Ein außergewöhnliches Jahr für Tennis-Talent Alex Gschiel

TENNIS

Alexander Gschiel, 18 Jahre jung, hat 2025 ein Jahr erlebt, das ihn sowohl sportlich als auch persönlich wachsen ließ. Das große Tennistalent, das auch als hervorragender Schachspieler gilt, feierte in den letzten Monaten große Erfolg auf dem Court und am Schachbrett. All das gepaart mit einer erfolgreichen AHS-Matura.

Alexander Gschiel in Aktion am Tenniscourt – 2025 sein bisher erfolgreichstes Jahr im Einzel- und Doppelbereich.

Alexander Gschiel in Aktion am Tenniscourt – 2025 sein bisher erfolgreichstes Jahr im Einzel- und Doppelbereich.

© Martin Ivansich

Sportlich und persönlich war 2025 eine echte Erfolgsgeschichte für den 18-jährigen Alexander Gschiel aus Mattersburg. Im vergangenen Juni konnte er ein Hakerl beim Thema Schule machen, absolvierte mit Auszeichnung die AHS-Matura. Parallel dazu brillierte der rot-goldene Tennisspieler auf den nationalen und internationalen Courts. Für seinen Klub UTC Bad Sauerbrunn schlug Gschiel erstmals im österreichischen Oberhaus auf, holte in seinem Premieren-Jahr gleich drei Siege in seinen Einzeln und hatte damit großen Anteil am gelungenen Klassenerhalt. International glänzte er mit einem ITF J60-Turniersieg in Maribor (Slowenien).

2025 war ein enorm wichtiges und richtig cooles Jahr für mich. Sportlich und schulisch“, stellt der Youngster fest und betont dabei auch sein großes persönliches Highlight: „Das war Platz zwei bei der Hallen-Staatsmeisterschaft.“ Dort stand der Mattersburger Österreichs Profi Dennis Novak gegenüber, verlor zwar, aber nahm extrem viel mit: „Eine ganz tolle Erfahrung und sehr cool, dass ich das letzte Spiel seiner Karriere gegen ihn bestreiten durfte.“

Das universelle Talent des Alexander Gschiels zeigt sich nicht nur auf Hardcourt- und Sandplätzen, sondern auch am Schachbrett. Es ist die zweite große Leidenschaft des jungen Sportlers. Auch hier zeigt sich der 18-Jährige höchst fokussiert und erfolgreich, durfte vor wenigen Monaten einen ganz großen Erfolg feiern. Gemeinsam mit vier anderen Spielern des österreichischen U18-Schach-Nationalteams gewann er eine Medaille – Bronze – bei der Team-Europameisterschaft. Das Turnier fand in Terme Čatež (Slowenien) statt. „Insgesamt wurden fünf Spieler aus dem österreichischen Jugend-Nationalkader zu diesem Event einberufen, darunter auch ich“, erzählt Gschiel stolz.

Maßgeblich trug er zum Medaillengewinn bei: Bei seinen fünf Einsätzen erzielte er satte vier Punkte (drei Siege, zwei Remis) gegen starke Gegner aus Ungarn, Kroatien, Ukraine, Rumänien und Deutschland. „Überhaupt zeigte das gesamte österreichische Team tolle Leistungen, sonst wäre dieser große Erfolg nicht möglich gewesen“, betont Gschiel, der aktuell beim Bundesheer ist.

Genauer gesagt im Heeressportzentrum in der Südstadt. „Die Dienstzeit ist Trainingszeit, das passt sehr gut“, erzählt er. Auch im kommenden Jahr plant er, sowohl bei österreichischen Turnieren als auch auf internationalen Future-Turnieren anzutreten. Ein besonderes Erfolgserlebnis kurz vor Weihnachten: er hat bei seinem allerersten Antreten bei einem Future-Turnier gleich seinen ersten ATP-Punkt geholt. Beim mit 15.000 Dollar dotierten Turnier in Antalya (Türkei) kämpfte sich der junge Österreicher aus der Qualifikation bis ins Hauptfeld.

In der Qualifikation gewann er drei Matches, darunter einen souveränen Zweisatzsieg gegen die Nummer zwei der Quali, den Tschechen Jiri Cizek (ATP 1646). In der entscheidenden dritten Runde setzte er sich mit etwas Glück im Match-Tiebreak durch und fixierte damit den Einzug ins Hauptfeld. Dort folgte der nächste Coup: In der ersten Runde bezwang Gschiel den Ukrainer Illja Beloborotko (ATP 1565) mit 6:3, 7:5 – trotz eines 2:5-Rückstands im zweiten Satz.

Der Lohn: der erste ATP-Punkt seiner Karriere. In Runde zwei war gegen den deutlich höher eingestuften Rumänen Dragos Nikolae Cazacu (ATP 851) zwar Endstation, doch das schmälert die starke Leistung nicht. Unterm Strich überwiegt die Freude: Mit dem ersten ATP-Punkt hat sich Gschiel die Tür zu weiteren Future-Turnieren geöffnet.

Und im September gibt es dann den Sprung über den großen See in Richtung Kalifornien. Gschiel wird im College in Saint Mary's College of California (in der Nähe von San Francisco) studieren, Richtung Wirtschaft (Economics), und gleichzeitig Tennis auf hohem Niveau spielen. „Das lässt sich ideal verbinden, es gibt dort einen eigenen Trainer, der mich bei der EM in Österreich auch schon besucht hat.“ Der Blick des Alexander Gschiel geht also deutlich in Richtung Tennis. Wenn man ihn fragt, ob er sich irgendwann für Tennis oder Schach entscheiden müsste, ist seine Antwort klar: „Der Fokus liegt jetzt klar auf Tennis, aber Schach würde ich niemals aufgeben.“ 2025 war für Alexander Gschiel also ein Jahr der Entwicklung, des Erfolgs und der Weichenstellung für die Zukunft – auf dem Tennisplatz, am Schachbrett und im Leben.