Rot-goldene Duftmarken bei den Rekordspielen in Wien

Sport Austria Finals

Mehr als 7.000 Athlet:innen aus 46 Sportarten und über 107.000 Besucher haben für die Sport Austria Finals in Wien neue Maßstäbe gesetzt. Die erste Auflage des geballten Staatsmeisterschafts-Events in der Bundeshauptstadt entwickelte sich zur größten Multisport-Veranstaltung Österreichs aller Zeiten. Mittendrin gab es auch zahlreiche Titel für das Burgenland.

Nicht nur beim Rathaus ging im Zuge der Sport Austria Finals - hier beim Ringen - die Post ab.

Nicht nur beim Rathaus ging im Zuge der Sport Austria Finals - hier beim Ringen - die Post ab.

© Michael Meindl

„Mit diesen Zahlen hätten wir nicht gerechnet, Wien hat wirklich alle Erwartungen übertroffen“, zog Sport-Austria-Präsident und Alt-Landeshauptmann Hans Niessl zufrieden Bilanz. Das Konzept, den Sport mitten zu den Menschen zu bringen, sei voll aufgegangen. „Für die Athletinnen und Athleten war es ein ganz besonderes Erlebnis“, betonte Niessl.

Giefing schwamm in Rekorddimensionen

Einige rot-goldene Duftmarken als Querschnitt durch die Sport Austria Finals in der Allgemeinen Klasse:

Schwimm-Ass Christian Giefing sorgte gleich für mehrere Schlagzeilen. Der 18-Jährige aus Markt St. Martin präsentierte sich im Wiener Stadthallenbad in bestechender Form und bestätigte seine Rolle als eines der größten Talente des österreichischen Schwimmsports.

An allen vier Wettkampftagen zeigte Giefing auf, sorgte für Spitzenzeiten und schwamm schließlich sogar in die Rekordbücher. Über 800 Meter Freistil (8:04,62 Minuten) verbesserte er einen österreichischen U18-Rekord aus dem Jahr 2011, über 200 Meter Lagen (2:00,96 Minuten) stellte er eine weitere rot-weiß-rote U18-Bestmarke auf. Staatsmeister wurde Giefing zudem über 200 Meter Freistil und über 400 Meter Freistil. Detail am Rande: Über 200 Meter Lagen, 200 Meter Freistil und 400 Meter Freistil unterbot er das EM-Limit für die Schwimm-Europameisterschaften in Paris und bestätigte, dass er bei dem internationalen Highlight von 31. Juli bis 16. August bereit für den nächsten sportlichen Schritt ist.

„Rekorde sind immer eine Bestätigung dafür, dass wir im Training gut gearbeitet haben. Und es zeigt mir, dass die Richtung absolut stimmt“, erklärte Giefing nach seinen starken Auftritten.

Nico Wiener holte Doppel-Gold

Einen weiteren burgenländischen Staatsmeistertitel steuerte Bogenschütze Nico Wiener bei. Der Schreibersdorfer dominierte die Bewerbe der WA Outdoor Staatsmeisterschaften mit dem Compoundbogen, die im Rahmen der Sport Austria Finals ausgetragen wurden.

Nach Rang eins in der Qualifikation mit 709 Ringen ließ der 29-Jährige auch in den K.o.-Duellen nichts anbrennen und sicherte sich den Staatsmeistertitel im Einzel. Darüber hinaus jubelte er gemeinsam mit Daniel Brajko und Maximilian Berger über Gold im Teambewerb.

„Einen Titel nimmt man immer gerne, das ist alles andere als selbstverständlich“, sagte Wiener nach seinem Triumph. Sein langfristiges Ziel bleibt die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles, zudem ist er regelmäßig im Weltcup aktiv und sammelt hier Punkte.

Speedskater schreiben Vereinsgeschichte

Besonders erfolgreich verliefen die Finals für die Speedskaterinnen der STU Eisenstadt. Katharina Mezgolits präsentierte sich in starker Form und sicherte sich gleich zwei Staatsmeistertitel. Die Burgenländerin gewann das 1-Lap-Rennen sowie den Bewerb über 1.000 Meter. Dazu kamen Silber über 10.000 Meter Elimination und Bronze über 10.000 Meter Punkte.

„Nach den intensiven Trainingswochen freue ich mich umso mehr, dass ich die Rennen gut absolvieren und meine Form auf der Strecke abrufen konnte“, bilanzierte Mezgolits.

Gemeinsam mit ihren Vereinskolleginnen Dalma Berczelly und Anna Berczelly sorgte sie zudem für einen besonderen Erfolg. In mehreren Bewerben belegten die drei Athletinnen der STU Eisenstadt geschlossen die ersten drei Plätze und schrieben damit Vereinsgeschichte. Das komplett burgenländisch besetzte Podium war einer der Höhepunkte aus Sicht des Vereins.

Auch am Abschlusstag der Sport Austria Finals waren die Burgenländerinnen erfolgreich. Dalma Berczelly gewann das 10.000-Meter-Elimination-Race, Katharina Mezgolits wurde Zweite und Anna Berczelly Dritte.

Für einen emotionalen Moment sorgte Christian Kromoser von der STU Eisenstadt. Der langjährige österreichische Spitzenathlet verabschiedete sich bei den Finals vom Leistungssport – und das mit einem historischen Erfolg. Im 10.000-Meter-Point-Race gewann Kromoser seinen insgesamt 50. Staatsmeistertitel. Bereits zuvor hatte er im 1-Lap-Rennen Titel Nummer 49 geholt.

„Dafür, dass es meine Abschiedsvorstellung war, kann ich ganz zufrieden sein“, meinte der Routinier. Ganz verschwinden wird er allerdings nicht. Der STU Eisenstadt möchte er weiterhin mit seiner Erfahrung zur Seite stehen.

Rot-goldene Duftmarken bei den Rekordspielen in Wien

© zVg

Tamara Lehner verteidigt ihren Titel

Einen weiteren Staatsmeistertitel für das Burgenland holte Karateka Tamara Lehner. Die Athletin des Frieways Karate Klub Sigleß verteidigte bei den Staatsmeisterschaften der Allgemeinen Klasse erfolgreich ihren Titel und kürte sich damit bereits zum dritten Mal in Folge zur österreichischen Staatsmeisterin.

Besonders bemerkenswert: Direkt nach ihrem Erfolg bei den Sport Austria Finals reiste Lehner weiter zur World Shito-Ryu Federation Weltmeisterschaft, wo sie in der Altersklasse U18 ebenfalls den Titel gewann.

Auch die besondere Kulisse am Wiener Rathausplatz beeindruckte die Burgenländerin. „Es war unglaublich und ein komplett anderes Gefühl, einmal outdoor einen Wettkampf zu bestreiten“, schilderte sie ihre Eindrücke.

Lisa Fuhrmann triumphiert im Jiu Jitsu

Auch bei der Jiu-Jitsu-Crew gab es Grund zum Jubeln. Lisa Fuhrmann vom Jiu Jitsu Club Vila Vita Pannonia Wallern gewann bei den Staatsmeisterschaften im Fighting-Bewerb bis 63 Kilogramm Gold.

Die mehrfache WM-Medaillengewinnerin setzte sich im Finale gegen Yelyzaveta Shyshkina durch und zeigte sich von der Atmosphäre am Wiener Rathausplatz begeistert.

„Es war wirklich etwas Besonderes, draußen vor so vielen Menschen zu kämpfen. Die Zuschauer haben mitgefiebert, es war Stimmung da und auch viele Freunde waren vor Ort“, sagte Fuhrmann. Gleichzeitig hob sie die Bedeutung der Sport Austria Finals für kleinere Sportarten hervor, die sich dort einem breiten Publikum präsentieren können - eben Multisport pur.

Vereinskollegin Yoanna Ivanova sicherte sich beim ersten Antritt in der Allgemeinen Klasse Silber im Fighting-Bewerb bis 70 Kilogramm, Vanessa Klinger wurde nach secchsjähriger Wettkampfpause Dritte. Romeo Horvath feierte seinen Staatsmeisterschafts-Einstand in der Allgemeinen Klasse mit Bronze.