Rekordjahr in Podersdorf trifft auf Bettenmangel

Tourismus

Podersdorf am See zieht für das Tourismusjahr 2025 eine positive Bilanz. Rekordzahlen bei Nächtigungen und Besucherinnen und Besuchern bestätigen die Attraktivität der Destination. Gleichzeitig rückt eine zentrale Herausforderung in den Fokus: fehlende Gästebetten.

Geschäftsführer der Podersdorf Tourismus- und Freizeitgesellschaft m.b.H. (PTF), Rene Lentsch, zieht Bilanz und gibt eine Vorschau auf neue Ziele.

Geschäftsführer der Podersdorf Tourismus- und Freizeitgesellschaft m.b.H. (PTF), Rene Lentsch, zieht Bilanz und gibt eine Vorschau auf neue Ziele.

© Birgit Böhm-Ritter

An Spitzentagen strömen mehr als 5.000 Gäste ins Strandbad, am Campingplatz werden täglich bis zu 2.000 Besucherinnen und Besucher gezählt. Der Hafen ist ausgelastet, Liegeplätze sind gefragt. Podersdorf zeigte sich im Sommer 2025 als lebendiger Tourismusort – mit dicht gefüllten Flächen und hoher Nachfrage.

Zwischen Strand, Camping und vollen Liegeplätzen

Diese Dynamik spiegelt sich in den Zahlen wider, die der Geschäftsführer der Podersdorf Tourismus- und Freizeitgesellschaft m.b.H. (PTF), Rene Lentsch, im Rahmen eines Pressetermins präsentierte. Mit rund 421.000 Nächtigungen erreichte die Gemeinde einen neuen Höchstwert seit 2019. Besonders stark entwickelt sich das STRANDcamping, das mit 124.521 Nächtigungen ein Rekordergebnis erzielte. Auch das Erlebnis-Strandbad PODOBEACH legt zu und verzeichnet 305.596 Besucherinnen und Besucher. „Damit haben wir erstmals die 300.000er-Marke geknackt“, sagte Lentsch.

Das ursprünglich gesetzte Ziel von 315.000 Gästen am Strand blieb dennoch außer Reichweite. „Dass wir dieses Ziel nicht erreicht haben, ist dem Wetter geschuldet, das in der Hauptsaison – also gerade im Juli und August - nicht so gut war.“

Rekordjahr in Podersdorf trifft auf Bettenmangel

© TVB Podersdorf am See/Eric van Ommen

Gleichzeitig verschiebt sich die Nachfrage zunehmend in die Randzeiten. „Unsere Strategie der Belebung der Vor- und Nachsaison wirkt“, erklärte Lentsch. Investitionen in die Infrastruktur – etwa der Ausbau des Strandbereichs seit 2021 mit der PODO Play Familien-Erlebniswelt – tragen dazu bei, die Saison zu verlängern. „Wir haben zum richtigen Zeitpunkt in die Infrastruktur investiert. Heute, in Zeiten angespannter Gemeindefinanzen, wäre das nicht möglich.“

Events verlängern die Saison

Um diese Entwicklung der Saisonverlängerung zu stützen, setzt Podersdorf gezielt auf Veranstaltungen über das gesamte Jahr. Rund 60 Events prägten das Programm 2025 – von Sportbewerben bis zu Familienangeboten. Besonders gut entwickelt haben sich die Halloween Gruseltage (Rekord für 2025 mit 10.142 Eintritten).

Formate wie „PODO on Ice“ zeigten, dass auch die Wintermonate Potenzial bieten. „Der Event soll in Zusammenarbeit mit Burgenland Tourismus wachsen“, sagte Lentsch. Die Eisfläche soll im kommenden Jahr vergrößert werden.

Eine Zielgruppe machts Podersdorf schwer

Parallel dazu verändert sich die Zusammensetzung der Gäste. Familien mit Kindern, aber auch Besucherinnen und Besucher in der Zielgruppe 50plus nehmen zu. Letztere werden vor allem von Angeboten in der Nebensaison angelockt „Größtes Sorgenkind ist die Zielgruppe der 15- bis 30-Jährigen. ‚Da tun wir uns schwer‘“, gibt Lentsch zu. Die im Vorjahr gestartete Event-Reihe PODO Beach Bash mit Trendsportarten zum Mitmachen wird - mangels Interesse - nicht fortgesetzt.

Einen Meilenstein hat die Tourismusorganisation aber erreicht: Die Podersdorf Tourismus- und Freizeitbetriebsgesellschaft m.b.H. (PTF) wirtschaftet 2026 erstmals ohne Zuschüsse der Gemeinde.

Betten-Offensive als Engpasslösung

Während Strand, Camping und Veranstaltungen wachsen, stößt die Entwicklung - vor allem in der Sommersaison - an eine Grenze: die verfügbare Bettenzahl. Seit 2019 ist das Angebot von 2.200 auf 1.900 Gästebetten gesunken. Viele kleinere Beherbergungsbetriebe haben geschlossen. Mit ihnen gingen auch langjährige Stammgäste verloren.

Zwar stabilisierte sich die Situation 2025, ein weiterer Rückgang blieb aus. Doch das Grundproblem bleibt bestehen. „In der Hauptsaison sind wir wirklich ausgebucht“, erklärte Lentsch. Zusätzliche Nächtigungen lassen sich derzeit nur in der Vor- und Nachsaison erzielen.

Rekordjahr in Podersdorf trifft auf Bettenmangel

© Birgit Böhm-Ritter

Die Gemeinde reagiert darauf mit einer gezielten Betten-Offensive. Gemeinsam mit der PTF sollen neue Betriebe entstehen. „Wir warten nicht darauf, dass etwas passiert – wir werden selbst aktiv.“ Ein Investorenprospekt richtet sich an Hotelbetreiberinnen und Betreiber sowie Investorinnen und Investoren.

Konkret stehen zwei gemeindeeigene Grundstücke im Fokus – eines direkt am See, ein weiteres im Bereich Nordstrand. Ein Standort eignet sich laut Lentsch insbesondere für ein Drei-Sterne-Hotel für Radfahrerinnen und Radfahrer sowie Wassersportler und Wassersportlerinnen.

Größere Vorhaben wie die im Jahr 2021 präsentierte Neugestaltung der Mole mit Seerestaurant bleiben vorerst zurückgestellt. Die finanziellen Spielräume sind begrenzt. Der Fokus liegt nun klar auf der Schaffung zusätzlicher Nächtigungsmöglichkeiten.

Podersdorfs Tourismus wächst – doch wie viele Gäste künftig bleiben können, hängt zunehmend davon ab, wie schnell neue Betten entstehen.