Reihenhaus-Projekt und Loft-Turm: Zwei Bauvorhaben in Weiden
Neue Eisenstädter
In Weiden am See erfolgte am 16. September der symbolische Spatenstich für ein neues Reihenhaus-Projekt der „Neue Eisenstädter gemeinnützige Bau-, Wohn- und Siedlungsgesellschaft m.b.H.“. Geplant sind fünf Einheiten, die bis 2027 fertiggestellt werden sollen. Gleichzeitig brachte die Baugesellschaft ein zweites Vorhaben im Ort zur Sprache.
Reihenhausprojekt. Am Dienstag lud die Neue Eisenstädter mit den Geschäftsführern Bernd Gerdenitsch und Ludwig Diexer zum symbolischen Spatenstich nach Weiden am See.
© Birgit Böhm-Ritter
Erste Ziegelreihen bereits sichtbar
Wer derzeit durch die Sportplatzgasse geht, sieht, dass das Projekt längst nicht mehr nur auf Plänen existiert: Die ersten Ziegelreihen stehen bereits. Auf einer Gesamtfläche von 1500 Quadratmetern entstehen fünf Reihenhäuser mit insgesamt 594 Quadratmetern Wohnnutzfläche. Jede Einheit umfasst 115 Quadratmeter, die Grundstücke - direkt neben dem Tennisplatz - sind mit 200 bis 300 Quadratmetern ortsüblich bemessen.
Die Bauzeit reicht von Juni 2025 bis ins Frühjahr 2027. Für die Umsetzung investiert die Neue Eisenstädter 1,65 Millionen Euro. „Diese Gesamtinvestition bleibt zum Großteil in der Region, im Bezirk Neusiedl am See. Darauf sind wir stolz“, erklärte Geschäftsführer Bernd Gerdenitsch beim Spatenstich.
Nachhaltige Bauweise mit neuartigen Ziegeln
Neben Zahlen und Plänen rückte die Baugesellschaft besonders die ökologische Bauweise in den Vordergrund. Erstmals im Burgenland werden bei einem Genossenschaftsbau elektrisch gebrannte Ziegel eingesetzt. „Der Ziegel hat die gleiche Druckfestigkeit und die gleiche Wärmeleitfähigkeit wie ein herkömmlich gebrannter Ziegel“, erläuterte Baumeister Hannes Gartner. Da für die Produktion ausschließlich Strom aus Sonne und Wasser verwendet wird, sinken die Kohlendioxid-Emissionen um 75 Prozent. Auf die fünf Häuser gerechnet bedeutet das eine Einsparung von 29 Tonnen CO2. Das entspricht dem CO2 Ausstoss von 48 Flügen von Wien nach Mallorca oder 266.000 Kilometern mit einem Auto mit Verbrenner-Motor.
Auch bei der Ausstattung setzt die Neue Eisenstädter auf Zukunftstauglichkeit: Jedes Haus erhält eine Luftwärmepumpe, eine Photovoltaikanlage, zwei überdachte Autostellplätze und eine Vorrichtung für E-Ladestationen. Lehrverrohrungen für Wasser und Strom im Garten sollen den Bewohnerinnen und Bewohnern später Freiraum bei der Gestaltung geben.
Planung und Ausführung bleiben größtenteils in der Region. Architekt Franz Riedl zeichnet für die Entwürfe verantwortlich, das Ingenieurbüro Gross für die Haustechnik und die Firma Woschitz aus Eisenstadt für die Statik. Mit der Umsetzung wurde die Halbturner Baufirma Gartner-Schiener Bau Ges.m.b.H. betraut.
Zweites Projekt: Umbau des Lagerhaus-Turms
Während in der Sportplatzgasse die Ziegel wachsen, schreiten im Zentrum des Ortes Abbrucharbeiten voran. Das ehemalige Lagerhaus, ein Bauwerk, das seit Jahrzehnten leer steht und vielfach als Schandfleck bezeichnet wird, soll zu einem Wohnhaus umgebaut werden. Der markante Getreidesilo verliert dabei zwar etwas an Höhe, bleibt aber erhalten. Künftig soll der Turm sechs Stockwerke umfassen und acht Wohnungen beherbergen.

© Birgit Böhm-Ritter
Ergänzend ist ein Neubau mit fünf weiteren zweigeschoßigen Wohnungen geplant. Die Architekten Johannes Kandelsdorfer und Franz Riedl haben die Pläne entworfen. Auch bei diesem Projekt betont die Neue Eisenstädter, dass keine neue Bodenversiegelung erfolgt. Läuft alles nach Plan könnten im Herbst 2027 die Wohnungen bezogen werden, erklärt Gerdenitsch auf BVZ-Nachfrage.
Ein technisches Detail am Rande betrifft die bisherigen Funkantennen, die am Lagerhaus-Turm angebracht waren: Sie wurden provisorisch beim Winzerkeller montiert. Seitdem kommt es laut Bürgermeister Heinrich Hareter (SPÖ) immer wieder zu Problemen beim Internet- und Telefonempfang.
Nach der Fertigstellung des neuen Loft-Turms sollen die Funkantennen jedenfalls in liegender Form wieder angebracht werden. Eine Verkleidung aus glasfaserverstärktem Kunststoff wird sie optisch verschwinden lassen.