Ein „Hvala“ der Tamburizza Parndorf

Tamburizzakonzert

Tamburizzamusik steht im Burgenland hoch im Kurs. Ein Anlass für die Tamburizza Parndorf drei Abende lang in die örtliche Volksschule zu laden, um Musik aller Genres zu präsentieren. Gemeinsam mit dem Vokalensemble „Basbaritenori“ erfreuten die Musiker ihr Publikum mit Pop-Hits, Folklorewerken aber auch Stücken aus Oper, Klassik und Film.

Die Vokalband „Basbaritenori“ ging für drei Abende eine Liaison mit der Tamburizza Parndorf ein. Hier ihre Performance von „America“ aus der Westside Story.

Die Vokalband „Basbaritenori“ ging für drei Abende eine Liaison mit der Tamburizza Parndorf ein. Hier ihre Performance von „America“ aus der Westside Story.

© Nina Mayer

„Bis auf den letzten Platz ausverkauft“, heißt es von Freitag bis Sonntag im Konzertsaal, in dem man in den Genuss der Musik der Burgenlandkroaten kommt. Tradition wird hochgehalten, mehr als 50 Jahre darf man schon den Konzertklängen der Parndorfer Tamburizza lauschen und von Jahr zu Jahr wird die Nachfrage nach Karten größer.

Ein „Hvala“ der Tamburizza Parndorf

© Nina Mayer

Besondere Schmankerl gab's in diesem Jahr. Die Vokalband „Basbaritenori“ verstärkte mit ihrem Gesang die Instrumentalisten. Wenn die Stimmen der vier charmanten Herren erklingen, erstrahlen „alte“ Töne in neuem Glanz, gehen eine Liaison mit Pop und Jazz ein.

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Rudi Treibers „Sehnsucht nach dem Burgenland“

Das Neusiedler Urgestein Rudi Treiber zelebrierte seinen Auftritt. Seine heimliche Burgenlandhymne „Sehnsucht nach dem Burgenland“ verband, das extrovertierte Auftreten des coolen Künstlers gefiel. Als Draufgabe war man besonders stolz, dass Professor Ferry Janoska wieder mit von der Partie war.

Melancholie gepaart mit südländischer Lebensfreude zog sich durchs Programm, die schon zu Beginn beim kroatischen Volkslied „Hodmo čemo se prošetat“ bis ins Herz berührte und bei „Stari Zigan“, dem traurigen Lied vom alten Zigeuner, fast zu Tränen rührte.

Ein „Hvala“ der Tamburizza Parndorf

© Nina Mayer

Wiener Strauss-Klänge und heiße Latino-Rhythmen

Beschwingt ging es mit Johann Strauss weiter. Von ihm wurden zu Ehren seines 200. Geburtstags gleich zwei Stücke gespielt, nämlich der „Persische Marsch“ und die „Amazonen-Polka“.

Dann Lebensfreude pur. Eine Reise nach Lateinamerika. „Tico Tico“ brachte das Blut in Wallung und zwar so sehr, dass man am liebsten aufgesprungen wäre und zu tanzen begonnen hätte. Aber nicht nur das Bedürfnis zu tanzen hatte man an diesem Abend, sondern auch das, zu singen. Das tat das Publikum dann auch. Austro-Pop geht immer, der Danzer sowieso, weshalb es nicht verwunderlich war, das „Jö, schau“ animierte, ebenso wie „Sweet Caroline“, mit dem man in die 70er-Jahre reiste.

Ein „Hvala“ der Tamburizza Parndorf

© Nina Mayer

„Basbaritenori“ fürs Herz

Durchaus humoristisch die schauspielerischen Einlagen des durchs Programm führenden und dirigierenden Häuptlings der Parndorfer Tamburizza, Johann Maszl, durchaus amüsant, die der Herren von „Basbaritenori“. Ja, da wurde bei „Puttin' on the Ritz“, den 20er-Jahren entsprechend, schon der Zylinder und der weiße Schal ausgepackt, bei „Everybody needs somebody to love“ von den Blues Brothers die schwarzen Sonnenbrillen.

Sogar Rossini huldigte man. Die Ouvertüre seiner „Wilhelm Tell“-Oper war einfach nur monumental. Und dann hieß es „küssen“, denn geküsst wird ohnedies viel zu wenig. „Besamo Mucho“ (übersetzt: Küss mich viel!) wirkte tatsächlich wie eine sanfte Berührung auf die Lippen und zauberte ein seliges Lächeln ins Gesicht, das auch beim Liebeslied „Perfect“ von Ed Sheeran anhielt.

Ein „Hvala“ der Tamburizza Parndorf

© Nina Mayer

Prof. Ferry Janoska, ein Bandoneon und ein „Hvala“

"Gabriels Oak“ durfte man als nächstes lauschen. Das Besondere: der großartige Professor Ferry Janoska, ein Musiktalent das seinesgleichen sucht, beherrscht nicht nur das Spiel des Klaviers, der Geige und des Akkordeons, nein, zu diesem Stück bediente er das Bandoneon.

Rote Beleuchtung und Gänsehaut bei „Strangers in the Night“, der Höhepunkt aber das von allen Künstlern als letzter Song gemeinsam gesungene „Skalinada“. Berührend, glücksgefühlerzeugend, einfach nur unendlich schön!

Das Einzige, was zu sagen bleibt, ist ein von ganzem Herzen ausgesprochenes: „Hvala!“, ein „Vielen Dank für diesen bezaubernden Abend!“