Niessl kündigt Sportstrategie an und fordert Budget-Wiedererhöhung ein
Sport Austria-Empfang
Beim Neujahrsempfang der Bundes-Sportorganisation Sport Austria nutzte Präsident Hans Niessl den Auftakt ins neue Jahr, um zentrale Zukunftsthemen des organisierten Sports anzusprechen. Im Fokus standen die Bedeutung des Ehrenamts, die angekündigte nationale Sportstrategie sowie die Forderung nach einer Wiedererhöhung des Sportbudgets.
Hans Niessl beim Neujahrsempfang von Sport Austria.
© Sport Austria/Leo Hagen, Leo HAGEN
Im Großen Spiegelsaal des Haus des Sports kamen zum Sport Austria-Neujahrsempfang zahlreiche Vertreter:innen der Mitgliedsverbände, Organisationen und Institutionen zusammen. Gastgeber Hans Niessl nutzte den Rahmen, um sportpolitische Botschaften zu platzieren und einen Ausblick auf die kommenden Monate zu geben.
Unter den Gästen befanden sich unter anderem Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt, die Wissenschafterin Professorin Edeltraud Hanappi-Egger sowie der neue Sport-Sektionschef Marcel Chahrour. Hanappi-Egger hielt einen Vortrag zum Thema Diversität, das Sport Austria gemeinsam mit ihr in weiteren Workshops vertiefen und für Mitgliedsorganisationen weiterentwickeln will.
In seiner Rede stellte Niessl die Bedeutung des Ehrenamts in den Mittelpunkt. Rund 580.000 ehrenamtlich Engagierte würden Woche für Woche dafür sorgen, dass Sport, Gesundheit und Integration in Österreich gelebt werden. „Dieses Engagement ist unbezahlbar und verdient höchsten Respekt“, so Niessl.
Mit Blick auf die aktuelle finanzielle Lage sprach der Präsident auch die Budgetkürzungen an, die den organisierten Sport treffen. „Wir nehmen die Zusage der Staatssekretärin, dass die Mittel ab 2027 wieder erhöht werden, beim Wort. Die Wiedererhöhung des Sportbudgets ist unbedingt notwendig, um langfristige Schäden zu vermeiden“, betonte Niessl. Zugleich verwies er auf die gesellschaftliche Rolle des Sports: „Es gibt in Österreich zu viele Ich-AGs – wir im Sport stehen für die Wir-AG.“
Ein weiteres Thema war die stärkere Verankerung von Sport und Bewegung im Gesundheitssystem. Regelmäßige Bewegung senke nachweislich Kosten und steigere die Lebensqualität – Aspekte, die in der gesundheitspolitischen Debatte stärker berücksichtigt werden müssten. Ein Gespräch mit Gesundheitsministerin Korinna Schumann stimme Niessl zuversichtlich, dass hier künftig Fortschritte möglich sind.
Als wichtigen Zukunftsschritt kündigte Niessl zudem an, dass Sport Austria noch heuer erstmals eine nationale Sportstrategie erarbeiten wird. Unter dem Leitmotiv „Vom Sportland zur Sportnation“ soll gemeinsam mit Bund, Ländern sowie Dach- und Fachverbänden eine langfristige Stoßrichtung für Spitzen- und Breitensport entwickelt werden. Niessl: „Es ist wichtig, dass diese Strategie aus dem Sport kommt. Sie wird sowohl den Spitzen- als auch den Breitensport berücksichtigen – beide brauchen einander. Österreich braucht beide.“
Abschließend betonte Niessl die Notwendigkeit stabiler Rahmenbedingungen und gesellschaftlicher Wertschätzung: „Dafür benötigen wir stabile Rahmenbedingungen, eine starke gemeinsame Stimme und gesellschaftliche Wertschätzung. Dafür steht Sport Austria – und dafür werden wir uns auch 2026 mit voller Kraft einsetzen“, so Niessl.