johannes Margreiter.

Die Ausstellung bietet einen spannenden Rückblick auf die regionale Eisenbahngeschichte und zeigt, wie eng Verkehr, Wirtschaft und Alltag im Südburgenland einst miteinander verknüpft waren.