Parken in Güssing ist kein Streitthema
Stadt Güssing
Während in Oberwart die neue Parkregelung noch vor ihrem Start für Diskussionen sorgt und bereits nachgeschärft wird, ist die Linie in Güssing eine andere. In Güssing setzt man auf punktuelle Lösungen und Bürgermeister Vinzenz Knor sieht aktuell keinen Anlass für Änderungen.
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In Oberwart wird der Parkraum im Zentrum neu organisiert. Vier zentrale Flächen werden ab 27. April kostenpflichtig, gleichzeitig wird die Kurzparkzone ausgeweitet. Ziel ist es, den Parkraum neu zu ordnen, Pendler aus dem Zentrum zu bringen und kurzfristige Parkmöglichkeiten zu sichern. Noch bevor die Regelung überhaupt gilt, hat die Stadt bereits reagiert und ein Jahresticket für Dauerparker eingeführt. Die Diskussion darüber läuft – politisch und in der Bevölkerung.
„Ein vergleichbares Modell ist bei uns nicht geplant“, sagt Bürgermeister Vinzenz Knor. Die Stadt setzt seit Jahren auf eine Kombination aus Kurzparkzonen und frei zugänglichen öffentlichen Parkplätzen. Eine flächendeckende Parkraumbewirtschaftung, wie sie in Oberwart jetzt umgesetzt wird, ist kein Thema.
Ein Schwerpunkt liegt dabei im Bereich rund um das Ärztezentrum. Dort sorgt ein größerer Parkplatz laut Vinzenz Knor für zusätzliche Kapazitäten. „Dauerparker die arbeiten, können auf die öffentlichen Flächen ausweichen“, sagt Knor.
Die Situation ist insgesamt überschaubar. „Am Vormittag ist es manchmal enger, da wird es kurzfristig knapp. Ab etwa 14 Uhr entspannt sich die Lage aber deutlich“, erklärt der Bürgermeister. Das deckt sich auch mit den Erfahrungen vieler Nutzer im Stadtgebiet. „Natürlich ist es am Vormittag manchmal schwierig, aber man findet eigentlich immer einen Platz“, sagt ein Pensionist, der regelmäßig im Zentrum unterwegs ist. „Am Nachmittag ist es überhaupt kein Problem.“ Ähnlich sieht es auch eine Angestellte, die täglich nach Güssing pendelt: „Ich parke etwas außerhalb und gehe ein paar Minuten zu Fuß. Das funktioniert gut. Für mich braucht es da keine großen Änderungen.“ „Ich sitze gern im Kaffeehaus, und meistens finde ich auch einen Parkplatz in der Nähe“, sagt ein Besucher aus der Region. „Wenn nicht direkt vor der Tür, dann halt ein paar Minuten zu Fuß, das gehört dazu und ist ja auch kein Problem.“
Ein weiterer Unterschied zeigt sich im Zugang. Während in Oberwart ein System neu aufgebaut und politisch diskutiert wird, setzt man in Güssing auf Kontrolle und bestehende Regelungen. Dort, wo Kurzparkzonen gelten, wird auch kontrolliert – zusätzliche Maßnahmen sind aus Sicht der Stadt derzeit nicht notwendig. Gleichzeitig zeigt der Blick nach Oberwart aber schon, wie schnell das Thema Parken emotional wird. Noch vor dem Start der neuen Regelung wird nachgebessert, die politische Diskussion ist in vollem Gange. Genau diese Dynamik bleibt in Güssing aus.