Nestroy unter freiem Himmel: Theater Sommer Parndorf gibt Vorgeschmack
Theater im Sommer
Der Theater Sommer Parndorf bringt heuer Johann Nestroys „Liebesgeschichten und Heiratssachen“ auf den Kirchenplatz. Ab 3. Juli stehen 16 Vorstellungen der pointierten Posse mit Gesang auf dem Spielplan.
Der Theater Sommer Parndorf unter der Intendanz von Christian Spatzek (l.) verspricht einen unterhaltsamen und überraschenden nestroy´schen Abend.
© Birgit Böhm-Ritter
Vorbereitungen laufen auf Hochtouren
Auf dem Parndorfer Kirchenplatz wird bereits geprobt. Das traditionsreiche Sommertheater hat sich wieder in das Ortszentrum eingeschrieben und bereitet sich auf die Premiere am 3. Juli vor. Mitten in den Endproben gewährte das Ensemble im Rahmen eines Pressetermins am Freitag einen ersten Einblick in die diesjährige Inszenierung. Und eines ist sicher: Es darf gelacht werden! Der Humor kommt heuer nicht zu kurz. Der Tonfall ist gewohnt pointiert.

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Dabei war die Probenphase nicht ohne Herausforderungen. Die Rolle des Nebel musste kurzfristig neu besetzt werden, da der ursprünglich vorgesehene Darsteller aus gesundheitlichen Gründen absagen musste. Thomas Koziol übernahm und steht erst seit einer Woche auf der Probenbühne. Intendant Spatzek zeigte sich dennoch zuversichtlich: „Zur Sicherheit bekommt er aber eine Souffleuse zur Seite gestellt.“ Koziol beeindruckte bei den Proben vor den Medienvertretern aber bereits mit hoher Textsicherheit.
Gesellschaftskritik mit Witz und Timing
„Liebesgeschichten und Heiratssachen“ wurde 1843 uraufgeführt und gilt als eine der schärfsten Gesellschaftskomödien Johann Nestroys. Im Mittelpunkt stehen Verwechslungen, Heiratspläne, Standesunterschiede und die Macht des Geldes. Spatzek inszeniert die Posse mit klarer Handschrift und übernimmt selbst drei Rollen. „Wer es versteht, in seinem Text die richtigen Pausen zu setzen, schafft es, das Publikum in seinen Bann zu ziehen“, erklärte er bei der Vorschau.
Auf der Bühne stehen neben Koziol auch Hermann J. Kogler, Anna Sophie Krenn, Dorothea Parton, Fabian Spatzek, Kurt Hexmann, Florian Schwarz, Ivana Urban, Erhard Hartmann, Anna Sagaischek und Sissi Gotsbachner. Die Kostüme stammen von Barbara Langbein, das Bühnenbild gestaltete Siegbert Zivny, für Maske und Musik zeichnen Barbara Demuth und Frizz Fischer verantwortlich.
„Ich freue mich, dass wir unser Publikum mit Johann Nestroys ‚Liebesgeschichten und Heiratssachen‘ nicht nur mit einem Stück mit unverwechselbarem Witz, pointierter Sprache und lebensnahen Figuren unterhalten dürfen, sondern hierfür auch ein so hochkarätiges Ensemble engagieren konnten“, sagt Intendant Christian Spatzek.
Neuer Träger, gewohnte Qualität
Der Theater Sommer Parndorf ist seit diesem Jahr Teil der Kulturbetriebe Burgenland (KBB). Produktion und Marke wurden vom Parndorfer Trägerverein übergeben. Laut Alexander Kery von den Kulturbetrieben sei damit „ein großartiges Erbe“ langfristig abgesichert. Die Integration erfolgte im Rahmen eines dreistufigen Plans. Der Theater Sommer sei einzigartig im Burgenland, betonte Kery, und hob das familiäre Flair sowie die Kooperation mit der Pfarrgemeinde hervor.

© Birgit Böhm-Ritter
Die Nachfrage bestätigt das Vertrauen: Die Premiere ist bereits ausverkauft, der Vorverkauf liegt um rund ein Drittel über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Gespielt wird von 3. bis 27. Juli, jeweils von Donnerstag bis Sonntag. Bei Schlechtwetter wird in den Festsaal der Volksschule Parndorf ausgewichen.
Weitere Informationen und Karten: www.theatersommer-parndorf.at
Im Silbernen Rappen begegnen sich Freunde, deren Leben von Liebe, Missverständnissen und gesellschaftlichen Intrigen geprägt sind. Dazu zählen etwa der heiratswillige mittellose Kaufmannssohn Anton Buchner, der um die Hand von Fanny bitten will, sowie Alfred, der Sohn des Marchese Vincelli, der als Sekretär in Fetts Haushalt arbeitet, heimlich in Ulrike verliebt ist, aber fürchtet, dass der Standesdünkel seines Vaters einer Heirat im Weg stehen könnte. Der intrigante Nebel, ein schwer verschuldeter, arbeitsscheuer Mann, hat es hingegen auf die mitgiftbereite, ältere Schwägerin von Herrn Fett, Lucia Distel, abgesehen. Das Spiel der Verwechslungen nimmt seinen Lauf. Auf der Strecke bleibt am Ende nur der intrigante Nebel.