Udo Huber: 50 Jahre im Radio und kein bisschen leise

Talk zum Jubiläum

Vor 50 Jahren war seine Stimme erstmals im Radio zu hören, bis heute ist Udo Huber seiner großen Liebe treu geblieben. Er ist übrigens auch ein starker Schwimmer und „assimilierter Burgenländer“, wie er im BVZ-Gespräch erzählt.

Udo Huber. Seit dem Jahr 1974 ist "Mr. Hitparade" - nicht nur - im Radio ...

Udo Huber. Seit dem Jahr 1974 ist "Mr. Hitparade" - nicht nur - im Radio ...

© ORF, Hans Leitner

Auf den Tag genau im Jahr 1974 im Ö1-Mittagsjournal war’s, da war der junge Udo Huber mit einem Bericht übers Wiener Volkstheater on air. Das passte ganz gut, als Student der Theaterwissenschaften ist der spätere „Mr. Hitparade“ zuvor ins Wiener Funkhaus spaziert und hat gesagt: „Ich würd gern was machen!“ Der Rest ist ohne Übertreibung Radiogeschichte.

Bald schon startete Udo auf Ö3 durch, mit den „Großen 10“ hatte er im Fernsehen die höchsten Einschaltquoten, Ende der 1980er galt Huber als einer der bekanntesten Österreicher. Bis heute ist er seinem Medium treu geblieben, im Radio Burgenland Nachmittag erzählt er freitags die Stories zur Musik – und seit 16 Jahren lebt er in Andau im Seewinkel.

Aus dem jüngsten Ö3-Moderator von damals „der älteste noch im regelmäßigen Einsatz befindliche Radiomoderator Österreichs“ geworden. Dass er als internationaler Sportler laufend Medaillen erschwimmt und immer noch auf Partys auflegt, sind nur weitere Facetten der bewegten persönlichen Radiogeschichte. Der BVZ erzählte Udo Huber noch einige weitere „G’schichten“ …

Udo Huber: 50 Jahre im Radio und kein bisschen leise

© Privat

Was sagt dir dein Bauchgefühl, wenn du heute auf fünf Jahrzehnte Radio zurückblickst?

Udo Huber: Das Bauchgefühl sagt natürlich „Hallo, ich glaub, ich werde alt!“ Es ist ja eigentlich unpackbar: Wir feiern heuer 100 Jahre Radio, und ich bin tatsächlich 50 Jahre daran beteiligt! Da denkt man sich aber auch, man kann nicht alles falsch gemacht haben.

An welche deiner vielen „Radio-Babys“ erinnerst du dich besonders gerne?

Huber: Die erste Sendung, die ich damals solo moderieren durfte, war „Treffpunkt Studio 4“ mit Publikumswünschen. Das war schön, weil ich gerne persönlich mit Menschen zu tun habe, auch im Radio. Das Highlight war dann klarerweise die Hitparade die ich 1981 übernommen habe, erstmals gab’s da eine zweistündige Charts-Sendung in Österreich, später war sie sogar dreistündig.

Und dann kam das Fernsehen: Noch heute reden alle von den „Großen 10“ …

Huber: Eine schöne Zeit, die auch zehn Jahre gedauert hat. Erstmals wurden die „Großen 10“ im Jahr ‘83 ausgestrahlt, 120 Sendungen folgten. Einen Rekord werd ich wahrscheinlich ewig halten: Wir hatten am Sonntagnachmittag um 17.45 Uhr eine Einschaltquote von über einer Million, an diesem Tag haben das damals – wenn überhaupt – nur die „Zeit im Bild“, „Dallas“ oder der „Denver Clan“ getoppt.

Udo Huber: 50 Jahre im Radio und kein bisschen leise

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Die 80er-Jahre-Nostalgie kommt in Wellen immer wieder. Wie geht’s dir damit?

Huber: Retro wird permanent in sein. Es ist wunderschön, dass die Menschen auf mich zukommen und sich für die gute Zeit in der Jugend bedanken. Das Attribut „Mr. Hitparade“ wird aus meinem Leben nie verschwinden, das wird auch in der Zeitung stehen, wenn ich aus irgendeinem Grund einmal den Nobelpreis kriegen sollte. Ich kann genauso gut damit leben wie zum Beispiel Pierre Brice als ewiger Winnetou.

Wie wild waren die 80er wirklich? Falco hat ja einmal gesagt: „Wer sich erinnern kann, war nicht dabei …“

Huber: Ich war dabei und kann mich trotzdem erinnern (lacht). Das eine oder andere Erlebnis hat’s gegeben, aber der Hansi Hölzel war übrigens ein ganz Lieber, uns hat eine echte Freundschaft verbunden.

Udo Huber: 50 Jahre im Radio und kein bisschen leise

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Die Stars hast du natürlich am laufenden Band getroffen. An welche Namen erinnerst du dich gern zurück?

Huber: Im Austropop hatte ich viele solcher echten Freundschaften. International waren damals viele dabei, Kim Wilde, David Hasselhoff, Udo Jürgens und Udo Lindenberg; die Fat Boys, die in den 80ern einen Hit hatten, haben mich mit ihrer amerikanischen Professionalität beeindruckt. Meine erste Auslandsreise für Ö3 führte mich nach England zu Ringo Starr. Er war auch der Einzige, von dem ich mir ein Autogramm auf die Platte geben habe lassen, einen von den Beatles zu treffen, das war schon was!

Die Zeiten haben sich aber geändert …

Huber: Radio hat damals noch viel mehr Gewicht gehabt. Ich bin gerade noch zur richtigen Zeit geboren worden – das Publikum musste Radio hören, um an die Songs zu kommen, Platten waren teuer. Ich glaube aber nach wie vor, dass Radio und traditionelle Medien immer weiterleben werden.

Ich selbst höre am liebsten Radio, wenn ich in der Küche stehe, oder bei langen Autofahrten in der Nacht. Dann weiß ich, da sitzt ein Mensch, der auch noch wach ist … samma schon zwei! Das ist auch eins dieser Geheimnisse.

Was denkst du über die heutige Musiklandschaft – in Österreich und international?

Huber: Ich sehe das positiv: jeder Zeit ihre Musik! Für den persönlichen Geschmack gibt’s deshalb ja verschiedene Sender. Positiv sehe ich auch den neuen Austropop, obwohl die heimische Szene im internationalen Vergleich noch enorme Defizite aufzuweisen hat. Das hängt damit zusammen, dass es zu wenige Plattformen gibt, auch im Live-Bereich. In den USA spielen die Großen sogar in kleinen Clubs, in England gibt’s in jedem Pub Livemusik. Bei uns ist das anders.

Stichwort „Geschmack“: Was hörst du selbst am liebsten?

Huber: Das kann ich alles gar nicht aufzählen, quer durch den Gemüsegarten. Ich war immer eher auf der Seite der englischen Popmusik. Aber von den All-Time-Favourites sind die Kinks und die Doors meine Helden.

Ganz was Anderes, abseits der Musik: Du bist nach wie vor als Schwimmer beim ASV Wien aktiv. Wie sieht dein sportlicher Anspruch aus?

Huber: Ich war lange Mitglied der Nationalmannschaft und habe etliche Medaillen bei den Austrian Masters und auch international erschwommen. Bei den Masters will ich heuer wieder dabei sein, nächstes Jahr peile ich die World Sport Games in Griechenland an. Das Schwimmen hat sich immer gut für mich entwickelt. Ich ordne mein Leben nicht dem Sport unter, aber wenn ich ein Ziel habe, dann passt das für mich, dann schwimme ich schon meine sechs Kilometer am Tag.

Udo Huber: 50 Jahre im Radio und kein bisschen leise

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Nicht zu vergessen: Bei Fußballfreunden bist du beliebt als ehemaliger Präsident des Wiener Sportclubs.

Huber: Da werd ich mich nie ändern, ich bin in Hernals aufgewachsen und damit auch mit dem Sportclub. Ich hab ihn in meiner Zeit zwar nicht weiter raufgebracht – aber auch nicht weiter runter. Und ich bin natürlich auch Mitglied beim FC Andau!

Manchmal bist du dann ja nicht nur privat, sondern auch mit dem Mikrofon in deiner Region im Einsatz.

Huber: Klar! Als ich nach Andau gekommen bin, hat eine ältere Dame gesagt: „Jetzt homma an Ansager im Ort!“ Und ich bin selbstverständlich dabei, wenn ich gefragt werde. Ich hab die Jubiläumsfeier des FC Andau genauso moderiert wie zum Beispiel das Konzert des Musikvereins. Das ist für mich keine Frage.

Du bist ja nicht nur „Wahlburgenländer“, sondern schon ein „echter“, oder?

Huber:Ich sag immer, ich bin als Burgenländer nicht integriert worden, sondern assimiliert (lacht). Vor 16 Jahren bin ich hierhergezogen und sofort aufgenommen worden. Es ist immer noch schön, wie einfach es gehen kann: Man sagt „Servas“, und es passt!

Das Burgenland ist wirklich anders, im positivsten Sinn. Der Nachbar hilft mir mit dem Traktor, wenn ich vor dem Haus die Bäume schneid, und wenn er den Radio Burgenland Musiknachmittag hört, krieg ich das Feedback gleich persönlich. Der Job beim ORF Burgenland ist überhaupt ein schöner – wahrscheinlicher – Ausklang. Aber schauen wir, was noch kommt!

Udo Huber: 50 Jahre im Radio und kein bisschen leise

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