Doskozil: „Meine Chefs sind die Burgenländerinnen und Burgenländer“

SPÖ-Mitgliedertreffen

Drei SPÖ-Mitgliedertreffen wurden kürzlich in Eisenstadt, Raiding und Oberschützen abgehalten - ohne große öffentliche Aufmerksamkeit wurde intern geplaudert, unter anderem mit dem Format „Frag Dosko“. Dabei erzählte der Landeshauptmann unter anderem vom Plan hinter Ankäufen wie jenem der Zuckerfabrik Siegendorf und davon, warum er die Bundespolitik „ohne Wehmut“ ad acta gelegt hat.

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil am Rednerpult. Am "Jubiläumstag" als Landeschef stand er den SPÖ-Mitgliedern ebenfalls Rede und Antwort.

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil am Rednerpult. Am "Jubiläumstag" als Landeschef stand er den SPÖ-Mitgliedern ebenfalls Rede und Antwort.

© SPÖ Burgenland

Nord, Mitte, Süd - in allen drei Regionen trafen sich dieser Tage die SPÖ-Mitglieder, um sich untereinander und mit der Landespartei auszutauschen und mit Parteichef Hans Peter Doskozil persönlich zu plaudern. Insgesamt 900 Mitglieder waren bei den drei Terminen dabei. Im Lisztzentrum Raiding fand die interne Tour am 28. Februar ihren Abschluss - also genau an jenem Tag, an dem Doskozil sein fünfjähriges Landeshauptmann-Jubiläum beging. Dazu gab's auf der Bühne eine Torte zur Überraschung.

Unter dem Motto „Ganz oben steht das Burgenland, und ganz oben stehst du“, ging's bei den Mitgliedertreffen primär um den ungezwungenen Austausch. Dazu hatte man das Format „Frag Dosko!“ erdacht: Vor Ort oder vorab per Mail konnten direkte Fragen an den Landes- und Parteichef gestellt werden. Antworten gab's von Doskozil persönlich, wie der Blick auf einige Beispiele zeigt.

Pläne für die Zuckerfabrik

„Warum beteiligt sich das Land Burgenland in so vielen Bereichen, zum Beispiel an der Therme Stegersbach und bei der Zuckerfabrik Siegendorf? Was genau sind die Absichten dahinter?“ So lautete eine der Fragen, die von Doskozil beim Treffen beantwortet wurden. Demnach wurden die Zuckerfabrik und die dazugehörigen Liegenschaften und Freiflächen vor dem Hintergrund angekauft, um diese „zum Teil für unseren sozialen Wohnbau zu verwenden“, wie Doskozil meinte.

Eine wirtschaftliche Rolle würden „aber auch das zugehörige öffentliche Kanalnetz und die zahlreichen Mieter vor Ort spielen - am Ende des Tages werden mit all diesen Komponenten nämlich Einnahmen lukriert“. Und diese Einnahmen sollen schließlich den Kauf der Zuckerfabrik ausfinanzieren, erklärte der Landeshauptmann. Zudem sei man mit dem Kulturarchiv vor Ort selbst Mieter.

Frage & Antwort mit dem Landeshauptmann

Die Therme Stegersbach sei wiederum angekauft worden, „um regionale Strukturen und Arbeitsplätze zu erhalten“. Und: „Wir zahlen diese Dinge nicht aus dem Landesbudget, sie belasten das Budget auch nicht“, wiederholte Doskozil seine Erklärung, die er bereits bei der Regierungsbilanz abgegeben hatte: Die Käufe würden über die Holding getätigt „und müssen aus den Erträgen des Betriebs refinanziert werden“.

Bereits abbezahlt sei der Neubau des Krankenhauses Oberwart, antwortete Doskozil unter anderem auf die Frage zur Diskussion um die Landes-Schulden. „Kein anderes Krankenhaus in Österreich wurde so organisiert und so finanziert.“ Als einziges Bundesland nehme das Burgenland heuer kein Darlehen auf.

Überraschung zum Landeshauptmann-Jubiläum

„Würdest du wieder in die Bundespolitik wechseln, wenn sich die Chance ergäbe?“, lautete eine weitere, persönlichere Frage. „Ich war zu dem Zeitpunkt, als ich mich für den Bundesparteivorsitz beworben habe, persönlich davon überzeugt, den burgenländischen Mindestlohn, unser Pflegemodell oder die hohen Ärztegehälter, wie wir sie im Burgenland haben, für ganz Österreich umsetzen zu können“, antwortete Doskozil zum einen.

Die Dinge hätten sich „aus verschiedenen Gründen, auf die ich gar nicht mehr näher eingehen will“, anders entwickelt, meinte er zum andere: „Und vor diesem Hintergrund und mit diesen Erkenntnissen, die ich heute habe, kann ich ohne Wehmut und Groll sagen, dass das Kapitel Bundespolitik für mich abgeschlossen ist und ich mich weiter zu 100 Prozent dem Burgenland und seinen Menschen widme.“

Zum Slogan der SPÖ-Absoluten - der „Koalition mit der Bevölkerung“ - kam beim Mitgliedertreffen ein weiterer interner Leitsatz dazu. „Das Burgenland ist meine Heimat“, sagte Doskozil, „und meine Chefs sind die Burgenländerinnen und Burgenländer.“

Doskozil: „Meine Chefs sind die Burgenländerinnen und Burgenländer“

© SPÖ Burgenland

Organisiert wurden die Treffen vor Ort und vom Landesgeschäftsführer-Duo Jasmin Puchwein und Kevin Friedl. „Diese Mitglieder-Tour hat gezeigt, dass wir gemeinsam eine stolze burgenländische Sozialdemokratie sind, die ein klares Ziel hat: das Leben der Bevölkerung verbessern“, meinen Puchwein und Friedl. Man werde sich „vom Weg nicht abbringen lassen“, und gemeinsam mit dem Team und dem Landeshauptmann weiter dran arbeiten.