Wie ein Illmitzer Schüler vor Ablenkung im Verkehr warnt
Tik-Tok am Steuer
Ablenkung zählt im Burgenland zur häufigsten Ursache von Verkehrsunfällen. Um Jugendliche für die Risiken von Smartphones und sozialen Medien im Straßenverkehr zu sensibilisieren, startet nun eine neue Kampagne des Landes Burgenland gemeinsam mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit. Grundlage dafür ist die Siegeridee eines 14-jährigen Schülers aus Illmitz.
MIt diesem Motib überzeugte der Illmitzer Mittelschüler Julian Michlits die Jury. Seine Idee: "Willst du Tik Tok wirklich mitfahren lassen?" wird nun als Kampagne im Burgenland umgesetzt.
© LMS Burgenland
Im Rahmen des Wettbewerbs „Kreativ gegen Ablenkung“ suchten das Land Burgenland und das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) nach Ideen, die junge Menschen auf die Gefahren von Unachtsamkeit im Straßenverkehr aufmerksam machen. Insgesamt gingen 95 Projekte ein. Bei der Preisverleihung im Landhaus in Eisenstadt zeichneten Verkehrslandesrat Heinrich Dorner, Sabine Kaulich vom KFV und Michaela Seidl, Schulqualitätsmanagerin der Bildungsdirektion Burgenland, die Gewinnerinnen und Gewinner aus.
Siegeridee aus Illmitz wird Kampagne
Den ersten Platz sicherte sich der 14-jährige Julian Michlits von der Mittelschule Illmitz. Sein Beitrag trägt den Titel „Willst du TikTok wirklich mitfahren lassen?“ und wird nun professionell als Social-Media-Kampagne umgesetzt. Auf dem Motiv ist eine verunsicherte Person am Steuer zu sehen, während auf einem Smartphone-Bildschirm das TikTok-Logo als bedrohlich wirkende Figur erscheint. Darüber steht die Frage: „Willst du TIK TOK wirklich mitfahren lassen?“ Ziel ist es, insbesondere Jugendliche anzusprechen und auf Ablenkung während der Fahrt aufmerksam zu machen.

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„Wer spricht die Bildsprache der Jugendlichen besser als sie selbst? Wir möchten mit unserer Kampagne und Julians Gewinneridee Aufmerksamkeit erzielen und genau dort wirken, wo sie ankommen soll – bei Jugendlichen – gemacht von Jugendlichen“, erklärte Verkehrslandesrat Heinrich Dorner.
Smartphone am Steuer als Risiko
Nach Angaben des KFV stellt Ablenkung besonders für junge Menschen ein erhebliches Risiko im Straßenverkehr dar. Laut einer aktuellen Studie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit nutzt rund ein Drittel der Menschen bis 30 Jahre in Österreich soziale Medien beim Lenken eines Fahrzeugs. Insgesamt würden 31 Prozent dieser Altersgruppe Social-Media-Angebote während der Fahrt verwenden. Zudem werde etwa ein Drittel aller Verkehrsunfälle in Österreich durch Ablenkung verursacht.
Das KFV verweist auch auf Unterschiede zwischen den Altersgruppen: Je jünger die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer sind, desto häufiger greifen sie während des Autofahrens zum Smartphone.
Weitere Projekte ausgezeichnet
Den zweiten Platz erreichte die 19-jährige Victoria Baumgartner von der Handelsakademie Oberpullendorf mit der Idee „Dein Leben ist kein Simulator – Stopp den Realitäts-Glitch“. Rang drei ging an den 15-jährigen Simon Schrammel von der Ecole Güssing für sein Projekt „Reflex-Hijacking“.
Zum Publikumsliebling wählten die Teilnehmenden das Projekt „Unaufmerksamkeit kostet Leben“ des 18-jährigen Tim Reismüller vom Bundesrealgymnasium (BRG) Mattersburg.

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Die Siegeridee aus Illmitz soll nun mit Unterstützung einer Agentur landesweit auf verschiedenen Social-Media-Kanälen erscheinen. Sabine Kaulich vom KFV verwies auf das Ausmaß der Ablenkung im Straßenverkehr: „Aus Studien des KFV wissen wir, dass etwa 70.000 Nachrichten österreichweit pro Stunde beim Fahren gelesen und rund 45.000 Nachrichten geschrieben werden. Zu viele Österreicherinnen und Österreicher werden unterwegs von Social Media abgelenkt. Julians Idee erinnert nun daran, Ablenkung niemals mitfahren zu lassen.“