(W)immerfit in eine gesunde und bewegte Zukunft
Talk der Woche
Der BVZ-Martini in der Kategorie „Unsere Zukunft“ geht an das Wimmer Gymnasium in Oberschützen. Die Schule macht ihre Schüler:innen mit den wirkungsvollen Programme Vital4Brain, Vital4Heart und Vital4Body (w)immerfit. Diese Programme stärken die Lern- und Konzentrationsfähigkeit und reduzieren den Stressfaktor. Die Übungen sind leicht und ohne viel Aufwand im Klassenzimmer umzusetzen und ausgebildete Bewegungs-Coaches bewegen ganze Klassenzimmer.
Bildungsdirektor Alfred Lehner (v. re.) und BVZ Süd-Leiter Bertie Unger (v. 2. v. r.)übergaben den begehrten Preis. Die Freude darüber war groß.
© Unger
BVZ: Zunächst einmal Gratulation zum diesjährigen BVZ Martini-Preis in der Kategorie „Unsere Zukunft“. Wie groß ist die Freude über diesen Preis?
Jonathan Racz (Bewegungscoach): "Wir freuen uns natürlich riesig und umso mehr, dass wir diesen Preis gleich bei unserer ersten Einsendung bekommen haben. Für unsere Schule war dieses Projekt zuerst nur ein Versuch und wir freuen uns, dass wir diese Anerkennung nun auch außerhalb unserer Schule bekommen. Wir sehen dies auch als Motivation, dass sich dadurch noch mehr diesem Projekt anschließen und dass wir weiterhin mit vollem Elan durch die Klassen gehen und Schüler:innen bewegen.
BVZ: Was ist die zentrale Idee hinter dem Projekt (W)immerfit und wie wird das im Schulalltag umgesetzt?
Karina Toth (Projektinitiatorin): Die zentrale Idee hinter dem Projekt ist es, mehr Bewegung in den Schulalltag zu bringen. Unsere Kinder und Jugendlichen sitzen zu viel und bewegen sich zu wenig. 60 Minuten am Tag empfiehlt die WHO - davon sind die meisten weit entfernt. Im Sinne einer gesunden Schule braucht es zur Unterstützung unserer Schüler:innen beim Lernen sinnvolle Bewegungspausen, welche die Konzentration fördern, die Kondition verbessern und die unsere Kinder auch mental stärken. Dafür gibt es die Bewegungsprogramme nach Simply strong – Vital4Brain, Vital4Heart und Vital4Body. Sie wurden wissenschaftlich auf ihre Wirkung untersucht, sind praxiserprobt, vom Bildungsministerium empfohlen und durch die Kürze der Bewegungspogramme für Schulen bestens geeignet. Auf diesen drei Programmen basiert (W)immerfit.
BVZ: Welche Wirkung haben die Programme Vital4Brain, Vital4Heart und Vital4Body auf die Lern- und Konzentrationsfähigkeit der Schüler:innen?
Michael Nemeth (Sportpädagoge): Vital4Brain geht in Richtung Konzentration und Aufmerksamkeit, wo wir nachweislich auch die Rückmeldungen von Kolleg:innen haben, dass diese Übungen tatsächlich auch wirken. Durch Vital4Body bekommen wir zusätzlich zum Sportunterricht Bewegung und Abwechslung in die Klassen. Vital4Heart wirkt auf die innere Beruhigung und wird auch vor Tests oder Schularbeiten angewandt, um Schüler:innen von einem höheren Stresslevel runter zu bringen.
BVZ: Wie werden Oberstufenschüler:innen zu (W)immerfit-Bewegungscoaches ausgebildet und welche Rolle spielen diese im Projekt?
Karina Toth: Die Schüler:innen werden von mir und meinem Team zunächst an einem Nachmittag intensiv in den drei Bewegungsprogrammen geschult und im Zuge des Schuljahres immer wieder auch fort- und weitergebildet. Unsere Coaches sind die zentralen Player in diesem Projekt. Ohne sie könnten wir die Schule nicht in diesem Ausmaß bewegen und natürlich ist es auch so, dass die Übungen mit den Oberstufenschüler:innen mehr Spaß machen als mit uns Lehrenden. Mit (W)immerfit ist es uns gelungen, mehr Abwechslung in den Schulalltag zu bringen. Und das ist wichtig. Schule soll ein Ort sein, wo Kinder und Jugendliche gerne sind , die Spaß macht und abwechslungsreich ist.
© Bertie Unger
BVZ: Welche Rückmeldungen gibt es von den Schüler:innen? Gibt es Übungen, die besonders gut ankommen?
Gloria Taucher (Bewegungscoach): Die Kinder freuen sich, wenn wir kommen und mögen vor allem die spielerischen Übungen. Uns Coaches freut es, wenn die Kids schon vor den Klassen auf uns warten und die Übungen kaum erwarten können. Partnerübungen kommen gut an und natürlich generell alles, was mit Bewegung zu tun hat. .
BVZ: Wie wird sichergestellt, dass die Integration von Bewegung in den Unterricht langfristig erfolgreich bleibt?
Michael Nemeth: Nachhaltigkeit wird garantiert, dass unser Projekt immer größer, besser und erfolgreicher wird. Wir haben eben erst zwei neue Kolleginnen dazu bekommen und zusammen mit dem Fach Rhetorik haben wir da auch ein breites Gerüst. Stand jetzt haben wir 40 Coaches und unser Ziel ist es, diese Zahl von Jahr zu Jahr zu steigern.

© Unger
BVZ: Inwiefern hat das Fach „Rhetorik“ dazu beigetragen, das Projekt bekannter zu machen? Welche gemeinsamen Aktionen sind in diesem Schuljahr noch geplant?
Birgit Samer (Pädagogin): Im Fach Rhetorik und Kommunikation bereiten wir die Schüler:innen darauf vor, dass sie sich vor der Klasse präsentieren, und dabei ist Kreativität ein ganz wichtiger Aspekt. In den gemeinsamen Projekten geht es ja auch darum, sich bestmöglich zu vermarkten und auch für eine entsprechende Ausstattung zu sorgen. Das ist uns in einem Weihnachtsprojekt sehr gut gelungen, wo wir die Schüler sehr gut abholen konnten. Heuer sind noch zwei gemeinsame Aktionen geplant. Eine zum Thema Fasching und Skisport und am Schulschluss mit dem Action – Day, welches ein ganz großes Projekt ist in dem die ganze Schule eingebunden sein wird.
BVZ: Welche positiven (W)immerfit-Veränderungen sind schon sichtbar?
Emi Nika (Bewegungscoach): Wir werden von den Lehrern angefragt, ob Coaches kommen, wenn eine anstrengende Stunde geplant ist, oder vor einem Test, oder vor einer Schularbeit. Die Bewegungseinheiten werden nicht nur akzeptiert, sondern begrüßt
Karina Toth: In der Kollegenschaft ist es schon auch angekommen, dass die (W)immerfit-Coaches einen guten Job machen, dass die Bewegungseinheiten ein System haben und die Programme auf die Schülerinnen und Schüler wirken. Gerade vor Tests, oder wenn eine Doppelstunde ansteht, bitten uns Kolleg:innen, die Coaches vorbeizuschicken. Die Coaches lernen bei ihren Einsätzen auf ungezwungene Art vor einer Klasse zu stehen und Übungen verständlich anzuleiten. Sie machen dabei in einem sicheren Umfeld wertvolle Erfahrungen, können sich selbst erproben und lernen auf diesem Weg wertvolle Skills fürs Leben
BVZ: Könnte das Projekt möglicherweise auch über die Schule hinauswirken? Kann es Vorbild für andere Schulen sein?
Michael Nemeth: Gerade durch solch bewusste Bergungsaktionen kann man für Abwechslung im „normalen“ Schulalltag sorgen. Und wenn das mehrere Schulen machen würden, hat man einen größeren Effekt auf die Gesamtschüleranzahl. Und natürlich würden wir das sehr begrüßen. .
BVZ: Warum seid ihr (W)immerfit-Coaches geworden und was ist euer persönlicher Benefit?
Ilvy Spiola (Bewegungscoach): Ich bin (W)immerfit-Coach geworden, weil Bewegung für mich sehr wichtig und auch ein großer Teil meiner Freizeit ist. Ich mache die Bewegungseinheiten mit Kindern und Jugendlichen sehr gerne, aber wir bekommen auch Einblick in den Alltag eines Lehrers
Johanna Simon (Bewegungscoach): Für uns ist es auch eine super Möglichkeit, unsere rhetorischen Fähigkeiten zu verbessern. Wir lernen vor der Klasse besser zu sprechen und wir können mit dem Gefühl besser umgehen, vor einer Menschenmenge zu stehen. Ich glaube, dass wir dadurch auch einen Benefit für unsere Zukunft, für unser weiteres Leben davontragen.