Betrunkener drohte: „Ich zünd' dir die Bude an“

Später Machete gezückt

Alkohol und Tabletten sind keine günstige Kombination. Ein 43-Jähriger soll nach deren Konsum mehrere Nachbarn bedroht haben.

Der 43-jährige Angeklagte gab an, aufgrund seiner Berauschung kaum Erinnerungen an den Vorfall zu haben.

Der 43-jährige Angeklagte gab an, aufgrund seiner Berauschung kaum Erinnerungen an den Vorfall zu haben.

© BVZ/Kirchmeir

Am Montag, 22. September 2025, musste sich der zehnfach Vorbestrafte wegen seines bedrohlichen Verhaltens am Landesgericht Eisenstadt verantworten.

Am 31. Juli 2025 hatte er seiner Nachbarin im Bezirk Mattersburg gedroht, er werde ihre Wohnung anzünden. Später tauchte er - nur in Socken, Boxershort und T-Shirt - vor dem Haus auf. Eine Machete schwingend soll er weitere Personen mit dem Umbringen bedroht haben.

Nach diesen Vorkommnissen wurde der 43-Jährige in Untersuchungshaft genommen.

Angeklagter: „Ich war ganz allein und fand keine Arbeit“

Vor der Richterin klagte er sein Leid: „Die letzten zwei Jahre waren die schlimmsten meines Lebens! Ich hatte alles verloren, hatte keine Freundin mehr, war ganz allein. Ich fand keine Arbeit. Ich wusste nicht mehr, wie ich da rauskomme.“

Am 31. Juli habe er bereits in Eisenstadt „vier bis fünf Bier“ getrunken. Er kaufte sich eine Flasche Wein und fuhr dann mit dem Bus in seinen Wohnort im Bezirk Mattersburg. Dort besorgte er sich eine weitere Flasche Wein. Zusätzlich habe er über den Tag verteilt zehn bis fünfzehn Stück Praxiten genommen. Die Tabletten habe er verschrieben bekommen, um mit seiner Alkoholsucht besser umgehen zu können.

„Dass sich Alkohol und Praxiten nicht vertragen, wissen Sie?“, ermahnte ihn die Richterin.

An Drohungen keine klare Erinnerung

Er könne sich nicht mehr erinnern, was genau an diesem Nachmittag vorgefallen war, sagte der Angeklagte. Weder daran, dass er der Nachbarin drohte, er werde deren Wohnung anzünden, noch, dass er draußen mit der Machete herumgelaufen sei. Am Balkon seiner Wohnung stehend soll er angekündigt haben: „Ich bring' alle um!“

„Ich bin kein bösartiger Mensch“, sagte der Angeklagte. „Mit den Leuten im Haus hatte ich nichts zu tun. Wenn ich jemanden traf, grüßte ich freundlich.“

Die Machete habe er als Andenken an seinen besten, mittlerweile verstorbenen Freund besessen, und das trotz eines seit 2011 aufrechten Waffenverbots.

Delogierung stand im Raum

Weil er die Miete nicht mehr zahlen konnte, sei im Juli 2025 die Delogierung im Raum gestanden. „Mir wuchs alles über den Kopf“, gab der Angeklagte zu.

Jene 64-jährige Pensionistin, die unter ihm wohnte, bestätigte vor Gericht, dass der Angeklagte sie mit dem Anzünden ihrer Wohnung bedroht hatte. Offenbar hatte den 43-Jährigen gestört, dass sie sich im Garten mit einer Frau unterhielt. „Da rastete er aus“, so die Pensionistin.

Nachbarin: „Er hatte sich beschwert, dass der Hund bellt“

„Haben Sie die Drohung ernstgenommen?“, fragte die Richterin. „Ich weiß es nicht. Er könnte einen Molotow-Cocktail reinwerfen“, meinte die Frau. Sie habe auch später gesehen, wie der Nachbar mit der Machete herumfuchtelte. Sie habe Angst gehabt, dass der Mann ihr Auto beschädigen oder ihren Hund vergiften könnte. „Er hatte sich beschwert, dass mein Hund ständig bellt“, erklärte die Pensionistin.

„Egal was passiert ist, ich bin jetzt weg, ich möchte mich bei Ihnen entschuldigen“, sagte der Angeklagte zu seiner früheren Nachbarin. „Angenommen, danke“, sagte die Zeugin und verließ den Gerichtssaal.

Weil sich zwei weitere geladene Zeugen für den Termin entschuldigt hatten, wurde der Prozess vertagt. Im Oktober wird weiterverhandelt.