Windpark Andau: Erste Windräder sollen nachts dunkel bleiben
Test erfolgreich
Die Windräder des Windparks Andau sollen in der Nacht künftig nur noch blinken, wenn sich ein Flugzeug oder Hubschrauber nähert. Burgenland Energie hat die Testphase für eine bedarfsorientierte Nachtkennzeichnung erfolgreich abgeschlossen und will nun einen dauerhaften Betrieb beantragen.
Das nächtliches Dauerblinken der Windräder soll bald der Vergangenheit angehören.
© Klaus Zwinger
Der Windpark Andau, der als größter Windpark Österreichs gilt, war im Juli 2024 Schauplatz eines Pionierprojekts. Die neuen Lichtsysteme sorgten dafür, dass die roten Warnlichter nur dann aktiviert wurden, wenn ein Luftfahrzeug in der Nähe war. "Was wir geplant und erwartet haben, funktioniert unter realen Bedingungen", erklärte Stephan Sharma, CEO von Burgenland Energie.
Genehmigung beantragt
Mit der innovativen Technologie soll die Akzeptanz von Windkraftanlagen weiter gesteigert werden. "Die Windräder blieben erstmals in Österreich auch in der Nacht dunkel. Das entlastet nicht nur die Natur, sondern auch die Anwohnerinnen und Anwohner", so Sharma weiter.

© Burgenland Energie
Nach dem erfolgreichen Test soll die Umstellung nun offiziell genehmigt werden. Burgenland Energie will den Antrag für den dauerhaften Einsatz der neuen Kennzeichnungstechnologie zunächst für den Windpark Andau stellen und danach auf alle eigenen Anlagen ausweiten.
Windräder ohne nächtliches Dauerblinken
Die Technologie wurde acht Wochen lang getestet. Bereits im Juli 2024 hatte Burgenland Energie gemeinsam mit dem Umweltministerium und Austro Control den Probebetrieb gestartet. Grundlage dafür ist eine Novelle des Luftfahrtrechts, die im März 2024 beschlossen wurde und erstmals eine bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung ermöglicht.
In der Testphase leuchteten die Windräder nur noch, wenn Sensoren ein herannahendes Flugobjekt registrierten. Eine durchgehende Beleuchtung war bisher für Windkraftanlagen über 100 Meter vorgeschrieben. Andere Länder wie Deutschland und die Niederlande setzen bereits auf dieses System.
Die Umstellung könnte langfristig auch in anderen Windparks erfolgen. Burgenland Energie betreibt knapp die Hälfte aller Windräder im Bundesland. Im Rahmen des Teststarts in Andau gab das Unternehmen an, rund 500.000 Euro in die neue Technologie investieren zu wollen.
Der Windpark Andau ist seit 2013 in Betrieb und verfügt über 38 Windenergieanlagen. Insgesamt gibt es im Burgenland 456 Windkraftanlagen (Stand: Jänner 2025), der Großteil davon im Bezirk Neusiedl am See.