Urlaub mit Hund: So klappt die Reise mit dem Vierbeiner
Tipps von Experten
Urlaub mit Vierbeinern ist für viele Hundefreundinnen und -freunde unverzichtbar. Bevor die Reise jedoch starten kann, gibt es einige wesentliche Dinge zu beachten. Die BVZ hielt dazu Rücksprache mit Expertinnen und Experten.
Ob Erholung - so wie im Bild in der Hundepension in Draßmarkt - oder Aktivurlaub: einige Tipps sollten immer beherzigt werden.
© Facebook Tierpension Eleonore Schandl
Zuerst steht die Planung im Vordergrund: Daten über das Reiseziel sammeln, das Transportmittel auswählen, mit dem der Hund vertraut ist, Hundestrände finden, Wanderrouten und hundefreundliche Unterkünfte heraussuchen. Die Durchführung eines Gesundheitschecks durch einen Tierarzt und die Tätigung aller erforderlichen Impfungen gemäß den Einreisebestimmungen des jeweiligen Zielorts sind ratsam.
Die burgenländische Tierschutzombudsfrau Gabriele Velich erzählt, dass sie sich im Vorfeld gerne „ein wenig über die Umgebung des Urlaubsdomizils informiert“:
- Wo ist der nächste Tierarzt?
- Wo ist der nächste Hundestrand?
- Gibt es eine Hundefreilaufzone oder dürfen Hunde ohne Leine laufen?
- Ist die Unterkunft ein wenig außerhalb des Ortes?
- Gibt es die Möglichkeit eines Spaziergangs, der auch Hunden Spaß machen kann?
- Gibt es die Möglichkeit einer Abkühlung für unsere Fellnasen?
- Gibt es Lokale, die auch Hunde erlauben?
Für die Fahrt gibt es ebenfalls ein paar Ratschläge. „Das Auto kann im Vorfeld gekühlt, und die Hunde ausreichend bewegt werden, damit sie während der Fahrt müde sind. Es wäre von Vorteil, zeitig am Morgen oder später in der Nacht zu fahren und acht Stunden vor der Fahrt kein Futter mehr zu geben.“
Das Gepäck muss sicher verwahrt sein, sodass es nicht auf den Hund fallen kann und die Leine und die Näpfe immer griffbereit bei den Füßen der Beifahrerin oder des Beifahrers sind. Zudem eine Wasserflasche mitnehmen und alle drei bis vier Stunden an einer Raststation stehen bleiben, damit alle die Beine vertreten können. Am ersten Tag die Hunde nicht allein in der Unterkunft lassen, da sie erst mit der neuen Umgebung vertraut werden müssen.
© zVg Velich, Seidl+Seidl
Packliste für einen tierisch guten Urlaub
Velich führt „immer eine kurze Checkliste von Dingen, die für ihre Hunde dabei sein müssen.“ Dabei ist unter anderem ein EU-Heimtierausweis mit aktueller gültiger Tollwutimpfung. Wenn es an einen Strand geht, dann ein Entwurmungsmittel gegen Herzwürmer, für den Tag der Abreise des Urlaubsortes sowie ein Mittel gegen Sandmücken für den Strandaufenthalt nicht vergessen.
Weiters zu beachten sind Wasser- und Futterschüsseln, Hundefutter, Kau-Spielzeug, Leine, Beißkorb, Hundespielzeug und Handtuch oder auch sehr praktisch Hundebademantel. Eine kleine Apotheke für den Hund wie Wunddesinfektion, Verband, Schmerzmittel und Ohrreiniger für die Schwimmerinnen und Schwimmer ist sinnvoll.
Ultimativer Hundeurlaub in Österreich
Das Reisen mit Hund wird immer beliebter, da zahlreiche Hotels und Pensionen hundefreundliche Unterkünfte anbieten. Österreich verfügt über zahlreiche Reiseziele, von den Alpen bis zu den Seenlandschaften, die sich perfekt für einen Urlaub mit dem Vierbeiner eignen.
Viele Wanderwege und Outdoor-Aktivitäten bieten Hundebesitzern die Möglichkeit, die beeindruckende Natur mit ihren treuen Begleiter zu erleben. Außerdem gibt es in zahlreichen Ortschaften und Städten Hundeparks und -bereiche, die eine angenehme Interaktion zwischen Mensch und Hund gewährleisten.
Wenn das treue Familienmitglied zu Hause bleiben muss
Wo kann man den Hund unterbringen, wenn das Reiseziel weiter weg ist und der Hund nicht mitgenommen werden kann? Die BVZ hat sich dabei nach dem Alltag und Herausforderungen in einem Tierschutzhaus sowie in einer Tierpension erkundigt. Wie Wolfgang Böck, Geschäftsführer des Landestierschutzes im Burgenland, berichtet, besteht im Sonnenhof grundsätzlich die Möglichkeit, Tiere vorübergehend unterzubringen.
„Der Alltag ist dabei im Wesentlichen jeden Tag eine Herausforderung und dabei bleibt es immer spannend, was auf das Team zukommen wird.“ Außerdem erschweren Hitze-Perioden die Arbeit im Sommer und es müssen entsprechende Maßnahmen ergriffen werden wie zusätzliche Beschattung, zusätzliche Abkühlmöglichkeiten, Berücksichtigung bei Trainingsmaßnahmen und Spaziergänge.

© Verein Landestierschutz Burgenland, Seidl+Seidl
„Aufgrund der durchgehend hohen Auslastung des Tierschutzhauses die Möglichkeit jedoch auf berücksichtigungswürdige Notfälle beschränkt ist (zum Beispiel plötzliche Krankheitsfälle oder Krankenhausaufenthalte der Tierhalter, unvorhergesehene Änderungen der Lebensumstände).“
Es tritt eine Zunahme der Aufnahmen von Katzen, vor allem von Welpen und Jungtieren aus Streunerkatzen-Würfen ab Sommerbeginn auf. „Es wird empfohlen, sich möglichst frühzeitig in der Urlaubsplanung mit dem Thema auseinanderzusetzen und auch längere Anfahrtswege zur Tierpension der Wahl in Kauf zu nehmen.“
In einem Gespräch mit dem Team von Eleonore Schandl, Betreiberin der Tierpension Schandl in der Ortschaft Drassmarkt im Mittelburgenland, wurde folgendes berichtet: Die Boxen der Hunde werden täglich gereinigt, sie werden zum Spielen auf die Wiese gelassen, wo sie sich austoben und mit ihren Artgenossen frei bewegen können und danach mit Nahrung verpflegt werden.
Es wird geschätzt, dass von zehn Personen etwa drei Personen ihren Hund während des Urlaubs in der Tierpension abgeben. „Das Schöne an der Tierpension ist, dass sich die Hunde, die sie schon einmal besucht haben, immer freuen, wenn sie wiederkommen, da sie diese Zeit genauso als Urlaub empfinden.“

© Shutterstock, DUSAN ZIDAR