Bienenfresser-Projekt entwickelt sich zum Naturparadies

Frauenkirchen

Rund 130 Bienenfresser besiedeln derzeit die künstlich angelegte Sandwand bei der St. Martins Therme & Lodge in Frauenkirchen. Das 2022 gestartete Projekt hat sich seither zu einem Hotspot für Naturinteressierte entwickelt. Auch andere seltene Vogelarten nutzen die Anlage inzwischen als Brutplatz.

Der Bienenfresser erbeutet im Flug vor allem Bienen, Wespen, Hummeln, Hornissen, aber auch Libellen, Zikaden und fliegende Käfer.

Der Bienenfresser erbeutet im Flug vor allem Bienen, Wespen, Hummeln, Hornissen, aber auch Libellen, Zikaden und fliegende Käfer.

© Foto: Leander Khil | www.leanderkhi, LEANDER KHIL, Leander Khil

Vom Baustellenaushub zum Brutparadies

Die Idee für das Projekt entstand im Winter 2021/2022 aus einer Zusammenarbeit zwischen der St. Martins Therme & Lodge und dem Familienunternehmen PÜSPÖK Erneuerbare Energie GmbH. Beim Bau von Windkraftanlagen fiel geeignetes Aushubmaterial an, das vor Ort zu einer steilen Sandwand aufgeschüttet wurde. Ziel war es, der europaweit geschützten Vogelart, dem Bienenfresser, ein neues Brutgebiet zu bieten.. Tatsächlich zog bereits kurz nach der Errichtung das erste Pärchen ein.

Kontinuierlich wachsender Bestand

Bereits zwei Jahre nach dem Start zählte man im Sommer 2024 rund 70 Bienenfresser an der Wand. In diesem Jahr sind es laut aktueller Presseaussendung der St. Martins Therme sogar rund 130 Vögel, die in Paaren ihre Bruthöhlen in den Sand graben. Die Brutzeit beginnt Mitte Mai und dauert inklusive der Aufzucht bis weit in den Sommer. Die Tiere sind vor allem in den Morgenstunden aktiv und können dabei gut beobachtet werden.

Bienenfresser-Projekt entwickelt sich zum Naturparadies

© Foto: Leander Khil | www.leanderkhi, LEANDER KHIL, Leander Khil

„Dank der Restaurierung der Sodalacke und dem einzigartigen Projekt, in dem die Bienenfresserwand in Zusammenarbeit mit dem Familienunternehmen PÜSPÖK Erneuerbare Energie aufgeschüttet wurde, ist hier ein richtiges Kleinod entstanden“, sagt General Manager Martin Adelwöhrer, St. Martins Therme & Lodge.

Naturbeobachtung aus dem Fotoversteck

„Das Geschehen an der Wand kann von unserem Fotoversteck aus optimal beobachtet werden, ohne die Tiere bei der Brut zu stören“, erklärt Elke Schmelzer, Biologin und Resident Managerin der Therme. Gemeinsam mit den Rangerinnen und Rangern bietet sie geführte Naturerlebnisse an. Aktuell sind die Bienenfresser bereits in Paaren unterwegs und bauen fleißig an ihren Höhlen.

Neben den Bienenfressern haben sich laut Rangerin Katharina Schabl auch Uferschwalben, Wiedehopf und Brandgänse in der Umgebung angesiedelt. Insgesamt wurden auf dem Thermengelände bislang 223 Vogelarten gezählt.

„Gemeinsam mit unseren St. Martins Rangern kann man hier großartige Einblicke in die Vogelwelt bekommen – denn unsere Ranger finden nicht nur die richtigen Plätze zur Beobachtung, sondern können unglaublich viel über die Tiere und Gewohnheiten erzählen. Da vergeht die Zeit sprichwörtlich wie im Flug“, so Adelwöhrer.

Die Bienenfresserwand ist Teil eines umfassenden Konzepts der St. Martins Therme & Lodge, das Ökotourismus, Umweltbildung und Artenschutz verbindet. Dass sich das Projekt so rasch und erfolgreich entwickelt, zeigt, wie gezielte Maßnahmen im Kleinen große Wirkung entfalten können.